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Unternehmensfinanzierung langfristig sichern

Seit Beginn der Finanzkrise im Herbst 2008 verlangen Banken für Kredite höhere Sicherheiten oder bewerten die vorhandenen Sicherheiten geringer als zuvor. Die betroffenen Unternehmen bekommen als Folge Darlehen gar nicht oder nur zu ungünstigeren Konditionen.

An der Georg-Simon-Ohm-Hochschule wird nun ein computerbasiertes Schulungstool entwickelt, das Unternehmen hilft, ihre Bonität einzuschätzen und langfristig zu verbessern. Das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird mit 79.941 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds und mit 21.536 Euro durch den Freistaat Bayern finanziert. In der Entwicklungsphase sind fünf kleine Unternehmen aus strukturschwachen Regionen Bayerns beteiligt.

„Gerade für den Mittelstand könnte es in der Zukunft noch deutlich schwerer werden, an frisches Fremdkapital zu kommen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Bahlinger vom Kompetenzzentrum Finanzen an der Ohm-Hochschule. „Scheitern Kreditverhandlungen zwischen Banken und Unternehmen, führt dies beim betroffenen Unternehmen nicht nur zu weniger Investitionen, auch Arbeitsplätze und die Volkswirtschaft nehmen Schaden“, so Prof. Dr. Bahlinger weiter. Bessere Kreditversorgung für den Mittelstand Zur Verbesserung der Kreditversorgung des Mittelstands ist es unbedingt nötig, die Bonität der Unternehmen zu erhöhen, denn Banken stützen ihre Kreditwürdigkeitsprüfung hauptsächlich auf
ein Finanzrating der Kapital suchenden Unternehmen. Kleine und mittlere Unternehmen verfügen in der Regel weder über die nötige eigene Finanzexpertise, noch über externe Berater, um Gestaltungsmöglichkeiten zur Verbesserung des Finanzratings zu erkennen.

Das Schulungstool

Das geplante Schulungstool soll diesen Mangel an Know-how beheben und Unternehmen eineGrundlage für eine fundierte Selbstdiagnose bieten. Es richtet sich an die Geschäftsführung von kleinen und mittleren Unternehmen und wird nach Fertigstellung zu den E-Learning-Angeboten der
Ohm-Hochschule gehören. Prof. Dr. Bahlinger und sein Team sind davon überzeugt, dass den beteiligten Unternehmen dauerhafte Vorteile bei der Kreditversorgung entstehen und ihre Fremdkapitalkosten sinken werden, denn sie können mit Hilfe des Tools eigene Schwachstellen
erkennen und Bankgespräche besser vorbereiten.

Netzwerk „Pro Bonität“

Zwischen der Ohm-Hochschule, ihren Kooperationspartnern aus der Wirtschaft und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der E-Learning-Angebote soll ein Netzwerk „Pro Bonität“ entstehen, das die kontinuierliche Verbesserung der Kreditwürdigkeit von kleinen und mittleren
Unternehmen betreibt. Im Rahmen des Online-Angebots werden Foren und Communities aufgebaut, in denen Erfahrungen mit Kreditinstituten und Best-Practice-Verfahren ausgetauscht werden können.

Kompetenzzentrum Finanzen

Das Kompetenzzentrum Finanzen an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule betreibt anwendungsorientierte Spitzenforschung in enger Kooperation mit Finanzinstitutionen und Unternehmen.

Europäischer Sozialfonds

Der Europäische Sozialfonds wurde 1957 in Rom ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit schafft er Arbeitsplätze, unterstützt die Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung und trägt zum Abbau von Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt bei. Ziel der Europäischen Union ist es, dass alle Menschen eine berufliche Perspektive erhalten.

Weitere Informationen unter: www.ohm-hochschule.de


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