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Vechtaer Geschichtsprofessorin als Expertin gefragt

Als Expertin für Geschichte ist Claudia Garnier weit über Vechta hinaus gefragt: Für das ZDF arbeitete sie mit an der Sendereihe „Der Heilige Krieg“ und vermittelte Expertenwissen über seine Ursprünge und Entwicklung in der Zeit zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert.

Seit Mai diesen Jahres hat die gebürtige Hessin an der Universität Vechta die Professur für Geschichte der Vormoderne am Institut für Geistes- und Kulturwissenschaften (IGK) inne. „Das ZDF ist auf mich zugekommen, weil ich lange Zeit am Exzellenzcluster ‚Religion und Politik’ in Münster tätig war und mich dort mit dem Verhältnis von Religion und Politik im Mittelalter beschäftigt habe“, erzählt Garnier. „Gedreht haben wir Ende April in Köln. In die Dokumentation wurden kurze Sequenzen geschnitten, in denen ich über die Entstehung und Bedeutung des Heiligen Krieges sowie die Konfrontation zwischen Christentum und Islam berichte.“ In den ersten beiden Folgen der fünfteiligen Dokumentarreihe ist Garnier als Expertin zu sehen. Folge 1 wurde bereits gesendet, Folge 2 wird am kommenden Sonntag ausgestrahlt. „Die beiden Folgen beleuchten die Entstehung und den Wandel des Heiligen Krieges. Das zentrale Thema in der kommenden Folge werden die Kreuzzüge und die Wahrnehmung der kriegerischen Gewalt auf Seiten des Christentums und des Islams sein.“

Garniers Professur ist in der Abteilung für Kulturgeschichte und vergleichende Landesforschung des IGK angesiedelt. Die Schwerpunkte der Professur orientieren sich an der kulturwissenschaftlichen Ausrichtung der Universität Vechta. Im Mittelpunkt stehen dabei kulturelle und soziale Entwicklungen im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Auch politischer Wandel und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft gehört zu ihren Arbeitsbereichen. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte liegt dabei auf dem Thema „Herrschaft und Kommunikation“: Rituale der Politik, ihre Netzwerke und der Umgang mit Konflikten, Krieg und Gewalt interessieren Claudia Garnier besonders. Ebenso beschäftigt sie sich mit der Frage, wie unterschiedliche Kulturkreise in vormoderner Zeit miteinander in Kontakt traten und politische Beziehungen pflegten.

Die 41-jährige Garnier studierte Geschichte und Slavistik in Gießen und in Kazan in der autonomen russischen Republik Tatarstan. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin war sie an den Universitäten Gießen und Bonn tätig. Nach der Promotion in Bonn arbeitete Garnier als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Münster, wo sie auch habilitierte. Nach einer Lehrstuhlvertretung an der Universität Heidelberg und einer weiteren Tätigkeit in Münster wechselte Garnier im Frühjahr 2011 an die Universität Vechta.

Weitere Informationen unter: www.uni-vechta.de