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Sinn und Zweck der Vorschulen

Vorschule

Vorschulen sollen Kinder gezielt auf die Anforderungen in der Grundschule vorbereiten. Neben speziellen Vorschulen wird die Vorschulerziehung immer häufiger auch von Kindergärten durchgeführt.

Vorschulen gibt es in Deutschland derzeit kaum noch. Ursprünglich waren sie als erste schulische Instanz zwischen Kindergarten und Grundschule gedacht, um Kinder auf die zukünftigen schulischen Leistungen vorzubereiten. Eine Vorschule stellt durchaus ein sinnvolles Angebot dar, um den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule zu erleichtern.

So werden Kinder in der Vorschule spielerisch an die neue Herausforderung herangeführt, über einen längeren Zeitraum hinweg an einem Tisch zu sitzen und konzentriert eine Aufgabe zu bearbeiten. Und vor allem Kinder, die mit dem 6. Lebensjahr noch nicht die nötige Schulreife erlangt haben, bekommen in der Vorschule eine gezielte und gesonderte Förderung. Auch die Benachteiligung von Kindern, etwa durch die soziale Herkunft, soll mit dem Besuch von Vorschulen abgebaut werden.

Angebote der Vorschule in den einzelnen Bundesländern

Da die Bildungspolitik in Deutschland Ländersache ist, gibt es auch im Bereich der Vorschule in jedem Bundesland andere Angebote. Im Folgenden wird die unterschiedliche Handhabung von Vorschulen an einigen Beispielen erläutert.

  • Berlin

In Berlin bereitet vor allem die Sprachproblematik bei Kindern mit Migrationshintergrund Schwierigkeiten in der Grundschule. Deshalb wurde hier im Jahr 2005 das sogenannte „Gesetz zur vorschulischen Sprachförderung“ erlassen. Dieses besagt, dass Kinder ein Jahr vor dem Besuch der Grundschule einen Test absolvieren müssen, bei dem erhoben wird, auf welchem sprachlichen Niveau sie sich befinden. Falls bei diesem Test sprachliche Defizite festgestellt werden, können die Kinder an einer gezielten Förderung teilnehmen, die in einer Tageseinrichtung der Jugendhilfe stattfindet. Informationen dazu gibt es beim zuständigen Schulamt.

  • Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es kein explizites Angebot für eine Vorschule. Allerdings verbleiben Kinder, die mit dem 6. Lebensjahr noch nicht die angemessene Schulreife erlangt haben, nicht ein weiteres Jahr im Kindergarten, sondern können in speziellen Förderklassen an der Grundschule gezielte Unterstützung erfahren. Dabei werden neben sprachlichen Kompetenzen auch soziale, graphomotorische und kognitive Fähigkeiten gefördert. Im Anschluss an das Jahr in der Förderklasse kann dann die reguläre Einschulung an der Grundschule stattfinden.

  • Hamburg

Hamburg ist das einzige Bundesland, in dem es noch ein breites Angebot an Vorschulen gibt. Diese befinden sich in der Regel an Grundschulen, bieten aber einen anderen Unterricht als die erste Klasse der Grundschule. Schulpflichtige Kinder, die noch nicht schulreif sind, werden in die Vorschule aufgenommen. Das Modell ähnelt also dem in Baden-Württemberg, in Hamburg gehört es allerdings zum Standardangebot.

Andere Hilfestellungen für den Übergang in die Grundschule

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Wenn der Übergang an die Grundschule Probleme bereitet, ist nicht in allen Fällen der Besuch einer Vorschule nötig. Viele Kinder brauchen einfach einige Zeit, um sich in der Schule einzufinden und sich an die neuen Anforderungen zu gewöhnen. Dabei können sowohl die Eltern als auch die Grundschulen einige Hilfestellungen geben. So soll zum Beispiel im 1. Schuljahr eine spielerische Heranführung an die Lernumgebung stattfinden.

In manchen Schulen gibt es auch das sogenannte ‚Patenprogramm‘. Dabei lernen die Schüler der 1. und 2. Klasse zu Beginn des neuen Schuljahres gemeinsam. So sollen die Kleinen von den “Großen” abgucken können, wie das ‚mit der Schule so funktioniert‘. Außerdem können die Großen die Fragen der Kleinen vielleicht zufriedenstellender beantworten als das Erwachsene könnten. Oft hilft es auch, wenn sich die Eltern schon zu Beginn des Schuljahres mit ihrem Kind die Schule ansehen. Angebote wie der ‚Tag der offenen Tür‘ eignen sich hierfür besonders gut.


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