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Warum Wolken nicht vom Himmel fallen

Prof. Andreas Heintz schrieb ein originelles Lehrbuch zur Thermodynamik.


Die Universität Rostock unterstreicht nicht nur durch die Einführung der Bachelor-/ Master-Studiengänge ihre Hinwendung zu zukunftsorientierten Ausbildungsformen, sie trägt auch zur Entwicklung moderner und aktualisierter Lehrinhalte bei. Ein Beispiel dafür ist Prof. Dr. Andreas Heintz, Leiter der Abteilung Physikalische Chemie im Institut für Chemie, dessen jüngstes Lehrbuch zur Thermodynamik kürzlich im renommierten Springer-Verlag erschienen ist. „Gleichgewichtsthermodynamik – Grundlagen und einfache Anwendungen“ (523 Seiten, 136 Abbildungen) ist der erste Band eines umfassenden Werkes, das die Grundlagen der Thermodynamik in neuartiger Weise darstellt und nicht nur eine sorgfältige und moderne Darstellung ihrer Grundlagen bietet, sondern vor allem auch durch zahlreiche und originelle Beispiele sowie Übungsaufgaben aus allen Bereichen der Naturwissenschaften und Technik bis hin zur Medizin und des Alltagslebens deutlich macht, dass Thermodynamik zu einer der wichtigen Querschnittswissenschaften in der modernen Industriegesellschaft geworden ist.

Thermodynamik beschäftigt sich mit materiellen Systemen (das kann ein Stein, ein Stern, ein Tropfen Wasser, ein Auto oder sogar ein ganzer Mensch sein), die ständig Energie in Form von Wärme, Arbeit oder auch Strahlung sowie andere Materie mit seiner Umgebung austauschen und dabei auch Materie in eine andere chemische  Form umwandeln können. Die Gesetze der Energieerhaltung (1. Hauptsatz) und der ständigen Entropievermehrung in der Welt (2. Hauptsatz) sind die Grundlagen für das, was mit einem System geschehen kann, in welchen Zustand es gelangen kann. „Die Thermodynamik erklärt nicht nur, wie ein Automotor, eine Rakete oder eine Kanone funktioniert, sie erklärt auch, warum die Wolken nicht vom Himmel fallen und es auf dem Kilimandscharo viel kälter und die Luft viel dünner ist als auf Meereshöhe“, umreißt Prof. Heintz sein Spezialgebiet. Oder es lassen sich Fragen beantworten, wie Kernkraftwerke funktionieren und Strom erzeugen, und wie es in Fukushima zu den spektakulären Wasserstoffexplosionen kommen konnte. Auch wer wissen will, wie zum Beispiel ein Galileo-Thermometer oder ein Druckkochtopf funktioniert, warum es Diamanten gibt oder warum sich Wasser und Alkohol mischen, Wasser und Benzin dagegen nicht (oder kaum), wird ein Lehrbuch der Thermodynamik zu Rate ziehen müssen.

„Unsere Universitäten und Hochschulen gehören nach wie vor zu den tragenden  Institutionen der Grundlagenforschung in unserer Gesellschaft. Eine fast noch wichtigere Rolle kommt ihnen jedoch in der Lehre zu, denn fast der gesamte akademische Nachwuchs erfährt seine berufsqualifizierende Ausbildung an den Universitäten“, so Prof. Heintz. Mit Bedauern stellt er daher fest: „Die Lehre wird oftmals unterschätzt. Aber ohne exzellente Lehre gibt es auch keine exzellente Forschung.“

Das Buch von Prof. Heintz führt den Leser systematisch durch die Grundlagen der Thermodynamik und damit zu einem quantitativen Verständnis ihrer vielfältigen Phänomene und Anwendungen in Natur und Technik. Es ist geeignet zum Selbststudium, zum Nachschlagen wie auch zum Gebrauch in Grund- und Spezialvorlesungen aller naturwissenschaftlicher Studienfächer, insbesondere der Chemie, Physik, Ingenieurwissenschaften und Geowissenschaften.

Näheres zum Buchinhalt unter:
http://www.springer.com/chemistry/physical+chemistry/book/978-3-642-16889-5?cm_mmc=event-_-bookAuthor-_-congratulation-_-0&cm_mmc=EVENT-_-BookAuthorEmail-_-


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