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Staatsminister Heubisch gratuliert Passau zum Sprung ins Spitzenfeld der Forschungsförderung

Anlässlich der Förderzusage der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Einrichtung des Graduiertenkollegs „Privatheit“ besuchte Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch am 7. Juli die Universität Passau. Eine fächerübergreifende Forschergruppe untersucht dort künftig das Spannungsfeld zwischen Staat, sozialen Netzwerken, Medien und dem Recht, alleine gelassen zu werden.


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Einrichtung eines Graduiertenkollegs zum Thema „Privatheit. Formen, Funktionen, Transformationen“ mit voraussichtlich 1,55 Millionen Euro. Die Universität vergibt mit den Mitteln Forschungsstellen und -stipendien an den wissenschaftlichen Nachwuchs. Von 2012 bis 2017 forschen Promovierende und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen gemeinsam an einer integrativen Theorie der Privatheit. Für die Universität Passau bedeutet die Förderzusage den Sprung ins Spitzenfeld der Forschungsförderung.

Anlässlich der Förderbewilligung fand am 7. Juli eine Präsentation des Graduiertenkollegs statt, an der Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch teilnahm. Universitätspräsident Prof. Dr. Walter Schweitzer begrüßte die Teilnehmer und brachte seine Freude über die Einrichtung des Graduiertenkollegs zum Ausdruck: „Ich bin stolz, dass wir uns gegen große Konkurrenz haben behaupten können. Das Renommee eines Graduiertenkollegs wird künftige Forschungsanträge erleichtern und die Forschungsförderung an unserer Universität insgesamt beflügeln.“

Prof. Dr. Burkhard Freitag, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer, ordnete das Graduiertenkolleg in das universitäre Umfeld ein: „Das interdisziplinäre Thema Privatheit knüpft an die bestehenden Forschungsschwerpunkte an der Schnittstelle von Staat, Gesellschaft, Medien und Rechtsordnung an und bildet gleichzeitig den Brückenschlag zum geplanten Ausbau der Universität im Rahmen des Konzepts Technik Plus, das neben der Verstärkung im technischen Bereich gerade auch die Interaktion von Technik und Gesellschaft im Blick hat.“

Prof. Dr. Hans Krah, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und designierter Sprecher des Graduiertenkollegs, stellte die Inhalte des Kollegs näher vor: „Verstärkt durch neue Kommunikationskanäle, Medienformate und Technologien machen wir neue Definitionen und Konzeptionen dessen aus, was als ‚Privatheit’ betrachtet wird“. Gemeinsam mit acht Kolleginnen und Kollegen aus der Philosophischen und der Juristischen Fakultät hatte Krah den Antrag eingebracht.
„Das Kolleg tritt in ein Spannungsfeld, das für die Gesellschaft auf vielen Ebenen aktuell und relevant ist – umso größer ist der Bedarf, dieses Gebiet wissenschaftlich auszuleuchten“, erklärt Stefan Halft, Koordinator des Antragsprojekts. Der Staat schafft sich etwa mit Datenspeicherung neue juristische Grundlagen, um die Korrespondenz seiner Bürger zu verfolgen. Die Technik von Smartphones ermöglicht es den Anbietern, ein Bewegungsprofil ihrer Kunden zu erstellen. Gleichzeitig stellen die Menschen in sozialen Netzwerken Informationen aus ihrem Privatleben in bisher ungekanntem Ausmaß zur Verfügung. Diese Prozesse werde das Graduiertenkolleg aus der Perspektive der Rechts-, Medien- und Kulturwissenschaft erforschen. „Dabei will das Kolleg gerade mit Blick auf die virtuellen Welten Mechanismen des informationellen Selbstschutzes aufzeigen“, so Krah.


Als Erfolg für die Universität Passau und den Forschungsstandort Niederbayern wertete auch Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch die Entscheidung der DFG in seinem anschließenden Statement: „Es hat immer Signalwirkung, wenn eine Universität bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft eine Förderung für ein strukturiertes Programm einwirbt. Das ist der Uni Passau in glänzender Weise gelungen. Der Einstieg in die Spitzengruppe bei der Forschungsförderung ist geglückt. Darüber hinaus ist das Graduiertenkolleg hochaktuell und von großem Interesse – über die Fachwelt hinaus.“

Graduiertenkollegs sind Einrichtungen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Das Kolleg „Privatheit. Formen, Funktionen, Transformationen“ ist als strukturierte Graduiertenausbildung konzipiert und soll deutschen wie internationalen Promovierenden eine Basis für deren Forschung bieten. Diese müssen sich in einem Auswahlverfahren durch ihr fachliches Profil und ein herausragendes, fächerübergreifendes Forschungskonzept auszeichnen. Die strukturierten Programme der DFG ermöglichen eine kontinuierliche und weitgehend selbstbestimmte Arbeit an einem Forschungsgegenstand. Entsprechend groß ist der Andrang auf die Fördermittel.

Weitere Informationen unter: www.uni-passau.de


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