
Die Studienzeit ist angeblich die schönste Ausbildungszeit – in diesem Bildungsbereich hat man in Deutschland die größten Freiheiten und entwickelt die erste Unabhängigkeit vom Elternhaus.
In Deutschland schließen etwa 20% der Menschen eines Altersjahrgangs ein Hochschulstudium ab. Das Studium dauerte für mehr als die Hälfte der Studenten etwa fünf bis sechs Jahre.
Hochschulstudium – Formen in Deutschland
Wer studieren möchte, muss sich nicht nur für ein Studienfach, sondern auch für eine Hochschulform entscheiden. Hier stehen die folgenden Optionen zur Auswahl:
- Universität
- Fachhochschule
- Private Einrichtung
Dabei ist das Hochschulstudium an einer Fachhochschule meist mehr auf die Praxis ausgerichtet als das an einer Universität, private Hochschulen können dagegen oft eine größere Nähe zur Wirtschaft bieten.
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Hochschulstudium – Abschlüsse
Die Abschlüsse eines Hochschulstudiums in Deutschland haben mit dem Bologna-Prozess einen Umbruch erfahren – die Umstellung auf die international anerkannten und vergleichbaren Abschlüsse Bachelor und Master.
Der Bachelor stellt bei den neuen Abschlüssen den ersten möglichen Studienabschluss dar, der nach sechs Semestern Regelstudienzeit erreicht werden kann und eine Berufsqualifikation darstellt. Daran kann noch ein viersemestriges Masterstudium angeschlossen werden, welches ebenfalls zum Berufseinstieg qualifiziert und zusätzlich zur Promotion befähigt.
Je nach Studienfach variiert bei Bachelor und Master die Bezeichnung des Abschlusses:
- Bachelor/Master of Arts
- Bachelor/Master of Sciene
- Bachelor/Master of Engineering
- Bachelor/Master of Fine Arts
- Bachelor/Master of Music
- Bachelor/Master of Education
- Bachelor/Master of Laws
- (Master of Business Administration als zusätzlicher Studienabschluss, der nach dem Bachelor und einer mindestens dreijährigen Berufstätigkeit erlangt werden kann)
Hochschulstudium – Verlauf
Die neuen Studiengänge sind alle modular aufgebaut. Das bedeutet, dass das Studienfach in unterschiedliche Module bzw. Themengebiete gegliedert ist, in denen einzelne Kurse absolviert werden müssen. Diese werden dann jeweils mit einer Modulnote bewertet. Je nach Studiengang kann die Anzahl der Module und der Kurse pro Modul sehr stark differieren. Für einen erfolgreich absolvierten Kurs gibt es eine vorher festgelegte Anzahl von Kreditpunkten, für die beispielsweise eine Prüfung abgelegt, ein Referat gehalten oder eine schriftliche Ausarbeitung angefertigt werden muss. Diese Kreditpunkte entsprechen dem European Credit Transfer System (ECTS) und stellen sicher, dass die Studiengänge auch wirklich international vergleichbar sind. Außerdem können dadurch Leistungen im Studium bei einem Wechsel der Hochschule leichter angerechnet werden.
Hochschulstudium – Kosten und Finanzierung
Neben den Lebenshaltungskosten von durchschnittlich etwas mehr als 700 Euro im Monat fallen in Deutschland in allen Bundesländern Verwaltungs- und Immatrikulationsgebühren für das Hochschulstudium, sowie vielerorts zusätzlich noch Studiengebühren an. Die Studiengebühren betragen an den staatlichen Hochschulen maximal 500 Euro pro Semester, können bei privaten Einrichtungen jedoch auch deutlich höher liegen.
Bei der Finanzierung des Studiums greifen die meisten Studenten auf eine Mischung aus Unterstützung durch die Eltern, Förderung durch das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) und selbst verdientem Geld zurück. Außerdem gibt es in Deutschland ein Stipendiensystem, welches in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut wurde. Nach der Einführung der Gebühren für das Hochschulstudium wurde zusätzlich die Möglichkeit geschaffen, einen Studienkredit oder ein Studienbeitragsdarlehen zu beantragen. Diese müssen nach Abschluss des Hochschulstudiums ebenso wie Teile des BAföGs zurück gezahlt werden.






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