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Wie wird die berufliche Ausbildung finanziert?

Rund 560.000 neue Ausbildungsverträge wurden 2010 abgeschlossen. Doch wie wird eine Ausbildung überhaupt finanziert?

Von Oktober 2009 bis September 2010 konnten in der Bundesrepublik Deutschland 560.070 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen werden. Das sind 0,8% weniger als im Vorjahr – diese Entwicklung entspricht allerdings dem Rückgang der Zahl der Jugendlichen in Folge des demografischen Wandels. Größter Ausbildungsbereich sind dabei immer noch Industrie und Handel, gefolgt vom Handwerk.

Die beliebteste und häufigste Ausbildungsform ist immer noch die duale berufliche Ausbildung, bei der eine praktische Ausbildung im Betrieb mit dem Unterricht in einer Berufsschule kombiniert wird.
Dabei fallen unter anderem Kosten für die Schule, das Ausbildungsgehalt für den Auszubildenden und für die Betreuung im Betrieb an. Diese werden zu einem großen Teil von den ausbildenden Betrieben getragen – außerdem helfen der Bund und die Länder sowie die Agentur für Arbeit bei der Finanzierung.

Dadurch, dass die Unternehmen zum größten Teil selbst für ihre Auszubildenden aufkommen müssen, gibt es zwischen den Betrieben große Unterschiede in den Bereichen Zugangschancen, Anschlussfähigkeit und Ausbildungsqualität.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte deswegen bereits mehrfach ein neues Finanzierungssystem für die betriebliche Ausbildung, bei dem Staat und Betrieb ihren Pflichten nachkommen. Ein Vorschlag der GEW sieht dabei zum Beispiel sogenannte Branchenfonds vor, die von den Unternehmen mit finanziellen Mitteln gespeist werden, welche dann unter staatlicher Kontrolle wieder verteilt werden würden. So soll eine bessere Kontrolle und damit auch Sicherung der beruflichen Ausbildung gewährleistet werden. Bisher wurden solche Modelle aber noch nicht ausreichend evaluiert, um weitere Aussagen über die Wirksamkeit und Praxisbezogenheit zu treffen und umzusetzen.
Dagegen stehen die Ausführungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), welches den Schwerpunkt der Kostenverteilung auf die Betriebe dadurch rechtfertigt, dass die Unternehmen durch die Auszubildenden eine Menge Geld bei der Rekrutierung externer Fachkräfte einsparen können.

Ausgaben für einzelne Berufsschulformen

Die finanziellen Mittel, die der Bund und die Länder in die berufliche Ausbildung investieren, fließen zu einem großen Teil in die Berufsschulen. Hier verteilen sich die Mittel folgendermaßen auf die einzelnen Schulformen (Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung):

Staatliche Ausgaben für die Schulformen 2006 (in Mio. Euro)
Berufsschule im Dualen System 2.860
Berufsvorbereitungsjahr 293
Berufsgrundbildungsjahr 216
Berufsaufbauschulen 3
Berufsfachschulen 2.355
Fachoberschule 450
Fachgymnasium 523
Berufsoberschule 77
Fachakademie (nur Bayern) 32
Summe 6.810

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