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Das passende Trainee-Programm finden

Trainee-Programme sind mindestens so vielseitig wie die Unternehmen selbst. Branche, Unternehmensorganisation-, -kultur und –ziele sowie entsprechende Vakanzen bestimmen die Ausrichtung und Gestaltung der Nachwuchsförderung. Doch woran erkennen Absolventen ein hochwertiges Trainee-Programm? Und wie finden sie die für sich passende Trainee-Ausbildung?

Konzern vs. Mittelstand – eine Typfrage

Trainee-Programme bieten viele Vorteile – sowohl für Berufseinsteiger als auch für die Unternehmen selbst. Deshalb sind es längst nicht mehr nur Konzerne, die Trainees ausbilden. Auch Unternehmen aus dem Mittelstand verstehen zunehmend das Potential einer solch gezielten Nachwuchsförderung.

Doch, soviel sei bereits verraten: Die Unternehmensgröße gibt nicht automatisch Aufschluss über die Qualität des Trainee-Programms. So ist es immer auch abhängig vom Charakter und den Bedürfnissen des Absolventen, bei welcher Art von Trainee-Programm er sich wohlfühlt. Beispielsweise gibt es Kandidaten, die ein eher gering bezahltes Trainee-Programm vorziehen, weil es ihnen viel Handlungsspielraum bietet. Auf der anderen Seite gibt es Absolventen, die auf Biegen und Brechen in einem Konzern anheuern möchten, schon allein wegen der Referenz im Lebenslauf.

Um herauszufinden, welche Form der Trainee-Ausbildung für einen selbst am geeignetsten erscheint, sollte man sich zunächst überlegen, was man vom Berufseinstieg erwartet. Zu diesem Zweck kann es helfen, sich folgende Fragen zu stellen: Brauche ich feste Strukturen oder will ich Strukturen schaffen? Wie viel Verantwortung möchte ich übernehmen? In welchem Bereich möchte ich mich spezialisieren? Will ich im operativen Geschäft tätig sein oder später eine Führungsposition übernehmen? In welchem Unternehmensumfeld möchte ich arbeiten? Und möchte ich jeden Tag in Anzug und Krawatte im Büro sitzen oder auf keinen Fall auf kurze Hosen und Sneakers verzichten?

Die Nadel im Heuhaufen finden

All diese Fragen zielen darauf ab, die Richtung des eigenen Karrierewegs klarer einzugrenzen. Ist es der Konzern mit eher festen Strukturen oder doch eher das mittelständische Unternehmen mit mehr Freiheiten? Vielleicht führt die Beantwortung dieser Fragen auch zu der Erkenntnis, dass ein Direkteinstieg doch geeigneter scheint als eine Trainee-Ausbildung. Aber auch das bringt einen bei der Jobsuche voran.

Hat man sich für die Trainee-Ausbildung entschieden, gilt es nun, passende Programme zu finden. Trotz aller Unterschiede gibt es bestimmte Richtlinien, anhand derer man sich bei der Suche nach dem richtigen Trainee-Programm orientieren kann. So sollte die Trainee-Ausbildung immer auf eine längerfristige Zusammenarbeit zwischen den Berufseinsteigern und dem Arbeitgeber ausgelegt sein. Gerade in größeren Unternehmen ist es deshalb üblich, gleich mit Beginn der Trainee-Ausbildung einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu erhalten. Üblicherweise gibt es zwei Richtungen, in die man sich als Trainee entwickeln kann: Die Experten- und die Managementfunktion. Unabhängig davon, für welchen Weg man sich entscheidet, sollte innerhalb des Trainee-Programms eine Art ‚Job-Rotation’ stattfinden, sodass man nicht nur seinen eigenen Fachbereich, sondern auch angrenzende Abteilungen kennenlernt.

Weitere wichtige Bestandteile eines Trainee-Programms sind die fachlichen und individuellen Weiterbildungsmaßnahmen, die zusätzlich zum sogenannten Training „on-the-job“ angeboten werden sollten sowie die Betreuung durch erfahrene Mentoren. Ebenso sollte es eine faire, branchenübliche Vergütung geben und das Unternehmen sollte bestrebt sein, die eigene Trainee-Ausbildung stetig zu evaluieren und zu verbessern. Im Idealfall geschieht dies in Zusammenarbeit mit den Trainees als wichtige Inputgeber.

Schwarze Schafe erkennen

Wie fast überall im Leben gibt es sie auch unter den Trainee-Programmen: Die sogenannten „Schwarzen Schafe“. Man erkennt sie daran, dass das Unternehmen weder eine klare Zielposition in Aussicht stellt, noch einen Ausbildungsplan vorgibt.

Übernimmt man als Trainee eher stupide Aufgaben ohne großes Entwicklungspotential, handelt es sich wohl eher um ein besser bezahltes Praktikum als um ein hochwertiges Trainee-Programm. Ob dies der Fall ist, findet man als Kandidat ziemlich rasch durch gezieltes Nachfragen heraus. Deshalb sollte man die Bewerbungsphase in jedem Fall nutzen, auch selbst Fragen ans Unternehmen zu stellen. Nur so kann man herausfinden, ob das jeweilige Trainee-Programm zu einem passt oder ob man andere Vorstellungen vom Berufseinstieg hat.

Orientierung im Trainee-Dschungel

Um Absolventen bei der Suche nach fairen Trainee-Programmen zu unterstützen, hat die Jobbörse Absolventa die Trainee-Auszeichnung ins Leben gerufen. Diese Auszeichnung für karrierefördernde und faire Trainee-Programme wird an Unternehmen verliehen, die mit ihren Trainee-Programmen die Anforderungen an eine qualitative Trainee-Ausbildung erfüllen. Somit finden Absolventen auf einen Blick zahlreiche Unternehmen, die hochwertige Trainee-Programme anbieten.

Eine weitere Orientierungshilfe stellt die Trainee-Datenbank dar. Hier werden zahlreiche Trainee-Programme – vorwiegend aus dem deutschsprachigen Raum – aufgeführt und detailliert beschrieben. So erhalten Interessenten einen Überblick über die verschiedenen Einstiegsmöglichkeiten bei Unternehmen – und stoßen dabei vielleicht auch auf den einen oder anderen Mittelständler, den sie vorher noch nicht kannten, der jedoch ein tolles Trainee-Programm anbietet.

Der Weg ist das Ziel

Egal ob großes oder kleines Unternehmen – Trainee-Programme stellen eine attraktive Einstiegsmöglichkeit für Hochschulabsolventen dar. Um das passende Programm zu finden, sollte man sich darüber im Klaren sein, was man selbst von einem Trainee-Programm erwartet. Dann ist der erste Schritt auf dem Karriereweg bereits geschafft.


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