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Wie wird die deutsche Bildungsinfrastruktur finanziert?

Finanzierung der Bildungsinfrastruktur

Büchereien, Museen und Labore werden häufig vom Staat unterstützt oder sogar komplett von ihm finanziert. Ein Bereich, der Millionen braucht, Millionen verschlingt und dem immer wieder Ineffektivität vorgeworfen wird.

Neben Schulen, Hochschulen sowie Aus- und Weiterbildungseinrichtungen gibt es in Deutschland noch eine Vielzahl weiterer Einrichtungen, die unter den Oberbegriff Bildungseinrichtungen fallen. Dazu gehören zum Beispiel die Bibliotheken, Museen und die Forschungseinrichtungen. Generell fallen viele dieser Einrichtungen in die Verantwortung des Staates. Bereits seit einigen Jahren schrumpfen allerdings die finanziellen Mittel, die von staatlicher Seite investiert werden – Kürzungen und alternative Konzepte sind hier an der Tagesordnung.

Finanzierung der Museen und Bibliotheken in Deutschland

Der Staat – also Bund, Länder und Kommunen – ist in Deutschland Träger einer ganzen Reihe von Museen und Bibliotheken und unterstützt zudem auch einige private Einrichtungen dieser Art finanziell. Dabei werden die zur Verfügung stehenden Mittel auf der einen Seite  immer knapper, während es auf der anderen Seite immer mehr Einrichtungen gibt. In den vergangenen Jahren hatte dies an vielen Stellen Einsparungen und alternative Finanzierungsmethoden zur Folge. Bei den Bibliotheken führten die Sparmaßnahmen dazu, dass Zweigstellen geschlossen wurden, mobile Bibliotheken abgeschafft und Personal entlassen wurde. Auch die Museen waren gezwungen, Personal zu entlassen und sind von zusätzlichen finanziellen Quellen abhängig, wie beispielsweise einem Museums-Shop oder einer Cafeteria.

Das  staatliche Budget für wissenschaftliche Museen und Bibliotheken umfasste z.B. im Jahr 2004 etwa 0,6 Milliarden Euro – 0,2 Milliarden Euro kamen vom Bund und 0,3 Milliarden Euro von den Ländern. Daneben erhielten (nicht-)wissenschaftliche Museen und Bibliotheken im selben Jahr insgesamt 1,9 Milliarden Euro – 0,1 Milliarden Euro vom Bund, 0,6 Milliarden Euro von den Ländern und 1,1 Milliarden von den Kommunen.

Verschiedene Stellen kritisieren immer wieder, dass die Museums- und Bibliotheken-Landschaft in Deutschland zu uneffektiv gestaltet sei. Vor allem bei den Museen gebe es eine große Zahl von Prestigeobjekten, für die es kein entsprechendes Publikum gibt und für die daher auch kein Bedarf vorhanden sei.

Finanzierung der Forschung in Deutschland

Neben den Hochschulen hat Deutschland eine ganze Reihe von weiteren Forschungslaboratorien aufzuweisen. Diese werden zum größten Teil von der Wirtschaft finanziert, die auch den größten direkten Nutzen daraus ziehen kann. Von den gut 60 Milliarden Euro, die im Jahr 2007 in den außeruniversitären Bereich der Forschung investiert wurden, kamen über 70% aus der Wirtschaft, mehr als 10% entfielen auf den pharmazeutischen Bereich. Rein staatliche Forschungseinrichtungen nehmen mit einem Finanzvolumen von nur einer Milliarde Euro jährlich eine eher geringe Stellung ein. Und auch die privaten Forschungseinrichtungen, die keinen direkten Erwerbszweck aufweisen können, spielen hier keine bedeutende Rolle.


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