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Tipps für Unternehmer: Wie meistern Sie den Wiedereinstieg nach der Krise?

Je länger die Corona-Krise andauert, desto mehr tritt für viele Unternehmen der Begriff des „Krisenmanagements“ in den Vordergrund. Abhängig davon, wie hart ein Betrieb von den Beschränkungen betroffen ist, verstärkt sich der Druck auf die jeweilige Geschäftsleitung. Diese muss entsprechend über Maßnahmen nachdenken, die gewährleisten, dass die Firma gestärkt aus der Krise hervorgeht. In einigen Branchen fällt dies nun deutlich leichter als in anderen. Der Gastronomie- und Automobilsektor beispielsweise verbuchen Rekordverluste. Für in diesen Bereichen tätige Unternehmen ist es beinah unmöglich, diese durch Innovationen, Ideen oder neue Konzepte in Gänze abzufedern. Hier steht nun mal der direkte Kundenkontakt im Vordergrund und dieser wird durch die Kontaktbeschränkungen massiv erschwert. Geschäftsmodelle, die aber den digitalen Bereich einbeziehen oder auf Lieferdienste setzen, erweisen sich als extrem krisenbeständig.

Für ein Unternehmen stellt sich nun also die Frage, wie es die Krise für sich nutzen kann und – insbesondere, wenn es in einer der massiv betroffenen Branchen tätig ist – wie lange diese noch andauert. Auch der Einstieg will nämlich geplant sein, damit Betriebe diesen strukturiert angehen können. Wie meistern Sie als Unternehmer also den Wiedereinstieg? In die Antwort auf diese Frage lohnt es sich, etwas Zeit zu investieren.

Bereiche, auf die Sie sich fokussieren sollten:

Beschleunigung interner Prozesse:

Mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens sollten Sie sich Zeit nehmen, um Ihre internen Arbeitsprozesse zu optimieren. Insbesondere in Zeiten, in denen es gilt, den Kontakt zu anderen zu meiden, kann dies Vorteile mit sich bringen. Schließlich arbeiten mittlerweile viele Menschen im Homeoffice, um die Gefahr zu minimieren, sich beim Kontakt mit anderen anzustecken. Dies setzt eine gute Vernetzung von Geschäftsstellen und Mitarbeitern voraus, denn nur so können Sie eine lückenlose Kommunikation gewährleisten. Neben Tools, die Kommunikationswege verkürzen, sollten Sie daher auch solche einsetzen, die sämtliche organisatorischen Strukturen überarbeiten.

Dies können beispielsweise ERP-Systeme leisten. Eine ERP-Software deckt sämtliche Geschäftsbereiche ab:

  • Projektmanagement
  • Mitarbeiterverwaltung
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Forschung und Entwicklung
  • Produktionssteuerung
  • etc.

und fasst sie in einem System zusammen. Somit vernetzt es Geschäftsstellen, ‑bereiche sowie Personen und verkürzt Arbeitswege. Sämtliche wichtigen Daten und Informationen können Sie auf diese Weise zentral abspeichern. Wenn Sie ein solches System einführen, kann Ihnen das also viel Arbeit und Zeit ersparen.

Besonders gut eignet sich ein ERP-Cloud-System, um auf die Herausforderungen der Corona-Krise zu reagieren. Cloud-Systeme ermöglichen es Usern nämlich, von praktisch jedem Standort aus auf gespeicherte Daten zuzugreifen – falls dort eine stabile Internetverbindung besteht. Das kann die Arbeit im Homeoffice enorm erleichtern.

Marketing:

Marketing gehört zu den Geschäftsbereichen, die immer wichtiger werden. Mittlerweile geht es schließlich darum, neue Wege auszumachen, wie Werbung potenziellen Kunden zu Hause erreicht.

Die Menschen halten sich nur noch in Ausnahmefällen draußen auf, wo sie durch klassische Offline-Werbung erreichbar sind. Marketingmaßnahmen sollten sich also darauf konzentrieren, sie durch Werbemittel anzusprechen, die standortunabhängig wirken.

Neben Fernseh- und Radiowerbung, mit der Sie auf Ihre Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam machen können, ist daher Online-Werbung für Sie besonders interessant. Erfolgreiche Werbung kann nicht nur unmittelbar Ihre Verkaufszahlen steigern – sofern Sie über Möglichkeiten verfügen, Ihre Kunden zu Hause zu beliefern – Sie können durch sie auch optimale Startbedingungen für die Zeit nach der Krise schaffen. Die Kauflust von Kunden lässt sich beispielsweise anheizen, indem Sie sie durch gezieltes Marketing auf Verkaufs- oder Rabattaktionen aufmerksam machen. Auch neue Produkteinführungen können sie ankündigen, die in den Zeitraum nach der endgültigen Aufhebung der Beschränkungen fallen. Ihre Kreativität ist gefragt.

Im Bereich des Online-Marketing können Sie auf ganz verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen.

  • Social Media: Die sozialen Medien bilden einen guten Ansatzpunkt, um insbesondere jüngere Generationen zu erreichen. Facebook, Instagram oder Twitter sind Plattformen, die täglich Millionen von Usern nutzen, um Inhalte zu verbreiten. Ob Sie nun direkt Anzeigen schalten lassen oder etwa Influencer bezahlen, die auf Fotos oder im Rahmen von Videos für Ihre Produkte werben – die Hauptsache ist, dass Sie online präsent sind.
  • Firmen-Website: Niemand sollte die Wirkung einer Firmenwebsite unterschätzen. Über diese erreichen Sie in erster Linie Kunden, die bereits auf Sie aufmerksam geworden sind und sich nun informieren wollen. Es ist daher wichtig, dass Ihre Website durch ein Höchstmaß an Professionalität und Kreativität besticht. Sie sollte gut strukturiert sein, sodass Besucher sich orientieren können und einen schnellen Überblick über die Produkte ermöglichen, die Sie bewerben wollen. Auch Ihre Unternehmensphilosophie spielt eine Rolle, da Konsumenten immer bewusster Firmen auswählen, die Ihnen allgemein sympathisch erscheinen. Sie sollten diese daher klar kommunizieren und herausstellen, inwiefern sie sich positiv auf Produktionsmethoden, Arbeitsbedingungen etc. auswirkt.

Falls Sie also durch die Corona-Krise unter einer Auftragsflaute leiden und nicht wissen, was Sie mit der zusätzlichen Zeit anfangen sollen, die Sie dadurch gewonnen haben: Arbeiten Sie an Ihrer Online-Präsenz!

Lieferdienste:

Wie bereits erwähnt, profitieren in erster Linie solche Firmen von der Krise, die sich darauf spezialisiert haben, Kunden zu Hause zu versorgen. Amazon zählt beispielsweise zu den großen Gewinnern. Auch Sie sollten sich dieses Geschäftskonzept zunutze machen.

Ein Lieferservice erleichtert es Ihnen nicht nur in Zeiten der Corona-Epidemie, Käufer zu erreichen, auch mit Blick auf die Wochen und Monate nach Aufhebung der Beschränkungen gewinnt er an Bedeutung. Schließlich wird sich der Betrieb nicht auf einen Schlag normalisieren, sobald der Virus eingedämmt wurde.

Eine gewisse Verunsicherung und Angst, sich zu infizieren, beeinflusst wahrscheinlich noch lange danach die Kaufbereitschaft potenzieller Kunden. Obwohl ein Lieferservice mit zusätzlichen Kosten verbunden ist – Sie müssen Fahrzeuge erwerben und Fahrtkosten berechnen – wird sich der Mehraufwand daher auf lange Sicht für Sie lohnen.

Fazit:

Auch die Herausforderungen der Corona-Krise können Sie meistern, sofern Sie über die nötige Flexibilität verfügen. Chancen bieten sich in vielen Bereichen, die unmittelbar auf die Wünsche der Kunden reagieren – und momentan steht nun einmal der Wunsch im Vordergrund, die eigenen vier Wände so selten wie möglich verlassen zu müssen. Darauf muss jeder Betrieb, der nicht massive Auftragseinbußen in Kauf nehmen möchte, so gut es geht reagieren.


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