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Tage für Interpretation und Aufführungspraxis

In Anlehnung an den Titel einer Komödie des Dramatikers Christian Dietrich Grabbe widmen sich die diesjährigen „Tage für Interpretation und Auffüh-rungspraxis“ dem musikalischen Humor in all seinen Facetten. Neben Profes-soren/innen der Hochschule für Musik Saar sind an der Durchführung des mehrtägigen Meisterkurses (10. bis 14. Oktober 2011) mit dem Pianisten und Komponisten Jürg Wyttenbach und dem Ensemble l’art pour l’art wieder hoch-karätige Gastdozenten beteiligt.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Interpretations-tage steht das von hintersinnigem Humor geprägte Schaffen des argentini-schen Komponisten Mauricio Kagel (1931-2008). Fünf thematisch unterschied-liche öffentliche Konzertveranstaltungen runden das Programm des Meister-kurses ab.


Franz Schubert soll die Frage „Kennen Sie lustige Musik?“ gestellt und gleich die Antwort mitgeliefert haben: „Ich nicht.“ Und doch gibt es in der westeuropäischen Musikgeschichte durchaus nennenswerte Beispiele für effektvollen musikalischen Witz. Mozarts Quartett „Ein musikalischer Spaß“, beispielsweise, aber auch unzähli-ge Werke Haydns und Beethovens stehen für diese spezielle Form der musikali-schen Unterhaltung im 18. und 19. Jahrhundert.

Im 20. Jahrhundert wurden humoristische Formen von keinem anderen Komponisten wohl so oft und innovativ eingesetzt wie von Mauricio Kagel, der mit seinem experi-mentellen Musiktheater Geschichte schrieb und in diesem Jahr seinen 80. Ge-burtstag gefeiert hätte. Aus diesem Anlass möchte der Interpretationskurs Einblick in seine Musik geben, ein nahezu alle Gattungen umfassendes Oeuvre, das die „erns-ten Dinge des Lebens“ tief und geistreich aber auch immer lachend reflektierte.

Ebenso hat sich der Schweizer Komponist, Pianist und Dirigent Jürg Wyttenbach in seinem musiktheatralischen Schaffen immer wieder mit satirischen Formen befasst. Hinter der Fassade des Clownesken verbirgt sich jedoch auch hier Nachdenkliches, wie bereits der Titel mancher seiner Werke vermuten lässt („Kunststücke, die Zeit totzuschlagen“, „Claustrophonie“ oder „Lamentoroso“) und bestätigt damit Friedrich Hegels Diktum, Humor sei aufgehobene Negativität.

Konzertprogramm

Montag. 10. Oktober, 19 Uhr Ensemble L’art pour l’art
Werke von Uwe Rasch Arthur Köpke, Ben Patterson, Vinko Globokar, Mauricio Kagel und George Maciunas

Dienstag, 11. Oktober, 19 Uhr 1. Dozentenkonzert
Werke von Theo Brandmüller, Allesandro Poglietti, Mauricio Kagel, Stefan Litwin und Jürg Wyttenbach

Mittwoch, 12. Oktober, 19 Uhr Jürg Wyttenbach – Gesprächskonzert
Jürg Wyttenbach: Sonatine über rätoromanische Volkslieder (1952, rev. 2000)
Ludwig van Beethoven: Klaviersonate in E-Dur op. 109
(mit 6 zusätzlichen aufgrund der Skizzen ausgearbeiteten Variationen)
Jürg Wyttenbach: “…innig beflügelt…” (2010)

Donnerstag, 13. Oktober, 19 Uhr 2. Dozentenkonzert
Werke von Béla Bartók, Jürg Wyttenbach und Charles E. Ives

Freitag, 14. Oktober, 19 Uhr Abschlusskonzert der Teilnehmer/innen

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.hfm.saarland.de


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