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UDE: Fachübergreifender Workshop – Menschliche Maschinen

Es passiert tausendfach, in jeder Sekunde. Menschen sitzen vor Bildschirmen, klicken mit der Maus oder verriegeln Ventile und greifen damit in technische Prozesse ein. Wie die Anlagen im einzelnen funktionieren, müssen sie dabei nicht unbedingt wissen – wohl aber, wie sie diese am besten nutzen. Ein interdisziplinärer Workshop an der Universität Duisburg-Essen (UDE) bringt sehr unterschiedliche Expertisen zusammen, um sich mit diesem Zusammenspiel auseinandersetzen. „Kognitive Systeme: Mensch, Teams, Systeme und Automaten“ ist das Leitmotiv des Treffens am 28. und 29. September am Campus Duisburg.

Wie gelingt die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine? Diese zentrale Frage wird aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. „Meinen Ingenieure eigentlich das Gleiche wie Psychologen, wenn sie von Modellen oder Systemen sprechen?“, beschreibt Prof. Dr. Dirk Söffker den grundlegenden Ansatz. Im Mittelpunkt stehen nicht nur bekannte Assistenz- und Überwachungssysteme wie Abstandsmesser in Autos, sondern u.a. auch Neuerungen aus der Humanoiden Robotik.

Mit dem individuellen Lernen, Planen und Handeln befassen sich neben Psychologen auch Informatiker und Regelungstechniker. Umso mehr Sinn macht es, dass sie sich über ihre Herangehensweisen austauschen. „Wir leben in unterschiedlichen Welten und erwarten dadurch neue Erkenntnisse. So können wir komplizierte Prozesse für jedermann zugänglich machen“, hofft Ingenieur Söffker.

Der Workshop gilt auch als „Testlauf“ für das im Frühjahr 2012 startende Promotionskolleg, das von der Hans-Böckler-Stiftung gefördert wird und an dem die UDE-Lehrstühle Wirtschafts- und Organisationspsychologie, Arbeit und Qualifikation, Vergleichende Soziologie, Computergraphik und Wissenschaftliches Rechnen sowie Steuerung, Regelung und Systemdynamik beteiligt sind. Vier Doktoranden sollen dann die menschengerechte Mensch-Maschine-Kommunikation und -kooperation der Zukunft intensiver erforschen.

Der Workshop will als erster Auftakt deutlich machen, wie die einzelnen Disziplinen ticken. „Dabei geht es u.a. um die wirkungsvolle Zusammenarbeit von Teams, die Gestaltung optimaler Schnittstellen oder Entscheidungsabläufe“, zählt Professor Söffker Beispiele auf. Neben der Verständigung zwischen Menschen und der Kommunikation mit Maschinen sollen hierarchische und funktionale Zusammenhänge diskutiert werden. Neue Ideen für zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten fließen ebenso ein wie die gesellschaftspolitischen Aspekte der Integration von Personen, die nicht an traditionellen Arbeitsprozessen teilhaben können, z.B. da sie betreuungsbedürftige Personen versorgen.

Weitere Informationen: http://www.teamworx-bywire.de
Prof. Dr.-Ing. Dirk Söffker, Tel. 0203/379-3429, ; Prof. Dr. Annette Kluge, Tel. 0203/379-2559,