
Der Bildungshaushalt ist in Deutschland der viertgrößte Bereich, für den Geld ausgegeben wird. Das Bundesministerium für Verteidigung bekommt zum Beispiel dreimal so viel Geld wie der Bildungshaushalt. Wie verteilen sich die Ausgaben des Bundeshaushalts?
Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, jedes Jahr mindestens 3% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in die Bildung zu investieren. Für das Jahr 2010 hat die Regierung ein Gesamtvolumen von 10,9 Milliarden Euro für den Bildungssektor veranschlagt, was ein Plus von etwa 6,5% Zuwachs gegenüber dem vergangenen Jahr bedeutet. Das sind rund 660 Millionen Euro Zuwachs für Bildung und Forschung. Dieses Mehrvolumen soll unter anderem in folgende Bereiche fließen:
- Dem demografischen Wandel entsprechend soll die Forschung im Bereich der Gesundheit und für die alternde Gesellschaft intensiviert werden.
- Mit der Förderinitiative „KMU-initiativ“ sollen kleinere und mittelgroße Unternehmen in ihren Forschungs- und Entwicklungs-Bemühungen unterstützt werden.
- Die Energie- und Klimaforschung soll intensiviert werden.
- Die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene im Bereich Bildung soll ausgebaut werden.
Der Bildungshaushalt im Kontext des Bundeshaushalts
Gemäß Artikel 10 des Grundgesetzes wird der Haushalt in Deutschland jährlich oder alle zwei Jahre neu bestimmt. Der Haushalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Jahr 2010 ist mit 10,9 Milliarden Euro der sechstgrößte in Deutschland. Darüber liegt nur noch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (143,19 Milliarden Euro), Bundesschuld (38,86 Milliarden Euro), Verteidigung (31,11 Milliarden Euro), Verkehr/Bau (26,31 Milliarden Euro) und Gesundheit mit 16,13 Milliarden Euro.
Die Entwicklung des Bildungshaushalts
Die Ausgaben für den Bereich Bildung und Forschung sind seit 1995 kontinuierlich angestiegen:

Trotz dieses absoluten Anstiegs muss angemerkt werden, dass der Anteil des Bruttoinlandsproduktes, der in den Bereich Bildung investiert wird, bereits seit Jahrzehnten rückläufig ist. Er lag im Jahr 1975 noch bei 5,09 % und ist bis 1985 auf 4,21%, 1995 auf 4,22% und 2005 auf 4,04% (laut Bundesministerium für Bildung und Forschung – Zahlen des OECD können abweichen) gesunken. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Wirtschaft – welche das BIP maßgeblich beeinflusst – im selben Zeitraum verhältnismäßig erstarkt ist.





Noch keine Kommentare