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Welche Geldanlage passt als Studi oder Azubi zu mir?

Zu Zeiten des Nullzinses fragen sich viele Sparer und solche, die es werden wollen, wie sie die beste Rendite mit ihrem Geld erzielen können. Eine pauschale Antwort ist natürlich nicht möglich, dazu gibt es zu viele Möglichkeiten. Vor allem für Azubis und Studierende sind die Optionen deutlich eingeschränkter, da diese meist keine hohen Summen zum Sparen verwenden können. Wir stellen deshalb einige Wege vor, über die auch Kleinsparer sich ein finanzielles Polster aufbauen können.

Vor dem Start

Bevor man die erste Investition tätigt, gilt es, eine Bestandsanalyse durchzuführen: Wie viel Geld steht im Monat zur Verfügung? Dazu zählt man das eigene Gehalt und sonstige Einnahmen zusammen und stellt sie den Ausgaben gegenüber. Vorsicht: Hierbei sollte man lieber großzügig als knauserig sein und möglichst jede Ausgabe miteinbeziehen. Ziel ist es, dass man weiß, welche Summe man jeden Monat beiseitelegen und sparen will. Sobald man 25 Euro jeden Monat beiseitelegen kann, lohnen sich bereits viele Sparpläne.

Wer dazu noch nicht in der Lage ist, kann versuchen, die eigenen Ausgaben zu reduzieren und Kosten zu senken. Dazu muss nicht unbedingt auf Lebensqualität verzichtet werden. Schon ein Wechsel der Versicherung oder des Kontos können einen Unterschied von über 10 Euro im Monat machen. Einen guten Überblick und Zugang zu verschiedenen Vergleichen und Finanzprodukten findet man beispielsweise auf dem Portal finanzfluss.de. Falls das alles nichts hilft, können besonders Menschen mit überschaubarem Einkommen wie Azubis und Studierende mit unserem ersten Anlagetipp anfangen, der auch unter 25 Euro monatlich funktioniert.

1. Kupfersparen

Kupfersparen, Kupfersparplan, Klimperkasse: Es gibt viele umgangssprachliche Namen für diese Sparmaßnahme. Man nimmt sich ein beliebiges Gefäß und füllt es mit jeder Kupfermünze, die man bei sich trägt, also jeder 1, 2 oder 5 Cent-Münze. Sobald man wieder Kupfergeld bekommt, wird das Gefäß weiter befüllt. Je nachdem wie oft man mit Bargeld hantiert, schwankt das Ergebnis dieser Sparmaßnahme, aber innerhalb eines Jahres kommen schnell zwischen 50 und mehreren 100 Euro zusammen. Was man mit diesem Geld anstellt, ist jedem selbst überlassen. Beispielsweise kann man es für unseren zweiten Anlagetipp verwenden.

2. ETFs

Im Gegensatz zum Kupfersparen – das eher eine Sparmaßnahme ist – handelt es sich bei der Investition in Exchange Traded Funds um eine tatsächliche Geldanlage. ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die den Wert realer Indizes wie DAX oder Dow Jones nachbilden. Vereinfacht bedeutet das, dass man von den Veränderungen des DAX profitieren kann, ohne jede einzelne Aktie besitzen zu müssen. Das ermöglicht es Investoren, bereits mit Kleinstbeträgen am Markt zu agieren. Ein gutes Beispiel ist der MSCI World: In diesem ETF werden 1.650 Unternehmen aus 23 Ländern zusammengefasst, an denen sich Anleger mit einer einzelnen Investition von aktuell etwa 55 Euro (November 2019) beteiligen können. Steigen die Werte in ihrer Gesamtheit, steigt auch der ETF und der Gewinn der einzelnen Anleger. Der große Vorteil von ETFs liegt darin, dass sie keinen einzelnen Wert, sondern verschiedene Werte zusammengefasst widerspiegeln: So ist das Risiko eines Gesamtverlustes quasi nicht mehr vorhanden.

Auch die Einstiegsinvestition fällt gering aus: Einige Anbieter bieten ETF-Investitionen ab einem einzigen Euro Transaktionsgebühr und ohne weitere Nebenkosten an. Wie man nun weiter vorgehen will, hängt davon ab, ob man 25 Euro monatlich ansparen kann und will oder nicht: Ab 25 Euro monatlich gibt es sogenannte ETF-Sparpläne. Hier bezahlt man jeden Monat 25 Euro in einen ETF ein und das eigene Depot wächst entsprechend. Wer diese Summe nicht regelmäßig aufbringen will, kann immer noch „händisch“ investieren und sich selbst die ETFs suchen, an denen man sich beteiligen will. In einige kann man schon mit etwa 5 Euro einsteigen, bei anderen liegt die Mindestsumme höher.

3. Aktien

Durch Aktien kann sich quasi jeder an verschiedenen Unternehmen beteiligen und an deren Gewinn mitverdienen. Durch die vielen Faktoren, die auf einen Aktienkurs Einfluss nehmen, entsteht am Aktienmarkt ein komplexes System, das in seiner Gänze unvorhersehbar ist. Allerdings können Azubis und Studierende manchmal in besonderer Weise von Aktien profitieren, nämlich dann, wenn ihr Unternehmen Aktien zum Vorzugspreis an Mitarbeiter ausgibt. Große Arbeitgeber wie beispielsweise Daimler bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, Aktien für bis zu 10 Prozent unter Marktwert zu erwerben. Dieses Angebot können auch Azubis oder geringfügig Beschäftigte wahrnehmen. Wem Aktien oder ETFs zu spekulativ sind, für den ist unser 4. Anlagetipp Gold wert.

4. Edelmetalle

Wer Edelmetalle kauft, erwirbt einen festen Materialwert. Dieser schwankt entsprechend durch Angebot und Nachfrage. Aber anders als bei der Aktie ist hier ein Totalverlust quasi unmöglich. Finanzstarke Investoren kaufen deshalb Werte wie Gold meistens, wenn sie eine Krise erwarten, um ihr Kapital zu sichern. Auch bei Kleinanlegern eignen sich Edelmetalle sehr gut, um das eigene Vermögen zu sichern. Einen großen Gewinn wird man wahrscheinlich nicht erwirtschaften, aber man wird auf keinen Fall all das eingesetzte Geld verlieren. Gerade für Kleinanleger ist es wichtig, zu wissen, dass die eigene Geldanlage sehr sicher ist. Bei den meisten Filialbanken kann man nur Barren oder Münzen kaufen, die es erst ab einer gewissen Materialmenge und einem damit verbunden hohen Preis gibt. Allerdings bieten Online-Anbieter den Kauf von Gold, Silber, Platin und Co. bereits ab 0,01 Gramm oder einem einzigen Euro an. Hier können auch Kleinanleger aktiv werden und sich ihr erstes Edelmetalldepot herbeisparen.

Fazit

Auch als Schüler, Studi oder Azubi kann man sein Geld sinnvoll anlegen. Am Anfang steht aber immer ein gründlicher Überblick über die eigenen Finanzen. Sobald man weiß, welche Summe man sparen will, kann man die verschiedenen Optionen gegeneinander abwägen.


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