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Countdown zum Studienstart: Diese Dinge solltest du rechtzeitig erledigen

Mit dem Beginn eines Studiums beginnt immer auch ein ganz neuer Lebensabschnitt für den Studienanfänger. In der Regel muss er oder sie ab diesem Zeitpunkt auf eigenen Beinen stehen und es kann eine echte Herausforderung sein, an alles zu denken und alle notwendigen Dinge zu organisieren, zum Beispiel eine Unterkunft zu suchen, den Anspruch auf BAföG zu klären, sich um die wichtigsten Versicherungen zu kümmern, eventuell einen Nebenjob zu organisieren, sich bei der Universität einzuschreiben und den Vorlesungsplan zu besorgen. Es gibt also vieles, an was der Studierende schon vor dem eigentlichen Studienbeginn denken muss.

BAföG – für viele Studierende eine Grundvoraussetzung

Wer heute studieren möchte und nicht auf wohlhabende Eltern zurückgreifen kann, die einen finanziell unterstützen, ist fast immer gezwungen, BAföG zu beantragen. Dabei handelt es sich um einen staatlichen Zuschuss nach dem Bundesausbildungsrderungsgesetz. Wessen Eltern über ein geringes Einkommen verfügen und die Erstausbildung in Form eines Studiums mit dem Ziel Bachelor, Master, Diplom oder Staatsexamen nicht finanzieren können, der kann einen BAföG-Antrag stellen. Die Gewährung dieser Unterstützungsleistung des Staates ist also von der Einkommenshöhe der Eltern abhängig. Der entsprechende Antrag auf BAföG muss beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung (auch als BAföG-Amt bezeichnet) gestellt werden. Dieses ist in vielen Fällen ein Teil des Studentenwerks der Universität oder Hochschule.

Auswahl der Universität und des Studienortes

Zu den wichtigsten Aufgaben gehört es, sich darüber klar zu werden, welche Art Studium man denn absolvieren möchte. Dabei geht es nicht nur um das Studienfach, sondern auch um die Art des Abschlusses. Möchte man das Studium mit einem Bachelor oder einem Master abschließen? Will man später vielleicht mithilfe eines Aufbaustudiums sogar eine Promotion (den Doktor-Titel) oder Habilitation (den Rang eines Professors) anstreben? Hat man sich für ein Fach entschieden, muss man die passende Universität oder Hochschule finden, an der man studieren möchte. Eine Grundsatzentscheidung hierbei ist es, ob man im Inland studieren möchte oder ob einen der Weg an eine Universität im Ausland führt. Auch die Wahl des Ortes ist wichtig, denn manche wünschen sich für das Studium eine Großstadt mit kulturellen Angeboten und jeder Menge Freizeitmöglichkeiten, andere möchten sich voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren und wählen eher kleinere Orte mit nicht so vielen Ablenkungen.

Unterkunft – eine knifflige Angelegenheit in Studentenstädten

Gerade in großen Städten mit vielen oder bekannten Universitäten oder Hochschulen kann die Suche nach einer Unterkunft während des Studiums zu einem echten Problem werden. Wohnraum ist knapp und so kann das Zimmer in einer Wohngemeinschaft gerne mal 600 Euro oder mehr kosten. Es gibt zwar häufig Studentenwohnheime, diese haben allerdings lange Wartelisten. Aus diesen Gründen ist es wichtig, sich möglichst frühzeitig um eine adäquate Unterkunft zu kümmern und unter Umständen auch etwas längere Fahrtzeiten zur Uni in Kauf zu nehmen. Eventuell muss man sogar auf günstige Studienorte ausweichen, auf die eigentlich favorisierte Universität verzichten und an eine Uni gehen, in deren Umgebung die Wohnungs- und Zimmersituation nicht so angespannt ist.

Einschreibung – der offizielle Start an der Universität oder Hochschule

Als wichtigste Voraussetzung für das Studium an einer Uni oder Hochschule gilt die Einschreibung beziehungsweise Immatrikulation. Für diese Bewerbung um einen Studienplatz gibt es bestimmte Fristen. Da in Deutschland fast alle Studiengänge zum Wintersemester beginnen, welches normalerweise von Oktober bis März des folgenden Jahres dauert, ist es notwendig, seine Bewerbung bis zum 31. Mai bzw. 15. Juli bei der Universität oder Hochschule einzureichen. Nach bewilligter Einschreibung erhält man von der Uni eine Immatrikulationsbescheinigung als Nachweis darüber, dass man tatsächlich Mitglied der Institution ist. Diese Bescheinigung muss auch dem Antrag auf BAföG beigefügt werden. Meist muss man dem BAföG-Amt jedes Semester eine aktuelle Bescheinigung vorlegen.

Nach der Immatrikulation kann man sich über die Fachschaft oder beim Studentenwerk über die zu absolvierenden Vorlesungen, zu besuchenden Seminare und abzulegenden Prüfungen informieren. Hat man seinen Vorlesungsplan zusammengestellt, kann man sich aufgrund des so ermittelten Zeitaufwandes um einen entsprechenden Nebenjob kümmern.

Studentenjob als Alternative zum BAföG

Ein Antrag auf BAföG bedeutet immer, dass der Studierende am Ende seines Studiums Schulden hat, denn ein bestimmter Teil der Unterstützung (maximal 10.000 Euro) muss zurückgezahlt werden. Dafür hat man bis zu 20 Jahre Zeit, muss aber spätestens fünf Jahre nach Studienende bzw. der BAföG-Förderungshöchstdauer mit der Rückzahlung beginnen. Prinzipiell kann man das Geld auch früher zurückzahlen und erhält dann einen Rabatt. Wer sich für sein Studium nicht verschulden möchte, kann versuchen, seinen Lebensunterhalt während des Studiums mit einem Nebenjob zu erwirtschaften. Viele arbeiten beispielsweise als:

  • Bedienung in Lokalen
  • Werkstudenten
  • Assistenz
  • Verkäufer

Wer einen Studentenjob anstrebt, sollte aber bedenken, dass dadurch wertvolle Zeit für das Studium verloren geht. Außerdem ist die Arbeit neben dem Studium körperlich und geistig anstrengend, sodass im schlimmsten Fall die Leistungsfähigkeit und damit das Studium selbst leidet. Im Internet gibt es spezielle Portale für Studentenjobs. Nach der Anmeldung kann man sich dort über infrage kommende Arbeiten informieren und sich direkt online bewerben. Bekannte Job-Portale sind etwa:

  • jobcafe.de
  • jobmensa.de
  • studentjob.de
  • studentenjobs24.de
  • xing.de

Auch die Studentenwerke bieten Nebenjobs an und es gibt in jeder Universität oder Hochschule die bekannten schwarzen Bretter, an denen man immer wieder Jobangebote findet und auch eigene Jobanfragen platzieren kann.

Versicherungsschutz während des Studiums – welche Versicherungen sind notwendig?

Mit dem Beginn des Studiums ist meist ein Umzug in eine andere Stadt verbunden. Aus diesem Umstand ergibt sich die Frage, welche Versicherungen man für diesen neuen Lebensabschnitt abschließen sollte oder sogar muss. Zunächst einmal sind Studierende bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres über die Eltern krankenversichert, falls diese in der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Allerdings darf man bei Familienversicherungen nicht mehr als 20 Wochenstunden arbeiten und maximal 450 Euro monatlich verdienen. Nach dem Erreichen dieses Alters muss der Studierende an die sogenannte studentische Krankenversicherung Beiträge entrichten, deren Höhe sich aus einem Sockelbetrag sowie dem von der Krankenversicherung individuell festgesetzten Zusatzbeitrag zusammensetzt. Alle, die im Ausland studieren, sollten eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Eine wichtige Versicherung während der Studienzeit ist eine private Haftpflichtversicherung, mit der sich der Studierende vor selbst verschuldeten Schäden absichern kann. Auch hier gilt, dass man als Studierender über seine Eltern mitversichert ist. Weitere, sinnvolle Versicherungen während des Studiums sind beispielsweise:

  • Unfallversicherung
  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung
  • Hausratversicherung
  • Kfz-Haftpflichtversicherung (falls ein eigenes Kfz vorhanden ist)

Da also viele Versicherungen über die Eltern laufen, ist es sinnvoll, sich vor dem Studienbeginn mit den Eltern gemeinsam die vorhandenen Versicherungen anzuschauen und dann zu entscheiden, ob man weitere benötigt.


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