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Plagiatsvorwurf an Prof. Dr. Cornelia Scott

Seit dem 11. August 2011 wird über die Medien ein Plagiatsverdacht gegenüber Prof. Dr. Cornelia Scott, Professorin für „International Management and International Finance“ an der Hochschule Anhalt, in Bezug auf ihre Dissertationsschrift verbreitet.

Prof. Dr. Scott hat in der Zeit von 2003 bis 2007 an der Wirtschaftsuniversität Krakau (University of Economics) im Rahmen eines Promotionsstudienganges im externen Verfahren ihre Dissertationsschrift zum Thema „The Influence of National Culture on Stock Option Programmes as Motivators – the Case of Managers in Germany“ verfasst. Die Dissertation enthält als wesentlichen Schwerpunkt eine empirische Analyse des Einflusses von nationaler Kultur auf die praktische Anwendung von Aktienoptionsprogrammen als Management Anreizsysteme anhand des Beispiels von Managern in Deutschland. Auf den Seiten 1, 2, 122 und 176 der Dissertation wurden über die Internetplattform VroniPlag wörtliche oder sinnentsprechend übernommene Passagen aus einem Manuskript (Fernandez, R. [2006] Women, Work and Culture. Material unpublished) dargestellt. Die damals noch nicht veröffentlichte Schrift wurde im Literaturverzeichnis als Quelle angegeben (Fernandez, R. [2006] Women, Work and Culture. Material unpublished). In der wissenschaftlichen Arbeit müssen wörtliche Zitate gesondert gekennzeichnet werden. Aufgrund dieser wissenschaftlich-formal nicht korrekten Darstellung in den genannten Abschnitten hat daher Prof. Dr. Scott bei der Wirtschaftsuniversität Krakau beantragt, das Promotionsverfahren auf diesen Aspekt hin zu überprüfen. Für den Zeitraum der Überprüfung lässt sie ihr Ehrenamt als Präsidentin des Bundesverbandes deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb e. V.) ruhen.

In Abhängigkeit vom Prüfungsergebnis des zuständigen Fakultätsrates der Wirtschaftsuniversität Krakau wird der Präsident der Hochschule Anhalt, Prof. Dr. Dieter Orzessek, gegebenenfalls die an der Hochschule Anhalt eingerichtete Kommission zur Überprüfung von wissenschaftlichem Fehlverhalten unter Leitung des Ombudsmannes, Prof. Dr. Klaus Lorenz, einschalten, die für die weitere Behandlung des Falles Empfehlungen erarbeitet. Überprüfungen zur Einhaltung der festgelegten Standards in der wissenschaftlichen Arbeit werden von der Hochschule Anhalt ausdrücklich befürwortet. Seit geraumer Zeit werden beispielsweise über eine spezielle Software Projekt-, Bachelor- und Masterarbeiten überprüft.

Die Arbeitsweise der Internetplattform VroniPlag wird von Seiten der Hochschule Anhalt als bedenklich angesehen. Bei einem seriösen Verfahren würde im Falles eines Plagiatsverdachtes zuerst die Einrichtung, die den entsprechenden Titel verliehen hat informiert sowie die aktuelle Dienstelle benachrichtigt. Ein Verfahren, das über anonyme Hinweise in Gang gesetzt und dann über Medien verbreitet wird, dient vorrangig dazu, Menschen zu ermuntern missliebige Personen anzuzeigen, um sie dann über eine Medienjagd zu beschädigen.