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Wie kann man das Abitur nachholen?

Abitur nachholen - so funktioniert's

Das Abitur nachzuholen verspricht bessere Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten – und eröffnet die Möglichkeit zum Studium. In Deutschland gibt es vielfältige Möglichkeiten, das Abitur nachzuholen.

Mit 16 Jahren wissen viele noch nicht genau, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen. Erst einmal eine Ausbildung machen, etwas Solides lernen und das erste eigene Geld verdienen – das scheint für so manchen die attraktivste Lösung zu sein. Die Schulbank hat man schließlich lange genug gedrückt. Und später merkt man dann – Abitur wäre vielleicht doch nicht schlecht gewesen.

Das deutsche Bildungssystem ist hier sehr flexibel aufgestellt. Die Sekundarstufe II ist nicht an ein Alter gebunden – sondern lediglich an eine Vorqualifikation. Wer einen Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss in der Tasche hat, kann auch nach mehrjähriger Berufstätigkeit noch einmal auf die Schulbank zurückkehren und das Abitur nachholen. Dafür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Abendschule
  • Fernabitur
  • Kolleg
  • Volkshochschulen
  • Online Abitur

Ein großer Unterschied bei den verschiedenen Wegen, das Abi nachzuholen, liegt in der Organisation der Lehrform. Entweder man entscheidet sich für einen Vollzeitunterricht, oder aber man lernt neben dem Beruf.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, im Klassenverbund, ähnlich dem regulären Unterricht an einem Gymnasium zu lernen, oder aber man entscheidet sich für den individuellen und flexiblen Weg des Fernstudiums. Hier kann man sich die Zeit frei einteilen und ist völlig ortsungebunden. Alle Möglichkeiten haben sowohl Vor- und Nachteile, die jeder Interessierte gezielt mit seinen persönlichen Lebensumständen in Einklang bringen muss.

Anbieter von Lehrgängen zum Abitur nachholen

Es gibt verschiedene Wege das Abitur nachzuholen. Folgende Institute bieten entsprechende Vorbereitungskurse an:

Voraussetzungen um das Abi nachzuholen

In der Regel sind ein Real- oder Hauptschulabschluss sowie eine mindestens 3-jährige Berufstätigkeit notwendig, um das Abitur nachmachen zu können. Erziehungszeiten und Phasen der Arbeitslosigkeit können ebenfalls angerechnet werden. Je nach Art des vorherigen Schulabschlusses und der Kenntnisse – bei manchen Einrichtungen müssen Tests abgelegt werden, um den Wissensstand einschätzen zu können – muss der frischgebackene Schüler noch einen Vorkurs belegen. Dies ist zum Beispiel erforderlich, wenn nur eine Fremdsprache vorgewiesen werden kann. Damit verlängert sich die Schulzeit um ein bis zwei Semester.

Dauer und Inhalte

Um das Abi nachholen zu können, braucht man in der Regel – ebenso wie am Gymnasium – drei Jahre. Vorkurse müssen zu dieser Zeit dazugezählt werden. Je nach Lehrform sollte man in der Woche mindestens 20 Stunden Zeit für den Unterricht einplanen. Davon nehmen zwei frei wählbare Leistungskurse jeweils fünf Wochenstunden ein, der Rest wird mit den Grundkursen gefüllt. Eines der Leistungskursfächer muss laut der Richtlinien des Abiturs entweder Mathematik, Deutsch, eine fortgeführte Fremdsprache oder ein Fach aus dem naturwissenschaftlichen Bereich sein. Das zweite Fach kann frei kombiniert werden. Die Zeit des Schulbesuchs gliedert sich in die folgenden Phasen:

  • Vorkurs (1 bis 2 Semester – falls erforderlich)
  • Einführungsphase (1. und 2. Semester)
  • Qualifikationsphase (3. bis 6. Semester) – die hier erbrachten Leistungen zählen für die Abschlussnote

Die Abiturprüfung zum Abschluss umfasst je eine schriftliche Prüfung in den Leistungsfächern, eine schriftliche sowie mündliche Prüfung in einem Grundkurs. Zu den Noten dieser Prüfungen werden anteilig, die während der Semester der Qualifikationsphase erbrachten Leistungen hinzugerechnet, um anschließend eine durchschnittliche Abschlussnote zu bilden.

Abiturprüfung per Externenprüfung

Wichtig: Wird das Abitur per Fernstudium oder an der VHS nachgeholt, muss die Abiturprüfung per Externenprüfung absolviert werden. Zuständig ist die jeweilige Schulbehörde des Bundeslands. Prüflinge müssen sich in der Regel eigenständig anmelden und eine Prüfungsgebühr errichten. Es finden jährlich je nach Bundesland ein bis zwei Prüfungen für das Abitur statt.

Kosten und Förderung

Staatliche Abendgymnasien und Kollegs sind in der Regel kostenfrei, bei privaten Einrichtungen und Institutionen werden Gebühren verlangt, um das Abitur nachmachen zu können. Die Höhe der Gebühr variiert je nach Anbieter. Wie beim Besuch der Sekundarstufe I muss der Schüler allerdings in der Regel selbst für das Lernmaterial aufkommen. Das Abitur an einer Abendschule oder einem Kolleg wird teilweise von Stiftungen gefördert – Schüler, die noch nicht das 30. Lebensjahr vollendet haben, haben Anspruch auf eine Eltern-unabhängige BAföG-Förderung. In Ausnahmefällen kann die Altersgrenze hier auch entfallen.


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3 Kommentare

sabrina wendler am 05. Juli 2011 um 1:25 Uhr

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Sepp Herberger am 11. Februar 2012 um 18:13 Uhr

Abitur nachholen ist in Vollzeit auch am Kolleg möglich,
z.B. am Kolleg und Gymnnasium St. Matthias Wolfratshauen