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Mission (Im)Possible: So klappt’s im Studium auch mit der Hausarbeit

Tipps zu Hausarbeit

Für viele ist sie schlimmer als jede mündliche Prüfung und verbreitet mehr Panik als ein Besuch bei den potenziellen Schwiegereltern: Die Hausarbeit. Damit das Schreckgespenst nicht zum ausgewachsenen Dämon mit heillos verzettelter Recherche und Schreibblockaden wird, helfen diese Insidertipps.

Im Anfang war das Wort – oder nicht?

Schon Doktor Faust stockte einst ob dieser elementaren Frage, entschied sich dann jedoch dafür, dass im Anfang nur eins gewesen sein kann: Nicht das Wort oder der Sinn sondern die Tat. Beim Schreiben einer Hausarbeit geben sich allerdings sowohl der Sinn als auch die Tat gemeinsam den Vorrang vor dem Wort. Schließlich gilt es, zum einen die richtige Idee zum konkreten Schwerpunkt zu finden, zum anderen aber auch, sich bereits jetzt einen ersten Überblick über das Thema zu verschaffen.

Letzteres ist natürlich nicht immer möglich, zum Beispiel wenn sich direkt in eine Liste mit fertigen Hausarbeitsthemen eingetragen werden soll, oder gar nötig, oft hat man das Thema ja bereits in einem Seminar angerissen oder sogar in größeren Teilen behandelt. Betritt man jedoch neues Terrain, kann eine kleine, clevere Vorabrecherche so einige Nerven ersparen. Schließlich gibt sie durch die folgenden Faktoren einen Hinweis über den zu erwartenden Aufwand und eventuell auftauchende Probleme:

  • bereits vorhandene Arbeiten zur Problematik
  • Aktualität des Forschungsgebietes
  • Erreichbarkeit elementarer Quellen

Während gravierend neue Erkenntnisse zwar erst ab dem Grad einer Doktorarbeit Pflicht sind, freuen sich Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten ebenfalls über einen frischen didaktischen bzw. wissenschaftlichen Wind. Im Gegensatz dazu dienen Hausarbeiten in der Regel nur dazu, unter Beweis zu stellen, dass man beim Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten inhaltlich sowie formal die anfangs recht großen Anforderungen bewältigt.

Versuchskaninchen Hausarbeit

Vor allem wegen des geringeren Umfangs von etwa fünfzehn Seiten sind Hausarbeiten ideal, um herauszufinden, welche Arbeitsweise in Sachen Recherche und Schreiben für einen selbst am besten funktioniert. Das hat den klaren Vorteil, dass man im Ernstfall der unausweichlichen Abschlussarbeit nicht nur genau weiß, was wie und wann gemacht wird, sondern auch, wie lange man dafür braucht. Verhängnisvolle Zeitengpässe entstehen oft dadurch, dass einer der folgenden Punkte unterschätzt wurde:

  • ausreichend Spielraum für eigene Datenerhebungen / Experimente
  • Zeitaufwand für das Binden der Arbeit im Copyshop des Vertrauens
  • genügend Zeit für eigenes Korrekturlesen
  • vorher mit Beta-Leser benötigte Dauer des Korrekturlesens absprechen
  • niemals 100 % der Zeit verplanen, sondern Pufferzone für Notfälle offen lassen

Ob man allerdings nach dem ersten Einlesen mit einer Probe-Gliederung beginnt, bevor man sich der tatsächlichen Recherche stellt, oder die Gliederung erst danach oder sogar parallel zum eigentlichen Schreiben entwirft, ist eine reine Typfrage. So mancher unterteilt die gesamte Arbeit auch lieber in kleinere Themengebiete, die für sich jeweils recherchiert und geschrieben werden, bevor zum nächsten größeren Gliederungspunkt übergegangen wird.

Gefahrlos durch den Recherche-Dschungel

Wer sich dafür entscheidet, während der Recherche zunächst einmal das gesamte relevante Material zu sichten und erst später im Detail durchzuarbeiten, kommt um spezielle Lesetechniken oft nicht herum. Hilfreich sind dabei das kursorische (Überfliegen des Textes) und das diagonale Lesen (Scannen nach Schlüsselwörtern). Bei wissenschaftlichen Arbeiten ist es aber sogar noch effektiver lediglich Einleitung und Fazit eines Textes zu lesen. Dadurch ist in kurzer Zeit klar, wovon der Text handelt und zu welcher Schlussfolgerung der Autor kommt.

Je mehr Quellen sich ansammeln, umso hilfreicher wird eine Liste, in der man zu jedem Text nicht nur bibliografische Angaben, sondern auch eine kurze Inhaltszusammenfassung sowie für die eigene Arbeit relevante Argumente und Fakten auf einen Blick erfassen kann. Essenziell für Hausarbeiten, die maßgeblich auf eigene Datenerhebungen aufbauen, sind frühzeitige Probeanalysen. Darauf zu verzichten kann im schlimmsten Fall bedeuten, mitten in der Hausarbeit in einer Sackgasse zu landen.

… und schließlich kommt das Wort

Gegen das gefürchtete Starren auf das weiße Blatt, während die Blockade vor dem ersten Satz immer größer wird, hilft nur eins: Drauf losschreiben. Statt gleich beim ersten Versuch alles perfekt machen zu wollen, zählt schließlich nur, einen Anfang gefunden zu haben, den man getrost später wieder überarbeiten kann. Je größer die Überwindung des Schreibens, desto hilfreicher ist eine möglichst detaillierte Gliederung, die diese entscheidenden Vorteile mit sich bringt:

  • volle Konzentration auf Inhalt und Ausdruck statt auf Aufbau und Logik
  • Verbannen der Angst, ein wichtiges Detail zu vergessen
  • weniger Korrekturen zum Beispiel bei Überleitungen und dabei entstehenden Fehlern

Entscheidend für den richtigen Schreibstil ist, sich vorab so genau wie möglich über die Vorgaben des eigenen Fachbereichs zu informieren. So kann bei englischsprachigen Hausarbeiten eventuell vorausgesetzt werden, das leserfreundliche “Paragraph Writing” zu beherrschen. Fast in keiner Sprache gern gesehen sind allerdings Wortwiederholungen. Zum Glück gibt es dafür jedoch praktische, kleine Helfer, wie zum Beispiel das Synonym-Wörterbuch von Woxikon.

Jetzt bloß nicht auf der Zielgeraden nachlassen

Auch wenn so mancher Student gleich mit den Augen rollt, kann man es nicht oft genug sagen: Keine Hausarbeit kommt ohne gründliches Korrekturlesen aus. Dazu zählt, dass man selbst das Gesamtkunstwerk mindestens einmal – spätestens beim letzten Lesen vor dem Binden – ausgedruckt vor sich liegen hat. Davor gilt es jedoch, ein Häkchen hinter diese Punkte zu setzen:

  • zwischen dem letzten Satz und kompletter Überprüfung einige Tage vergehen lassen
  • nicht Versuchen auf alle Details (Grammatik, inhaltliche Logik, Zitierweise, Bildunterschriften, etc.) auf einmal zu achten, sondern mehrere Durchgänge einplanen
  • ein zweites Paar Augen in Form eines fachkundigen Freundes zu Rate ziehen

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