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Ranking der Fachhochschulen – Studiengänge beurteilt

Ein Anstieg der Studierendenzahlen ist durch die demografische Entwicklung, die doppelten Abiturjahrgänge und die Aussetzung der Wehrpflicht zu erwarten. Um zuverlässig agieren zu können, hat die Hochschule OWL rechtzeitig eine Studie durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) erstellen lassen.

Zum letzten Wintersemester waren 5.200 Studierende immatrikuliert, zum Jahr 2015 erwartet man eine Steigerung auf 6.200 Studierende.
Was die Neulinge als Studienfach wählen, hängt von vielen Faktoren ab: Heimatnähe, Infrastruktur, Neigung und Berufschancen, aber sicherlich auch die Platzierungen beim CHE-Hochschulranking. Dort werden Jahr für Jahr Ergebnisse in Ranggruppen unterteilt: Spitzen-, Mittel- und Schlussgruppe. Die Bewertungsskala ist etwas irreführend, weil eine Note 2,0 auch zu einer Platzierung in der Mittelgruppe führen kann, wenn viele Hochschulen eine 1,5 bekommen, die 2.0 somit stark relativiert wird. „Es gibt keinen Wert für eine Hochschule insgesamt oder ein Fach insgesamt, sondern bis zu 34 unterschiedliche Indikatoren, die gleich gewichtet jeweils separat gerankt werden“, so Petra Giebisch vom CHE gegenüber der Pressestelle der Hochschule OWL. Somit gibt es auch bis zu 34 unterschiedliche Ranglisten. Um die Ergebnisse der hiesigen Hochschule einzusehen, bietet sich für Jedermann online (Webadresse unten) ein Einstieg über die Suchfunktion Hochschulorte an. In einer Printversion wird das Ranking zudem im ZEIT-Studienführer aufgelistet. Der aktuelle Studienführer 2011/12 ist auf dem Markt. Hier eine Auswahl an Ergebnissen der Studiengänge innerhalb der Hochschule OWL.

Vorab: In einer Spitzengruppe landeten innerhalb der fünf wichtigen Parameter nur wenige Studiengänge. Die Elektrotechnik konnte sich dort im Bereich „Forschungsgelder“ platzieren. Mit drei weiteren Plätzen in der Mittelgruppe schnitt der FB5 unterm Strich am besten ab. Auf vier Punkte in der Mittelgruppe kamen die Architekten aus Detmold, ein Platz in der Spitzengruppe sprang allerdings nicht heraus. Die Ergebnisse waren mit denen aus 2010 vergleichbar, teilweise wurden sogar die Bewertungen aus 2009/2010 übernommen und der Vollständigkeit halber abgedruckt. Dreimal  in die Mittelgruppe wurde zudem der Fachbereich Maschinenbau gevotet. Lemgo und Höxter errangen die Platzierung zusammen. Höxter fiel den Juroren durch eine gute Betreuung auf. Schlecht bewertet wurde hier indes die Studiensituation in Lemgo.

Weniger stark schnitt der FB2, die Medienproduktion, im Vergleich ab. Vier von fünf Parameter – Praxisbezug, Medienlabore, Studierbarkeit und Studiensituation gesamt – scheinen diesmal an anderen Hochschulen deutlich stärkere Feedbacks hervorgerufen zu haben. Dekan Prof. Dr. Steffen Bock dazu:
„Die bloße Verwendung der Begriffe Spitzen-, MIttel- und Schlussgruppe, wie sie CHE in der ZEIT-Publikation benutzt, mag zwar griffig und effektvoll sein, ist bei einem Blick hinter die Kulissen aber schlichtweg unseriös. Nur ein Beispiel: Wir haben für die Kriterien IT-Infrastruktur, Räume und Lehrstudios Noten zwischen 2,0 und 2,3 erhalten. Der Mittelwert über alle Hochschulen lag bei diesen drei Kriterien jeweils bei 1,7, also nur rund eine halbe Notenstufe besser. Bei insgesamt guten Noten finde ich den Begriff Schlussgruppe daher irreführend. Bei derart geringen Unterschieden der Mittelwerte, die zudem auf einem guten Niveau liegen, eine Unterteilung in Spitzen, Mittel- und Schlussgruppe vorzunehmen, darüber kann ich nur den Kopf schütteln.“

Leicht verbessern konnte sich diesmal die Betriebswirtschaft. Allerdings wurden drei Kategorien nicht bewertet, weil die Fallzahlen nicht reichten oder die Daten gar nicht vorhanden waren. Bei der „Internationalen Ausrichtung“ reichte es nur zur Schlussgruppe, bei der Reputation der Professoren für das Mittelfeld. Ordentlich schnitt die Informatik ab: zweimal Mittelgruppe, dreimal nicht gewertet. Hochschul-Präsident Dr. Oliver Herrmann abschließend: „Ja, die Lehre ist verbesserungsfähig, dies ist sicherlich eine meiner Hauptaufgaben, wir werden sie gemeinsam mit den Fachbereichen angehen.“

Das Ranking im Netz unter: http://ranking.zeit.de/che2011/de/orte


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