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Der Beruf MFA im Porträt: Von Aufgaben bis Weiterbildungen

In 2017 waren rund 236.000 Medizinische Fachangestellte (kurz: MFA) in Deutschland tätig. Die meisten von ihnen arbeiten heutzutage in ambulanten Einrichtungen und sind unverzichtbar, wenn es darum geht, den reibungslosen Ablauf des Praxisalltags sicherzustellen. Doch welche Aufgaben übernehmen MFA im Detail? Wie viel verdienen sie? Wie gestaltet sich die Ausbildung? Und welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es? Dieser Artikel geht genau darauf ein.

Welche Aufgaben haben MFA?

Medizinische Fachangestellte bilden den ersten Anlaufpunkt für Patienten und helfen Ärzten sowohl bei der Verwaltung als auch im medizinischen Bereich. Zu den administrativen Aufgaben gehört die Organisation der Patiententermine. Ferner sind sie dafür zuständig, die Patienten zu empfangen und ihre Daten aufzunehmen. Sie beantworten etwaige Fragen bezüglich Therapien, Rechnungen sowie Medikamenten.

Darüber hinaus unterstützen sie Ärzte, indem sie z.B.:

  • die Behandlungsabläufe in den Patientenakten festhalten
  • den Praxisplan verwalten und überwachen
  • Teambesprechungen organisieren
  • vollbrachte Leistungen abrechnen
  • die Einhaltung der Datenschutzgesetze sicherstellen
  • benötigtes Material beschaffen

Die Arbeit im medizinischen Bereich umfasst viele weitere Aspekte. So assistieren MFA den Ärzten bei Untersuchungen und Eingriffen und bereiten Patienten auf die Behandlung vor. Sie sind unter anderem dafür verantwortlich:

  • Wund- oder Stützverbände anzulegen
  • Wunden zu versorgen
  • Blut zu entnehmen
  • Infusionszugänge zu legen
  • Abstriche durchzuführen
  • Injektionen zu geben
  • Patienten zu messen und zu wiegen
  • medizinische Geräte zu sterilisieren und vorzubereiten
  • die Behandlungsräume sauber zu halten
  • Medikamente korrekt zu lagern

Die meisten MFA arbeiten in Arztpraxen, jedoch stellen auch Krankenhäuser, Gesundheitsämter und Labore potenzielle Arbeitgeber dar.

Wie viel verdienen Medizinische Fachangestellte?

Das Gehalt ist im Tarifvertrag MFA geregelt. Im ersten Ausbildungsjahr beträgt es 865 Euro, im zweiten 910 Euro und im dritten 960 Euro. Nach dem Abschluss werden Medizinische Fachangestellte ebenfalls häufig nach Tarif bezahlt. Die Höhe der Vergütung unterscheidet sich je nach Berufserfahrung und Tätigkeitsgruppe. Letztere ist wiederum von den verrichteten Aufgaben, Fähigkeiten und Abschlüssen abhängig.

Beispiele: Ein MFA mit neun Jahren Berufserfahrung in der Tätigkeitsgruppe I (MFA mit abgeschlossener Berufsausbildung) verdient bei einer Vollzeitstelle rund 2.230 Euro. Für die Tätigkeitsgruppe IV (Fortbildungsmaßnahmen wie ambulantes Operieren, Dialyse, Onkologie absolviert) beträgt der Verdienst im zehnten Berufsjahr etwa 2.398 Euro.

Separate Verträge erhalten MFA im öffentlichen Dienst sowie Angestellte von kirchlichen Einrichtungen wie der Diakonie oder der Caritas. Manche Kliniken bieten zudem Haustarifverträge mit abweichenden Bedingungen an.

MFA werden: Voraussetzungen und Ausbildungsinhalte

Die Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten dauert drei Jahre und ist dual. Das bedeutet, dass sie sowohl in der Berufsschule als auch im Betrieb stattfindet. Häufig wird dies so umgesetzt, dass die Auszubildenden zwei Tage die Woche am theoretischen Unterricht teilnehmen und drei Tage in der Arztpraxis verbringen. Während sie dort den Alltag im Beruf kennenlernen, werden ihnen in der Schule Grundlagen über Erste-Hilfe-Maßnahmen, Krankheitsbilder, hygienische Standards, Warenversorgung und Zeitmanagement vermittelt.

Bewerber um einen Ausbildungsplatz als MFA sollten mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können. Die Bereitschaft, kranken Menschen zu helfen, ist neben Belastbarkeit und Empathie genauso wichtig wie organisatorische Fähigkeiten sowie Teamgeist.

Nach der Hälfte der Ausbildung müssen angehende MFA eine Zwischenprüfung bestehen, die 120 Minuten dauert. Die Kandidaten beantworten dabei Fragen in den Fachbereichen Gesundheit, Betriebswirtschaftslehre und Abrechnungswesen. Das Ergebnis zeigt, ob sie die wichtigsten Grundsätze verinnerlicht haben. Bestehen Defizite in einigen Gebieten, müssen sie sie bis zum Ende der Ausbildung ausgleichen.

Die Endprüfung beinhaltet einen theoretischen und einen praktischen Teil. Ersterer besteht aus Fragen zu den Themen, die in der Ausbildung behandelt wurden, während die Teilnehmer im Praxisteil mit Alltagssituationen wie Untersuchungen und Diagnosen konfrontiert werden und zum Schluss ein Auswertungsgespräch führen.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Medizinische Fachangestellte können (und sollten) sich im Laufe ihres Berufslebens immer wieder fortbilden. Die Bundesärztekammer hat dafür ein eigenes Portal rund um MFA-Fortbildungen geschaffen und bietet dort neben Informationen zu zahlreichen Qualifizierungsmaßnahmen (z.B. Ernährungsmedizin, Palliativversorgung und Prävention im Kindes- und Jugendalter) auch Erfahrungsberichte von Teilnehmern an.

Bei der IHK und anderen Trägern gibt es verschiedene Fortbildungen, die MFA als „Fachwirt(in) im Gesundheits- und Sozialwesen“, „Fachwirt(in) für ambulante Versorgung“ oder „nichtärztliche(r) Praxisassistent(in)“ abschließen können. Der Titel „Fachwirt(in) im Gesundheits- und Sozialwesen“ kann alternativ per Fernstudium erreicht werden. Darüber hinaus gibt es in Form von „Praxismanagement“ oder „Management-Know-how für die Gesundheitswirtschaft“ weitere Fernstudiengänge, die infrage kommen könnten.


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