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Vier Dampfpflug-Lokomotiven in Aktion

So etwas hat es in Südwestdeutschland seit 50 Jahren nicht mehr gegeben: Gleich vier Dampfpflug-Lokomotiven mit einem Gewicht von je 25 Tonnen fahren beim 17. Hohenheimer Feldtag über den Acker. Anlass ist der 100. Geburtstag der museumseigenen Heucke-Dampfpflug-Lokomotive. Das Motto lautet in diesem Jahr „Dampfpflügen in Hohenheim – Bodenbearbeitung im Wandel der Zeit“.

Von der Arbeit mit der bloßen Hand bis zur modernsten Technik ist beim Feldtag alles zu sehen, was die Ingenieure auf diesem Gebiet jemals entwickelt haben. „Am spannendsten sind die Entwicklungen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs“, sagt Dr. Klaus Herrmann, Leiter des Deutschen Landwirtschaftsmuseums. Zusammen mit dem Institut für Agrartechnik und der Versuchsstation für Nutztierbiologie und Ökologischen Landbau richtet er den Hohenheimer Feldtag aus. „In dieser Zeit wurden die Traktoren immer größer und stärker. In den 1960er Jahren hatten sie noch 50 PS. Heute sind wir schon bei 500.“

Allein 23 Trecker mit Pflügen, Eggen und Grubbern veranschaulichen auf dem 17. Hohenheimer Feldtag die Technikgeschichte der Nachkriegszeit. „In dieser Zeit wurde der Schlepper Hightech“, sagt Dr. Herrmann. „Zuerst hat man die Gerätschaften hinter die Zugmaschine gespannt. Aber dann kam in den 1950er Jahren der Ferguson TED 20 auf  den Markt und fortan bildete beides eine Einheit. Seitdem kann ein Bauer den Pflug vom Führerstand aus bedienen.“

Dampflokomotiven auf dem Acker

Sie sind vier Meter hoch, zehn Meter lang, wiegen mit Wasser und Kohle an Bord ganze 25 Tonnen und sind im Gespann so stark wie 500 Pferde: die Dampfpflug-Lokomotiven, die an der Wende zum 20. Jahrhundert aufkamen. Im südwestdeutschen Raum waren sie auch damals eine Rarität. Denn für diese stählernen Ungetüme waren die meisten Felder zu klein.

Auch auf den Feldern der Universität Hohenheim kam ein solcher Koloss bislang nur zweimal zum Einsatz. „So ein Anblick hat sich in Südwestdeutschland zuletzt vor 50 Jahren geboten“, ist sich Dr. Herrmann sicher. Zwei dieser Stahl-Giganten sind im Besitz des Deutschen Landwirtschaftsmuseums. Die anderen beiden gehören dem Verein Freunde Historischer Dampftechnik aus Kirchheim unter Teck. Bundesweit gibt es nur noch sieben betriebsbereite Dampfpflug-Lokomotiven.

Um zu zeigen wie der Boden überhaupt aussieht, den die vorgeführten Landmaschinen bearbeiten, gibt es beim 17. Hohenheimer Feldtag ein mehrere Meter tiefes begehbares Bodenprofil. Kinder können sich auf dem Tretschlepper-Parcours austoben oder das Ochsengespann und die Zugpferde bestaunen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter: https://www.uni-hohenheim.de