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Stipendiendschungel: Die Suche nach der passenden Förderung

Studenten haben verschiedenen Möglichkeiten ihr Studium zu finanzieren. Viele Eltern unterstützen ihre Kinder während der Studienzeit. Doch wer nicht aus einem wohlbetuchten Elternhaus kommt, muss sich den Lebensunterhalt während der Ausbildungszeit mit anderen Mitteln sichern.

Ein Stipendium ist dafür eine ideale Möglichkeit – nicht nur für Studenten mit 1,0er Abitur. Aktuell werden rund drei Prozent der Studenten in Deutschland mit einem Stipendium gefördert, mittelfristig sollen es zehn Prozent werden. Doch welche Stipendien gibt es eigentlich für Studenten und welche Voraussetzungen müssen Bewerber erfüllen?

Wer vergibt Stipendien – Förderung der “Großen” im Überblick

Die zwölf Begabtenförderungswerke stellen neben dem BAföG die wichtigste Säule der staatlichen Studienförderung dar und sehen sich zur “Förderung leistungsfähiger Verantwortungseliten Deutschlands” verpflichtet.

Mit dem Stipendium Plus unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Begabtenförderungswerke, unter ihnen die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Cusanuswerk, die Friedrich-Ebert-Stiftung oder die Heinrich-Böll-Stiftung. Die finanzielle Förderung der Begabtenwerke ist abhängig vom Einkommen der Eltern und richtet sich nach dem BAföG-Satz.

Neben der finanziellen Unterstützung, setzen die Begabtenförderungswerke, je nach politischer, sozialer oder kultureller Ausrichtung, auf die immaterielle Förderung der Stipendiaten. Gewerkschaften fördern begabte Studenten durch die Hans-Böckler-Stiftung und Unternehmen durch die Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Die Studienstiftung des deutschen Volkes fördert junge, motivierte Studenten. Sie stellt mit mehr als 10.500 Stipendiaten derzeit das größte deutsche Begabtenförderungswerk dar und wird deutschlandweit als das renommierteste Förderwerk angesehen.

Seit dem Sommersemester 2011 fördert die Bundesregierung den talentierten Nachwuchs in Deutschland mit dem „Deutschlandstipendium“. Die mit 300 Euro/Monat dotierten Stipendien, werden jeweils zur Hälfte durch Mittel aus dem Bundeshaushalt und durch Partner aus der Wirtschaft finanziert. Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt über die jeweilige Hochschule welche auch das ideelle Förderprogramm für die Stipendiaten ausarbeitet. Mit dem neuen Stipendienprogramm sollen 2011 bis zu 10.000 Studierende gefördert werden.  Doch wie findet man als Student, das für sich passende Stipendium? Eine Übersicht über die staatlichen Begabtenförderungswerke und ihre Ausrichtungen bietet das Insider-Dossier “Der Weg zum Stipendium“. Mit Expertentipps und authentischen Erfahrungsberichten, finden interessierte Studenten alle nötigen Informationen zum Bewerbungsverfahren.

Einen guten Überblick über verschiedene Fördermöglichkeiten bietet auch die Stipendien-Datenbank von e-fellows.net. Interessenten können hier aus knapp 900 Einträgen von 450 Stiftungen, Hochschulen und anderen Institutionen wählen. Neben Stipendien für Studium und Auslandsaufenthalte finden sich auch Fördermöglichkeiten für Sprachkurse, Forschungsprojekte oder Abschlussarbeiten in der Datenbank. Die Nutzung ist kostenfrei und ohne Registrierung möglich. Um die Erfolgschancen der Stipendiumsbewerbung zu steigern, sollte man sich schon bei der Suche fragen, ob man die Werte der jeweiligen Stiftung oder Organisation teilt.

Stipendien der “kleineren” für besonders engagierte Studenten

Eine Alternative zu leistungsbezogenen Stipendien der großen Begabtenförderungswerke, können auch Stipendien von kleineren Organisationen oder Stiftungen sein. Hier zählen soziales, politische oder kulturelles Engagement häufig mehr als Studienleistungen und gute Noten. Oftmals unterstützen die kleinen Stiftungen und Vereine bestimmte Studentengruppen, bspw. Studenten einer bestimmten Fachrichtungen oder Studenten mit Migrationshintergrund. Vereinzelnd werden Stipendien auch nur lokal oder regional vergeben. Für Studenten bedeutet das: Augen auf, nachfragen und recherchieren! Speziell fach- oder regionalspezifische Stipendien sind nicht bekannt, folglich gibt es für diese Stipendien weniger Bewerber.

Auch Teil- oder Projektstipendien können für Studenten interessant sein. Teilstipendien tragen zwar nicht die gesamten Lebenshaltungskosten aber entlasten Studenten mit einem finanziellen Zuschuss. Der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds vergibt deutschlandweit die meisten Teilstipendien. Projektstipendien fördern eine Idee oder ein Projekt des Bewerbers. Das kann z.B. eine Abschlussarbeit, ein kulturelles Event oder ein Freiwilligenprojekt sein. Bewerber müssen nicht zwangsläufig Studenten sein, sondern sich für ihr Projekt engagieren. Speziell für Teil- oder Projektstipendien lohnt es sich, sehr sorgfältig zu recherchieren, um weniger bekannte Förderprogramme zu finden.

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Neben den zahlreichen finanziellen Stipendien, unterstützen viele Organisationen und Vereine Studenten mit einer rein immateriellen Förderung. Stipendiaten können zum Beispiel Zugang zu einer wissenschaftlichen Datenbank oder kostenfreie Lehrgänge erhalten. Auch die Teilnahme an Mentorenprogrammen kann Bestandteil einer rein immateriellen Förderung sein. Dabei steht der Mentor Stipendiaten bei Fragen zum Studium und Berufseinstieg zur Verfügung und bietet Anschluss an sein berufliches und/oder persönliches Netzwerk.

Unterstützung für Auslandsaufenthalte

Für einen Studienaufenthalt im Ausland gibt es verschiedene Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Erste Anlaufstelle für die Förderung eines Auslandsaufenthalts sind der Deutscher Akademischer Austausch Dienst und das ERASMUS-Programm der europäischen Kommission. Andere Förderer, wie zum Beispiel die Haniel-Stiftung oder die Fulbright-Kommission, vergeben eine länderspezifische Förderung oder unterstützen besondere Studienvorhaben im Ausland.

Eine ausführliche Recherche im Internet sowie in der Fachliteratur lohnt sich auf jeden Fall, um das passende Stipendium ausfindig zu machen. Auch die Universität, die Gemeinde, der Verein oder der Bekanntenkreis kann dabei als Anlaufstelle dienen. Vor der Bewerbung sollte man passende Förderer identifizieren. Zentrale Fragen hierbei sind: „Hinter welchen Werten stehe ich?“ und „Welche Interessen möchte ich vertreten?“. Je präziser die Antworten definiert sind, desto leichter fällt die Suche nach einer passenden Stiftung oder Organisation.


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