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Tschüss Grundschule! Tipps für den Übergang in die weiterführende Schule

Tipps für die weiterführende Schule

Neue Fächer, neue Kinder und ganz andere Maßstäbe. Egal, ob Ihr Kind auf das Gymnasium, die Real-, Haupt- oder Gesamtschule geht – mit dem Übergang in die fünfte Klasse ändert sich alles. Wir geben Tipps, wie Sie Ihrem Kind bei der Eingewöhnung an der neuen Schule helfen.

Der Abschied von der Grundschule ist für Kinder ein einschneidendes Ereignis. War die Grundschule noch überschaubar, finden sie sich nun plötzlich an einer riesigen Schule voller älterer Kinder wieder. Von den „Größten“ in der vierten Klasse werden sie in der fünften Klasse wieder zu den „Kleinsten“. Und die Kinder aus der Nachbarschaft, die zuvor die gleiche Klasse besuchten, sind vielleicht auf einer anderen Schule – statt dessen treffen Ihre Zöglinge auf lauter neue Kinder aus anderen Stadtteilen.

Auch die Schultage werden plötzlich länger. Aus den vier bis sechs Stunden können auch mal sieben werden, der Weg ist meist weiter und ganz neue Fächer stehen auf dem Stundenplan.
Beim Übergang in die weiterführende Schule ist die Hilfe der Eltern besonders wichtig. Miteinander reden, statt Druck aufzubauen, Mut machen, statt bei Eingewöhnungsschwierigkeiten dem Kind die Schuld zu geben. Wir haben weitere Tipps für Sie zusammengestellt.

Nutzen Sie Schnuppertage, um die neue Schule kennenzulernen

Meistens finden schon vor den Sommerferien Kennenlerntage statt, an denen die zukünftigen Fünftklässler Lehrerinnen und Lehrer und auch die Mitschülerinnen und Mitschüler treffen können. Spielerisch werden hier erste Kontakte geknüpft. Gleichzeitig gibt es auch für Sie die Möglichkeit die neue Schule zu erkunden.

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Weiterführende Schulen sind meist auch weiter vom Elternhaus der Kinder entfernt. Deshalb ist es besonders wichtig, den Schulweg schon vor Schulbeginn zu üben. Die Sommerferien sind eine gute Gelegenheit dazu. Vielleicht gibt es ja auch in der Nachbarschaft andere Kinder, die den Weg zusammen nehmen können?

Ranzen oder Rucksack?

Mit dem Eintritt in die weiterführende Schule wächst auch die „Coolness“ der Kleinen. Klar, dass da ein cooler Rucksack den kindischen Ranzen ersetzen soll. Seien Sie unbesorgt: Anders als die Schultaschen von früher sind die Rucksäcke heute eine rückenschonende Alternative. Der Kauf eines guten Rucksacks lohnt sich in der Regel und er hält auch mehrere Jahre. Die Kinder sollten möglichst mitbestimmen, was sie gern haben möchten, denn nichts ist unangenehmer als mit einer unerwünschten Tasche zur Schule gehen zu müssen.

Unterrichtsmaterialien früh genug kaufen

Die meisten Schulen geben bereits vor den Ferien eine Liste aus, auf der angegeben ist, was alles im neuen Schuljahr benötigt wird. Gerade beim Übergang in die weiterführende Schule kann hier für die neuen Fächer einiges hinzukommen. Kaufen Sie die Sachen möglichst nicht in letzter Minute, denn dann sind gängige Sachen oft schon ausverkauft. Um die Kinder zu einem selbstständigen Handeln zu erziehen können Sie ruhig in den Prozess der Einkaufens miteinbezogen werden. Sie sollten zwar immer noch begleitet, aber dennoch selbst verantwortlich für den ordnungsgemäßen Zustand der Materialien sein. Die Zeiten, in denen die Eltern abends die Tasche packen, sollten mit der weiterführenden Schule endgültig vorbei sein.

Der erste Schultag an der weiterführenden Schule

Die meisten Schulen gestalten die Aufnahme recht feierlich. Ein bis zwei Personen sollten als Begleitung dazu mitkommen. Gestalten Sie den Tag ein wenig besonders. Das kann das Lieblingsessen sein oder auch eine kleine Aufmerksamkeit – vielleicht das passende Schlampermäppchen oder ein neuer Füller, ein Buch, Lieblingsmusik, ein lang ersehntes Kleidungsstück oder etwas anderes. Zum Essen zu Mittag oder Abend sollte es das Wunschessen der Hauptperson geben.

Zuhören

An der weiterführenden Schule erfahren und erleben Kinder eine Menge neuer Dinge. Dezentes Nachfragen ist da in Ordnung, aber kein Nachbohren. Sie sollten sich die Zeit nehmen, sich anzuhören, was Ihr Kind erlebt hat, was es bewegt und was es Neues erlebt hat. Kommentieren Sie nicht alles, sonst verstummen die Kinder sehr schnell und berichten nicht mehr, was sie bewegt.

Lehrinhalte

Während in den Grundschulen möglichst so gearbeitet wird, dass die Fächer ineinandergreifen, ist das an der weiterführenden Schule nun nicht mehr der Fall. Das bedeutet Stress. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich in der Regel 45 Minuten mit einem Thema beschäftigen, es dann ausblenden und mit einem neuen beginnen. Da kann man nicht immer und permanent in jedem Fach auf der Höhe sein.

Unterstützt werden können die Kinder dadurch, dass Sie die Inhalte, mit denen sie im Unterricht konfrontiert werden, in den Alltag integrieren. Das bedeutet keinesfalls, dass der Schulunterricht am Nachmittag fortgesetzt werden soll. Statt dessen können Inhalte praktisch aufgearbeitet werden. Fernsehsendungen, Internetrecherchen, Bücher zu den Themen der Nebenfächer oder zu den Inhalten, die in den Hauptfächern behandelt werden, können die Inhalte wesentlich interessanter gestalten als das mehrfache Wiederholen im Schulbuch.

Frühstück / Essen

Viele Kinder müssen nun deutlich eher das Haus verlassen, als zuvor – da wird es mit dem Frühstück oft sehr knapp. Ein Tipp: Obst, Gemüse und etwas zu trinken sind einfacher und schneller zu essen als zum Beispiel Brote. Wer morgens wenig isst, sollte sich etwas für den Vormittag mitnehmen. Beachten Sie dabei, dass die Schultage Ihres Kindes jetzt sehr viel länger werden als bisher. Deshalb ist es sinnvoll, mehrere verschiedene Portionen Essen mitzugeben, z. B. ein Brot, ein Stück Obst und etwas zu trinken. Viele Schulen bieten inzwischen auch gute Verpflegung an, die weit über den Verkauf von Süßigkeiten in der Pause hinausgeht.

Lehrerinnen und Lehrer

Die Lehrerinnen und Lehrer an den weiterführenden Schulen sind anders als die, die Ihre Kinder von der Grundschule kennen. Die Distanz ist wesentlich größer, auch fühlen sich die Lehrerinnen und Lehrer nicht mehr so zuständig für die Kinder, was einfach an dem Fächerprinzip liegt. Natürlich müssen die Kinder im Alter von 10 Jahren nicht mehr so sehr umsorgt werden, wie in der Grundschule, sondern lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.

Eltern müssen sich nicht in den ersten Wochen bei allen Lehrern vorstellen. Es reicht aus, dazu die Elternsprechtage zu nutzen. Allerdings ist es auch an diesen Tagen oft nicht zu schaffen, alle Lehrer aufzusuchen. Das ist aber gar nicht wichtig – nur dann, wenn es Probleme gibt.

Die Kinder werden nicht alle Lehrer mögen. Hier ist es wichtig, ihnen deutlich zu machen, dass man nicht alle Menschen mögen muss, es aber wichtig ist, mit allen auszukommen. Manchmal muss man auch gewisse Marotten akzeptieren und hinnehmen.

Hausaufgaben

Die Bearbeitung der Hausaufgaben ist sehr wichtig. Hierzu sollten die Kinder ein Hausaufgabenheft besitzen, in das sie alle Hausaufgaben eintragen können.

Heftführung

Jeder Lehrer hat seine eigenen Ansprüche an die Führung der Hefte. Mal werden Hefte und mal Mappen gewünscht – aber sehr oft werden diese einmal im Vierteljahr bis zu einmal im Halbjahr kontrolliert und gerade die Schülerinnen und Schüler, die eher etwas ruhiger im Unterricht sind, können durch eine gute Heftführung positive Punkte sammeln. Zeigen Sie Ihren Kindern, wie man etwas verbessern kann – Sie sollten die Mappen jedoch nicht für die Kinder führen oder nacharbeiten!

Probleme

Schwierigkeiten gibt es immer wieder. Das können Probleme mit dem Schulweg sein, es kann passieren, dass die Kinder sich geärgert fühlen, wirklich geärgert werden, dass sie Probleme haben oder dass sie mit den Aufgaben nicht klarkommen. Auch hier gilt es, den Kindern gut zuzuhören, sich Zeit für sie zu nehmen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Eventuell kann in einem solchen Fall der Klassenlehrer eingeschaltet werden.

Schulprobleme sind nicht so selten, wie viele Eltern glauben. An vielen Schulen wird dem durch gezielte Nachhilfe von älteren Schülerinnen und Schülern entgegengewirkt. Oft hilft es, wenn der Lernstoff noch einmal von anderen erklärt wird.

Erwartungen nicht zu hoch setzen

Für die Kinder ist es extrem  wichtig, dass sie merken, „ich muss etwas tun!“ Andererseits darf kein großer Druck ausgeübt werden. Kinder die bei einem „Befriedigend“ schon in Tränen ausbrechen, sind definitiv einem zu hohen Erwartungsdruck ausgesetzt. Eltern sollten sich in einem solchen Fall an ihre eigene Schulzeit erinnern – auch sie haben Fehler gemacht und es gibt sogar Fälle, in denen Zensuren einfach ein falsches Bild widerspiegeln!

Spaß

Auch das ist ein wichtiger Aspekt, der neben der Schule nicht vergessen werden sollte. Es ist extrem wichtig, dass die Kinder einen Ausgleich haben. Sportvereine bieten viele Möglichkeiten, Musikschulen und andere Freizeitbeschäftigungen (sofern es nicht zu viele sind), sind sinnvoll. Ihre Kinder müssen auch mal abschalten können. Und: Es muss auch Zeit für Freunde sein!


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