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So gelingt Ihnen das Telefoninterview

Immer mehr Personalabteilungen führen Vorgespräche per Telefon, bevor sie den Bewerber persönlich einladen. Wer sich bewirbt, sollte also nicht nur im direkten Kontakt, sondern auch übers Telefon ´gut rüberkommen´. Die Karriereberaterin Doris Brenner gibt Tipps.

Wie können sich Bewerber auf ein verabredetes Telefoninterview vorbereiten?

Wählen Sie für das Telefoninterview  einen Platz aus, an dem Sie sich besonders wohl fühlen und der Ihnen die Möglichkeit bietet, ungestört sprechen zu können.

Gute Lichtverhältnisse, ein bequemes Sitzmöbel mit entsprechender Schreibgelegenheit sowie Ablagefläche für Unterlagen sind sehr hilfreich. Neben diesen Rahmenbedingungen ist eine gute inhaltliche Vorbereitung natürlich besonders wichtig. Sie sollten das Anforderungsprofil der Stelle, auf die Sie sich beworben haben, im Kopf haben und die Aspekte  Ihres Qualifikationsprofils, die darauf besonders passen, gezielt herausarbeiten.

Macht es einen Unterschied, ob die Fachabteilung oder die Personalabteilung des Unternehmens den Bewerber anruft?

Ja, während Mitarbeiter aus der Personalabteilung eher die generelle Passgenauigkeit eines Bewerbers im Fokus haben, geht es im Gespräch mit der  Fachabteilung mehr um die fachliche Qualifikation. Insbesondere im IT-Bereich oder in stark fachbezogenen Funktionen wird häufig ein Experte als Interviewer eingesetzt. Das Telefoninterview soll sicherstellen, dass der Kandidat die relevanten fachlichen Voraussetzungen wirklich mitbringt. Hier geht es oftmals auch um spezifische Fragestellungen, teilweise auch mit konkreten Aufgaben, die zu lösen sind. Neben Faktenwissen ist vor allem wichtig, welcher Lösungsansatz gewählt wird. Bei dem Experten kann es sich um einen internen Mitarbeiter aus dem Fachbereich aber auch im einen externen Fachberater handeln.

Die Kommunikation beim Telefonieren ist anders als in einem Gespräch. Der Blickkontakt fehlt und Gestik und Mimik des Gegenübers bleibt verborgen. Womit kann der Bewerber in dieser Situation punkten?

Der Stimme kommt im Telefoninterview eine ganz besondere Bedeutung bei. Wie heißt es so schön in Stellenanzeigen für Mitarbeiter in Call Centern: Sie müssen mit der Stimme lächeln können!“ Versuchen Sie daher beim Gespräch auch immer wieder zu lächeln, das schafft Lockerheit. Moderatoren im Radio lächeln oft beim Reden, damit die Stimme freundlich, entspannt und engagiert klingt. In der Tat lassen sich Emotionen auch über die Stimme übertragen. Indem Sie versuchen sich Ihren Gesprächspartner vorzustellen oder sogar ein Bild vor sich haben, gelingt dies in der Regel leichter.  Sofern das Interview gleich morgens stattfindet, sollten Sie sicherstellen, dass dies nicht das erste Gespräch an diesem Tag für Sie ist. Auch Stimmübungen oder Singen helfen dabei die Stimme geschmeidig klingen zu lassen.

„Erzählen Sie etwas über sich selbst!“  Am Anfang des Telefonats werden die Bewerber oft aufgefordert, sich kurz vorzustellen. Was sollten die Interviewten bei der Selbst-Präsentation beachten?

Letztendlich möchte Ihr Interviewpartner all das über Sie erfahren, was im Hinblick auf die Besetzung der offenen Position von Bedeutung ist. „Geben Sie mir Argumente, warum ich Sie in die engere Wahl für diese Stelle nehmen sollte!“, ist die Aufforderung, die immer im Mittelpunkt des Interesses steht.
Diesem Wunsch werden Sie am besten gerecht, indem Sie Ihrem Interviewpartner kurz und prägnant Ihr stellenbezogenes Qualifikationsprofil präsentieren.
Die 1-Minuten-Präsentation bietet Ihrem Interviewpartner die Möglichkeit einen ersten Überblick  zu erhalten und Anknüpfungspunkte für das weitere Interview zu finden. Letztendlich ist die 1-Minuten-Präsentation wie das Auswerfen einer Angelrute mit einem Köder, mit dem Ziel, dass Ihr Gesprächspartner „anbeißt“ und Appetit auf mehr bekommt.

Wie reagiert man auf Stressfragen – zum Beispiel zum häufigen Jobwechsel oder Branchenwechsel?

Diese Fragen mögen für Sie Stress hervorrufen, da sie Ihnen unangenehm sind. Für Ihren Gesprächspartner sind es jedoch Fragen, mit denen er Sie nicht provozieren oder in die Enge treiben möchte, sondern einen Informationsbedarf hat.

Schließlich können sich für das zukünftige Arbeitsverhältnis hier mögliche Risiken verbergen. Gehen Sie daher offen mit diesen Fragen um und erklären Sie den Sachverhalt ohne sich zu rechtfertigen.
Letztendlich sollte Ihre Antwort für den Gesprächspartner Bedenken ausräumen können. Dies gelingt am besten, indem Sie deutlich machen, was Sie aus der Vergangenheit gelernt haben und wie Sie heute mit den entsprechenden Situationen anders umgehen würden.


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