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Recruiting 2.0: Worauf kommt es beim Skype-Interview an?

Von der Bewerbung bis zur Zusage ist es oft ein langer Weg für die Jobsuchenden. Viele Unternehmen haben mehrere Vorstellungsrunden, Tests oder spezielle Auswahlverfahren. Die Mehrheit der Gespräche wird immer noch persönlich vor Ort geführt, nur wenige Personaler setzen auf Telefon- oder Videoanrufe. Doch das Skype-Interview ist im Kommen und wird zumindest bei größeren Betrieben mittlerweile häufiger eingesetzt. Worauf kommt es bei dieser neuen Art des Bewerbungsgesprächs für Bewerber an und worauf achten Personaler?

Unterschiede zum klassischen Vorstellungsgespräch

Im Gegensatz zum herkömmlichen Bewerbungsgespräch befinden sich die Gesprächsteilnehmer bei einem Skype-Interview nicht im selben Raum, sie müssen sich nicht einmal in derselben Zeitzone aufhalten. Neben diesem hauptsächlichen Unterschied gibt es weitere Aspekte, durch die man ein Videointerview von einem klassischen Vorstellungsgespräch unterscheiden kann. So hat das Skype-Profil – speziell der Benutzername und das Profilbild – noch vor dem Gespräch einen Einfluss darauf, wie man von einem Personaler wahrgenommen wird. Beides sollte Professionalität ausstrahlen, ein Foto aus dem Urlaub entfällt als geeignetes Profilbild. Besser ist es, ein Foto zu wählen, das man auch auf eine Bewerbungsmappe oder auf einen Lebenslauf heften würde.

Da die Personaler Videointerviews zumeist nutzen, um Kandidaten mit hohen Chancen auf den Job von den weniger geeigneten Bewerbern auf Anhieb zu unterscheiden, ist es wichtig, souverän zu bleiben. Trotz der gewohnten privaten Umgebung sollte man aber nicht zu salopp reden. Eine gewisse Lockerheit schadet zwar nicht, um Sympathiepunkte zu sammeln, auf die Fragen der Personaler sollte man jedoch wie in jedem Vorstellungsgespräch ernsthaft und möglichst vorbereitet antworten. Eigene Rückfragen deuten an, dass man sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt hat und entsprechendes Interesse vorhanden ist, Teil des Kollegiums zu werden. Überlegen Sie sich auch vorher gut, was Sie Ihrer Meinung nach womöglich von anderen Bewerbern unterscheidet und achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt, das im Skype Interview zur Geltung zu bringen.

Was man unbedingt beachten sollte

Es gibt einige Tipps und Tricks, die man sich bei der Vorbereitung auf ein Skype-Interview zu Herzen nehmen kann. Viele Internetanrufe starten mit der obligatorischen Frage „Hören Sie mich?“. Genau das sollte man unbedingt vermeiden. Über einen Testanruf kann man vorab die Verbindung testen. Je stabiler die Verbindung, desto besser läuft später das Interview. Über ein Headset wird die Tonqualität zusätzlich optimiert.

Der nächste Punkt ist die Videoeinstellung: Um ein qualitativ hochwertiges Bild zu garantieren, braucht es ausreichend Licht und eine gute Kamera. Der Bildausschnitt darf dabei nicht in Vergessenheit geraten. Wählen Sie lieber einen ruhigen, ordentlichen Hintergrund, der nicht ablenkend wirkt. Ein unaufgeräumtes Regal im Hintergrund vermittelt meist keinen allzu positiven Gesamteindruck.

Bei einem Videointerview sollte man sich genauso wie bei einem Termin vor Ort Gedanken über die Kleiderwahl machen. Ein angemessenes Outfit sollte es schon sein. Dabei kommt es auf die Branche an, wie förmlich und schick die Kleidung ausfallen sollte. Am besten legen Sie sich bei Ihrer Garderobe schon einen Tag zuvor fest, das spart Zeit und vor allem Nerven, die man für das Interview braucht. Die inhaltliche bzw. mentale Vorbereitung auf das Gespräch wird letztlich entscheidend sein. Das eigene Interesse lässt sich gut bezeugen, indem man die eigenen Bewerbungsunterlagen und etwas zu schreiben vorher noch sichtbar zurechtlegt.

Im Gespräch selbst sollte man es vermeiden, undeutlich zu sprechen oder allzu oft nur auf den Bildschirm statt auf die Kamera zu schauen. Wenn Sie ab und an den direkten Blickkontakt suchen, strahlt das mehr Höflichkeit und Selbstsicherheit aus. Auch der übermäßige Gebrauch von Gesten ist unnötig, schlimmstenfalls führen sie zu Bildstörungen. Nehmen Sie stattdessen eine ruhige und entspannte, aber aufrechte Haltung ein.

Darauf achten Personaler

Durch ein Videointerview verschaffen sich Personaler einen ersten Eindruck von geeigneten Kandidaten. Sie achten genauso wie im klassischen Vorstellungsgespräch auf das Auftreten, das Outfit und die Vorbereitung des Bewerbers. Auch digital sollte man als Bewerber die Chance nutzen, auf die eigenen herausragenden Qualifikationen und für den Job relevanten Eigenschaften aufmerksam zu machen.

Seine Stärken zu präsentieren und den potentiellen Arbeitgeber von sich im Interview zu überzeugen, steht bei dieser Art von Vorstellungsgespräch weiterhin im Vordergrund. Wer schnell nervös wird, sollte sich auf typische, meist wiederkehrende Fragen vorbereiten. Insbesondere die zu den beruflichen Erfahrungen und Meilensteinen wie auch Misserfolgen lassen sich oft in aller Ruhe besser beantworten als spontan vor anderen Personen. Das hilft dabei, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich später weniger emotional auf die wichtigsten Punkte und Stationen des persönlichen Werdeganges zu besinnen.

Noch einfacher fällt das mit zeitversetzten Video-Interviews, wo Bewerber standardisierte Interviewfragen zu einem für sie idealen Zeitpunkt beantworten können. Von dieser hohen Flexibilität profitieren beide Seiten: Die Bewerber können sich konzentriert vorstellen, wann immer es ihnen zeitlich passt. Und die Personaler können mehrere Videointerviews verschiedener Kandidaten gesammelt später miteinander vergleichen und damit die Bewerber schneller vorab selektieren. Gerade Bewerber, die sich bereits auf viele Fragen eingestimmt haben, können das bei zeitversetzten Videointerviews gezielt für sich zunutze machen.


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