Sie befinden sich hier: Start » Wissen » Krankenversicherung für Beamte – darauf ist zu achten

Krankenversicherung für Beamte – darauf ist zu achten

Beamtenanwärter und Beamte greifen in der Regel auf die private Krankenversicherung zurück, denn ihnen entstehen nur die Kosten, die zwischen der Dienstherrenbeihilfe und den Versicherungsbeiträgen verbleiben. Aber auf was müssen Beamte oder Beamtenanwärter im Lehrberuf achten, wenn sie sich für die PKV entscheiden? Welche Leistungen sind wichtig und wie lässt sich ein wirklich günstiger Tarif finden?

Auf was sollten Beamtenanwärter achten?

Für Beamtenanwärter gibt es spezielle Anwärtertarife, die nochmals deutlich günstiger sind. Zwischen fünfzig und siebzig Prozent der Kosten werden über den Dienstherrn abgesichert, der angehende Beamte muss die restlichen Krankheitskosten versichern. Dabei gibt es einiges zu beachten:

Anwärtertarife – diese sind besonders günstig, es wird durch den Versicherer jedoch keine Altersrückstellung aufgebaut. Da die Versicherung in jungen Jahren abgeschlossen wird, fallen Risikozuschläge oft nicht an.

Altersrückstellung – die Kosten für die PKV erhöhen sich im Laufe des Lebens. Damit Senioren keine horrenden Beträge tragen müssen, bauen die Versicherer die Altersrückstellung auf. Dies ist in den günstigen Anwärtertarifen nicht enthalten.

Altersgrenze – die günstigen Tarife für Anwärter sind oft nur bis zu einem Alter von 33 Jahren verfügbar.

Eine Familienversicherung ist in den PKV-Angeboten nicht enthalten, doch auch die Partner oder die Kinder können zusätzlich privat versichert werden. Der Dienstherr zahlt auch in diesem Fall Beihilfe.

Generell wird es beim Abschluss der Versicherung zu einer Gesundheitsprüfung kommen, die natürlich wahrheitsgemäß beantwortet werden muss. Diese Gesundheitsprüfung fällt zudem immer an, wenn der Versicherer gewechselt wird. In jungen Jahren stehen die Chancen jedoch gut, dass es zu keinen Aufschlägen oder Ausschlüssen kommt.

Auf welche Aspekte sollten Beamte achten?

Bei Beamten übernimmt der Staat keinen Kostenzuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung, sodass die PKV üblich ist. Doch auch hier versichern sich Beamte nicht im eigentlichen Sinne, sondern nutzen eine Restkostenversicherung, die den Anteil abdeckt, der zwischen staatlicher Beihilfe und Krankheitskosten offensteht. Vor der Suche einer PKV müssen Beamte daher prüfen, wie hoch der Beihilfesatz des Dienstherrn ist. Die größten Unterschiede zwischen gewöhnlichen PKV-Tarifen und den Tarifen für Beamte finden sich in der ambulanten Versorgung:

Sehhilfen/Heilpraktiker – nicht jeder Tarif deckt diesen Bereich mit ab, da die Beihilfe hierfür, je nach Bundesland, nicht aufkommt. Eventuell muss dieser Baustein auf eigene Kosten aufgenommen werden.

Arztwahl – wichtig ist zu prüfen, ob der Tarif die freie Arztwahl erlaubt. Ist das nicht der Fall, muss der Beamte zuerst einen Hausarzt aufsuchen und sich von dort zum Facharzt überweisen lassen.

Psychotherapie – sie ist oft nicht unbegrenzt enthalten, sondern nur für bis zu 20 Sitzungen je Kalenderjahr. Beamte sollten unbedingt auf die unbegrenzte Übernahme achten.

Vorsorgeuntersuchungen – Vorsorge ist besser als Nachsorge. Daher sollte die Kostenübernahme für Vorsorgeuntersuchungen im erweiterten Sinne im Tarif enthalten sein: Hautkrebs-Screening, Impfungen etc.

Sehr sinnvoll ist es, wenn die Restkostenversicherung auch für nicht beihilfefähige Behandlungen einsteht. Darunter fallen mitunter Laboraufwendungen, die sonst zu Lasten des Beamten gehen.

In den meisten Tarifen für Beamte ist keine Selbstbeteiligung vorgesehen. Dafür sollte der Tarif die Beitragsrückerstattung ausweisen, denn sie garantiert, dass ein Beamter am Ende des Jahres Geld zurückerhält, wenn er keine Leistungen in Anspruch nahm.

Hinsichtlich der Altersproblematik haben Beamte in der PKV hingegen keine großen Probleme. Mit der Pensionierung erhöht sich der Anspruch auf Beihilfe nochmals deutlich, sodass der Restkostenanteil verringert wird. Die Altersrückstellung ist deshalb auch eher unbedeutend.

Fazit – die Inhalte sind wichtig

Während Beamtenanwärter durchaus noch auf die Altersrückstellung achten sollten, da sie nicht wissen, ob sie verbeamtet werden, können sich Beamte frei auf die tariflichen Inhalte konzentrieren. Hier gilt wieder, dass mehr integrierte Leistungen besser sind. Gerade im Bereich des Zahnersatzes und der Zahnbehandlungen sollten Vorsorgeleistungen ebenfalls jährlich abgedeckt werden, wie die Kosten für hochwertigen Zahnersatz. Diese Bereiche schlagen oft deutlich zu Buche und es ist gut zu wissen, dass auch die Zähne bestens versichert sind.


Mehr Artikel von Benjamin Fink
Stichwörter: ,