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Zeiss fördert Informatiker der Universität Jena

Die Carl Zeiss AG stellt der Graduiertenschule „Bildverarbeitung und Bildinterpretation“ zwei Stipendien zur Verfügung, die an den Lehrstuhl für Digitale Bildverarbeitung der Universität Jena vergeben wurden. Aus über 200 Bewerbungen sind Christoph Göring von der Uni Jena und Mahesh Venkata Krishna von der RWHT Aachen ausgewählt worden.


Forschen sollen die Doktoranden zu den Themen Bewegungsanalyse/Motion Pattern Classification sowie Transfer von Klassifikatorwissen auf neue Klassifikatoren.
Letzterer Komplex sei insbesondere relevant, wenn es um die Fertigung neuer Teile geht, erläutert Prof. Dr. Joachim Denzler von der Friedrich-Schiller-Universität. Hierbei werden sogenannte auf Fehlersuche spezialisierte Klassifikatoren für eine neue Klassifikationsaufgabe angelernt, so der Bildverarbeitungs-Experte weiter. Ziel sei es, Defekte zugunsten ihrer künftigen Vermeidung erfolgreich zu identifizieren. „Das Anliegen ist es, Defekte automatisch zu erkennen und auszusortieren“, sagt Denzler. Die Crux: Wenn ein Teil zum ersten Mal gefertigt wird, wissen die Experten nicht, was für Fehler auftreten können. „Es gibt aber Beispiele aus vorhergehenden Serien, aus denen man lernen kann“, sagt der Lehrstuhlinhaber für Digitale Bildverarbeitung. Im Rahmen der Promotion sollen Algorithmen und benutzerfreundliche Konzepte entwickelt werden, die es ermöglichen, bereits erfolgreich angelernte Klassifikatoren an die neue Aufgabenstellung anzupassen.

Bei der visuellen Analyse von Bildfolgen, also von Videos, etwa in der Mikroskopie oder im Bereich der Sicherheitstechnik, entstehen oft große Datenmengen. Allerdings sind häufig nur kürzere oder lokal begrenzte Sequenzen von Interesse. Erschwerend für die Analyse solcher Bildfolgen kommt oft hinzu, dass während einer Aufnahme das Bildgenerierungssystem auf bestimmte Ereignisse angepasst werden muss – etwa durch Zoom – oder dass schlechte Aufnahmebedingungen die Bildqualität vermindern. Ziel der durch das zweite Stipendium finanzierten Promotion soll es sein, eine automatisierte quantitative Analyse von Bildszenen zu ermöglichen.

„Die Stipendien, die auf drei Jahre ausgelegt sind, wurden international ausgeschrieben und die Ausgewählten haben am 1. September begonnen“, freut sich Prof. Denzler. Der Charme der Stipendien liege auch in der engen Zusammenarbeit mit Zeiss. „Die Doktoranden haben Ansprechpartner direkt im Unternehmen, das auch Qualitätskontrollen durchführt, also schaut, dass alles richtig ist.“ Diese beiden Stipendien eingerechnet, werden an Denzlers Lehrstuhl künftig insgesamt drei Dissertations-Projekte durch Zeiss gefördert; das bereits laufende aus Mitteln der Carl-Zeiss-Stiftung.
Durch Förderungen aus der Wirtschaft nach dem Beispiel von Zeiss hofft das Team um Joachim Denzler, den Erhalt der Graduiertenschule auch über das Auslaufen der Landesmittel in 2012 hinaus sichern zu können. Seit 2010 gehört das Institut für Informatik der Friedrich-Schiller-Universität Jena neben der TU Ilmenau zur Graduiertenschule für Bildverarbeitung und Bildinterpretation. Ebenfalls beteiligt sind Physiker und Bioinformatiker der Uni Jena sowie das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik in Jena. Das Land Thüringen hat die Graduiertenschule 2009 genehmigt; ihre zwölf Doktorandenstellen werden mit insgesamt 1,1 Millionen Euro aus dem ProExzellenz-Programm gefördert. Vier der Landes-Stipendien entfallen auf die Uni Jena. In ein weiteres so gefördertes Dissertations-Projekt teilen sich Jena und Ilmenau.
Schwerpunktthemen der Graduiertenschule sind Bildverarbeitung und sensornahe Verarbeitung, verteiltes Datenmanagement und Algorithmik sowie Bildanalyse, Bildinterpretation und Bildverstehen. Die Forschungsergebnisse finden ihre Anwendung etwa auf dem Gebiet der Bildverarbeitung für die Produktionssteuerung und Qualitätssicherung, in der zwei- und dreidimensionalen Präzisionsmesstechnik sowie in der Interaktion und Kooperation von Mensch und Maschine.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.uni-jena.de


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