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Master: Wieder an die Uni oder ein Fernstudium wagen?

Master Fern-oder-Präsenzstudium

Wer mit dem Bachelorabschluss den Berufseinstieg gewagt hat, kann dank des neuen Hochschulsystems irgendwann doch noch ein Masterstudium absolvieren. Dann stellt sich die Frage: Lieber wieder zurück an die Uni oder berufsbegleitend im Fernstudium zum Master?

Der akademische Grad ist der gleiche, lediglich der Weg dorthin unterscheidet sich. In welchem Studium die Vorteile überwiegen ist letztlich abhängig von Lerntyp, Lebenssituation und natürlich den beruflichen Ambitionen.

Zurück an die Uni, zurück ins Studentenleben

Wer während seines Bachelorstudiums noch nicht genug bekommen hat vom „typischen Studentenleben“, kann dies im Masterstudium weiter voll auskosten. Denn einen klaren Vorteil hat das Präsenzstudium: Der Kontakt zu den Kommilitonen ist sehr viel enger, als dies während eines Fernstudiums möglich ist. Ob Lerngruppen oder Studentenpartys – wer ein Präsenzstudium macht, ist voll dabei. Und der direkte Austausch mit den Kommilitonen kann bei Schwierigkeiten oder in der Prüfungsvorbereitung Gold wert sein. Auch bei den Vorlesungen gilt: Dabei sein ist alles! Oft kann der Stoff besser behalten werden, wenn man tatsächlich dabei ist, den Erklärungen des Professors lauscht und mitschreibt.

Zauberwort „Networking“

Bachelor, die mit ihrem bisherigen Job nicht 100-prozentig zufrieden sind, können das Schicksal der „Generation Praktikum“ auch positiv nutzen. Denn wer während des Masterstudiums die Gelegenheit ergreift, durch Praktika oder Studentenjobs neue Tätigkeitsfelder kennen zu lernen, kann womöglich Alternativen zum bisherigen Arbeitsfeld entdecken.
Das Zauberwort lautet „Networking“: Wer bereits im Master wertvolle Kontakte knüpft, dem eröffnen sich mitunter auch über das Studium hinaus neue Karrierechancen. Auch vertiefende Seminare können die Augen für neue, spannende Tätigkeitsfelder öffnen.

Selbstdisziplin und Motivationsfähigkeit gefragt

Doch Studenten, die bereits berufstätig waren, tun sich mit dem Master im Präsenzstudium mitunter schwer. Der Lebensstandard muss wieder auf Studentenniveau heruntergeschraubt werden, denn zu den Studiengebühren kommen nicht unerhebliche Lebenshaltungskosten.

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Da der Master heute sehr straff organisiert ist und nur wenig Zeit lässt, kann es schwierig sein, studienbegleitend zu arbeiten. Hier ist Organisationstalent und Eigenmotivation gefragt. Wer schon Monate oder Jahre in Vollzeit gearbeitet hat, dem könnte es zudem schwer fallen, im Studium wieder auf den Status eines Praktikanten oder einer studentischen Aushilfe herabzusinken.

Ein weiteres Problem ist mitunter die Präsenzpflicht. Denn befindet sich keine Universität in der Nähe vom Wohnort oder kann der Wunschstudiengang nur weit entfernt studiert werden, muss man lange Anfahrtszeiten in Kauf nehmen oder umziehen.

Kein Master für alle

Ein weiteres Problem: Viele Bachelor bekommen gar keinen Masterplatz, weil ihre Abschlussnote nicht gut genug ist. Im Fernstudium dagegen wird der Bachelorabschluss oft weniger stark bewertet, denn dort spielt die Berufserfahrung als Zugangsvoraussetzung eine größere Rolle.

Unterstützung im Fernstudium

Der große Vorteil eines Fernstudium ist, dass es berufsbegleitend absolviert werden kann. Wer bereits arbeitet und der Belastung durch ein zusätzliches Studium gewachsen ist, kann also seinen Job behalten. Viele Arbeitgeber unterstützen ihre Angestellten sogar während des Fernstudiums durch mehr Freizeit, angepasste Arbeitszeitenregelungen oder eine Beteiligung an den Kosten. Schließlich profitiert auch der Arbeitgeber von den erweiterten Kenntnissen seines Angestellten.

Lernen, wann und wo man möchte

Gerade wenn man weit entfernt von der nächsten Hochschule wohnt und arbeitet, oder beruflich sehr viel unterwegs ist, ist das Fernstudium ein großer Vorteil. Denn gelernt wird immer nur dann, wenn der Terminplan es zulässt. Ob zuhause im Wohnzimmer oder im Zug zur Arbeit – wer ein Fernstudium macht, kann lernen, wann und wo er möchte. Zudem haben Sie die Möglichkeit, Ihr Studium zu unterbrechen, wenn etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt.

Dies kann jedoch auch ein Nachteil sein, denn der Studierende muss sich selber motivieren, sich nach getaner Arbeit noch an Schreibtisch oder Computer zu setzen und sich dem Studium zu widmen. Das Internet bietet hierbei einige Vorteile, so kann im Online-Campus Kontakt zu anderen Studenten hergestellt werden, mit denen man über Prüfungsstoff diskutieren oder sich auch einfach nur austauschen kann.

Berufsbegleitender Master muss nicht länger dauern

Der berufsbegleitende Master im Fernstudium muss noch nicht einmal länger dauern als ein Master im Präsenzstudium. Voraussetzung ist natürlich auch ein erster Studienabschluss mit einer bestimmten Anzahl von ECTS. Außerdem wird oft Berufserfahrung verlangt.

Master im Fernstudium teurer als im Präsenzstudium

Ebenfalls wichtig: Ein Master im Fernstudium ist, was die reinen Studiengebühren betrifft, teurer als ein Master im Präsenzstudium. Allerdings kann er ja berufsbegleitend absolviert werden, so dass der Verdienst während des Studiums im Gegensatz zum Präsenzstudium nicht ausfällt. Zudem gibt es eine Reihe von Fördermöglichkeiten und auch die Möglichkeit, die Studiengebühren steuerlich geltend zu machen.

Die perfekte Kombination: Berufsbegleitender Master im Präsenzstudium

Wenn Sie in der Nähe einer Universität wohnen, die einen für Sie interessanten Studiengang anbietet und Sie die Möglichkeit haben, in Teilzeit zu arbeiten, bietet es sich an, den Masterabschluss berufsbegleitend an einer Universität zu machen. Die Regelstudienzeit verlängert sich dann dementsprechend von vier (in Vollzeit) auf meist acht Semester. Auch für die Zulassung zum Teilzeit-Master kann bereits Berufspraxis nötig sein. Die Seminare können abends unter der Woche, am Wochenende oder blockweise, z.B. einmal monatlich von Donnerstag bis Samstag stattfinden. Dabei fallen “nur” die normalen Studiengebühren an. Der Master an der staatlichen Hochschule ist somit günstiger als an einer privaten Fernschule. Und von ihrem Feierabend müssen Sie sich so oder so verabschieden…

Welchen Master sehen Personalverantwortliche lieber?

Viele Absolventen machen den Master im Präsenzstudium, weil sie denken, dies würde einen besseren Eindruck bei Personalverantwortlichen machen. Dabei wird berufsbegleitende Bildung immer wichtiger, denn sie zeugt von Flexibilität, Eigenmotivation und Belastbarkeit – Soft Skills, die in der heutigen Arbeitswelt eine entscheidende Rolle spielen.

Auch Personalverantwortliche erkennen, dass die Nachfrage nach berufsbegleitenden Masterstudiengängen mit dem Bachelor als berufsqualifizierendem Studienabschluss steigt.

Letztlich ist ein Master ein Master, egal, ob er im Fernstudium oder im Präsenzstudium gemacht wird. Auch ein Master im Fernstudium muss akkreditiert werden, dabei gelten die gleichen Voraussetzungen wie beim Präsenzmaster. Sollten Personalverantwortlichen Vorurteile gegen ein Fernstudium haben liegt es an Ihnen, diese im Gespräch zu entkräften.


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