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Ein Start-up neben dem Studium? Folgende Finanzierungsmöglichkeiten bieten sich an

Ein Studium bringt viele neue Erfahrungen mit sich. Paaren sich diese Erkenntnisse mit Impulsen der eigenen Kreativität, kann daraus eine einzigartige Geschäftsidee entstehen. Wie für Start-ups üblich benötigt man hierzu primär drei Ressourcen: Zeit, Durchsetzungskraft und Geld. Gerade jedoch die Finanzierung gestaltet sich während der Studienzeit meist noch schwer. Um dagegen zu wirken, bestehen verschiedene Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung.

Mit Eigenkapital in die Selbstständigkeit

An guten Ideen mangelt es Studenten nicht, doch wenn die erste Priorität erstmal die eigene Hauskasse ist, bleibt oftmals nicht viel für gewagte Projekte übrig. Daneben sind sich viele Gründer der diversen Finanzierungsmöglichkeiten meist nicht bewusst. Lexrocket bietet hierzu einen kostenlosen Fördermittel-Finder, der entsprechend der eigenen Bedürfnisse passende Möglichkeiten ermittelt.

Der erste Gedanke sollte auf den nahen Freundeskreis und die Familie fallen. Diese können bei dem eigenen Vorhaben einsteigen und mit in die Geschäftsidee investieren. Somit zirkuliert der Besitz im Kreis der Bekannten und man verfügt über freie Hand. Bleibt das Unternehmen in den frühen Phasen trotz der geringeren finanziellen Mittel erfolgreich, kann es damit potenzielle zukünftige Investoren überzeugen. Das Start-up demonstriert somit folgende Aspekte:

  • Sparsamkeit
  • Geschickte Ressourcennutzung
  • Gute Organisation

Dieses Prinzip von Bootstrapping eignet sich nicht für jedes Unternehmen, zeigt jedoch bereits früh, ob die Geschäftsidee langfristig Erfolg trägt.

Finanzierung durch Fremdkapital

Alternativ gibt es zahlreiche private Investoren, die nach interessanten Start-ups suchen, um diese finanziell zu unterstützen. Sie dienen ausschließlich als Geldgeber, um bei Erfolg einen Teil des Profits zu erhalten. Noch intensiver mit der eigenen Geschäftsidee setzen sich Business Angels auseinander. Teils punkten sie mit langjähriger Berufserfahrung in der passenden Branche und können das junge Unternehmen neben Geld vor allem mit Know-how unterstützen.

Hierzu bietet Venture Capital eine Alternative. Diese Art der Investition dient zur Unterstützung von besonders riskanten Unternehmungen. Die Anbieter einer solchen Finanzspritze verfügen meist über ein ausgebautes Netzwerk und wichtige Kontakte, die zudem positiv auf die Entwicklung des Start-ups wirken. Allerdings bedeuten weitere Partner zeitgleich einen geringeren eigenen Spielraum.

Förderung durch staatliche Mittel

Neben privater finanzieller Unterstützung und Hilfe durch erfahrene Unternehmer besteht weiterhin die Möglichkeit einer staatlichen Förderung. In Form von Zuschüssen oder Darlehen fördert ein Bundesland entsprechend jeweiliger Richtlinien auch Start-ups. Dabei finden in der Regel nur hauptberuflich Selbstständige Unterstützung, die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich zwischen den Bundesländern.

Aktuelle Programme zur Förderung neuer Existenzgründungen innerhalb eines Bundeslandes, Deutschlands oder der EU sind in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aufgelistet. Unter Eingabe der eigenen Kriterien wie Fördergebiet, Art der Förderung und Branche des Unternehmens finden sich hier entsprechende Programme, Richtlinien und Ansprechpartner.

Dabei gibt es als Student jedoch einige Aspekte zu beachten, die mit der Frage des Beschäftigungsverhältnisses einhergehen. So muss man die selbstständige Tätigkeit der Kranken- und Pflegekasse melden. Zudem darf das Unternehmen nicht mehr Zeit beanspruchen als das Studium selbst. Demnach ist es empfehlenswert, nicht mehr als 20 Stunden in der Vorlesungszeit zu arbeiten, da sonst der Studenten-Status nicht mehr gültig ist und es zu Komplikationen mit der Versicherung kommen kann.

Daneben ist es besonders für jene Studenten wichtig, die BAföG beziehen, das zuständige Amt für Ausbildungsförderung zu kontaktieren. Bereits vor Beginn des Vorhabens klärt man, in welchem Umfang man das Unternehmen führen darf, ohne den Anspruch auf die finanzielle Förderung zu verlieren.

Unabhängigkeit durch Crowdfunding

Möchte man weiterhin die Unabhängigkeit des Unternehmens wahren, bietet das Crowdfunding eine interessante Alternative. Hierbei präsentiert man die eigene Geschäftsidee und versucht, die breite Masse an Kleinanlegern davon zu überzeugen. Durch geschicktes Nutzen sozialer Netzwerke sowie Online-Kampagnen erreicht man potenzielle Interessenten und profitiert zudem bereits früh von einer verstärkten Wahrnehmung des Start-ups. Da hier der Fokus auf geringe Investitionen in hoher Zahl liegt, kann es eine ungewisse Zeit dauern, bis ein erstrebenswertes Kapital erreicht ist.

Dahingegen erwarten Investoren beim Crowdinvesting einen gewissen Gegenwert für ihre finanzielle Hilfe. Dieser findet sich meist in Form von Anteilen am Unternehmen. Somit bleibt abermals geringerer Eigenspielraum, jedoch bietet man so einen attraktiveren Grund, um in die Idee zu investieren.

Den Mut und die Zeit nutzen

Gerade jetzt in der Krisenzeit sind innovative Ideen zur Bewältigung neuer Probleme gefragt. Durch die aktuelle Situation verfügt man über mehr Zeit als zuvor und kann neben dem Studium seine Energie in die eigene Geschäftsidee investieren. Mit dem Wissen über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten ist das Startkapital nun keine unüberwindliche Hürde mehr. Mit genügend Überzeugung und einem wachsamen Auge auf die aktuellen Bedürfnisse der Bevölkerung steht demnach der eigenen Unternehmensgründung nichts mehr im Weg.


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