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Wie soll der Einfluss von Investoren im deutschen Profi-Fußball reguliert werden?

Die so genannte 50+1-Regel in der Satzung des Deutschen Fußball-Bundes, die seit 1998 einen mehrheitlichen Einfluss von Investoren bei Bundesligaklubs verhindert, erfährt zwar einerseits großen Zuspruch wird aber andererseits in ihrer Ausgestaltung seit mehreren Jahren heftig diskutiert.

Die Regelung besagt, dass ein Fußballverein an einer Kapitalgesellschaft 50 Prozent plus eine Stimme halten muss, um die Fäden der Abteilung Profi-Fußball in den Händen zu behalten. Damit wurden bisher im deutschen Profi-Fußball Übernahmen von Klubs durch Investoren verhindert. Lediglich Werksvereine, die seit 1979 oder eher ohne Unterbrechung erheblich durch einen Investor gefördert wurden, dürfen dem mehrheitlichen Einfluss des Investors unterliegen und somit durch den Investor kontrolliert werden.

Sportökonomen der Technischen Universität Chemnitz und der Hochschule Wismar interessiert nun in einem Forschungsprojekt die Meinung der deutschen Fußballfans zu diesem Thema.

“Wir möchten herausfinden, wie sie die bestehende Regelung einschätzen und welche Gründe im Detail aus ihrer Sicht für eine Beibehaltung oder Aufhebung der 50+1-Regel bedeutsam sind”, sagt Prof. Dr. Gregor Hovemann, Inhaber der Professur für Sportsoziologie/-management an der TU Chemnitz. Sein Mitarbeiter Dr. Joachim Lammert fügt hinzu: “Dabei geht es um viele Aspekte, beispielsweise um die Mitbestimmung von Fans und die Gleichbehandlung von Fußballclubs.” Aufbauend auf den Umfrageergebnissen wollen die Chemnitzer Sportökonomen zusammen mit Sebastian B. Bauers, Student des Masterstudiengangs Tax and Business Consulting an der Hochschule Wismar, Empfehlungen für die künftige Ausgestaltung der 50+1-Regel geben.

Die Fans von Fußballklubs der Bundesligen, der 3. Liga und der Regionalligen sind nun aufgerufen, an der Online-Befragung teilzunehmen, für die sie etwa sieben Minuten benötigen. “Aufgrund der hohen Relevanz dieses Themas im deutschen Fußball haben wir bereits alle Fußballklubs der Bundesliga und 2. Bundesliga befragt, auf die die Regel Anwendung findet. Zusätzlich wurden die Fußballklubs der 3. Liga und der Regionalligen, die durch den Wettstreit mit den Zweitmannschaften der ersten beiden Ligen indirekt betroffen sind, bei dieser Umfrage berücksichtigt. Nun erweitern wir die Befragung auf die Fans dieser Klubs”, berichtet Hovemann und fügt hinzu: “Dies ist übrigens die erste empirische Untersuchung rund um die einflussreiche 50+1-Regel, die sich umfassend den Hintergründen widmet.” Am 20. Juli 2011 startet die Online-Befragung. Bis zum 31. August können Deutschlands Fußballfans ihre Meinung im Internet abgeben: http://www.tu-chemnitz.de/hsw/sportwissenschaft/50plus1

Weitere Informationen:
Dr. Joachim Lammert,
E-Mail .