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Physiker können auch Frauen sein

Im letzten Wintersemester (2010/11) lag der Frauenanteil unter den Kieler „Physik-Erstis“ bei 15 Prozent. Diese Zahl zu erhöhen, dafür setzen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) mit den Physik-Projekt-Tagen 2011 ein.

Heute (Donnerstag, 18. August), dem zweiten Projekttag, tauchten 54 Schülerinnen aus Schleswig-Holstein tief in die Geheimnisse von Solarenergie, Regenbögen und Plasmaphysik ein. Am Samstag, 20. August, werden die Ergebnisse der Schülerinnenprojekte der Öffentlichkeit präsentiert.

„Die jungen Frauen lernen hier, dass Physik oder auch die Naturwissenschaften im Allgemeinen nicht für Männer reserviert sind. Eine Solarzelle zu entwickeln oder den Startknopf für eine Wasserstrahlrakete drücken zu können, hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Deshalb wollen unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Talente und Interessen der Schülerinnen wecken und ihnen zeigen, dass naturwissenschaftliche und technische Berufe und das dazugehörige Studium für sie offen sind“, erklärte CAU-Vizepräsidentin Birgit Friedl während eines Rundgangs durch die Projektlabore.

Jochen Wilms, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Physikzentrum, freut sich über das große Interesse an den Projekttagen: „Mehr als doppelt so viele Schülerinnen wie erwartet haben sich für die Physik-Projekt-Tage 2011 angemeldet. Dieses Interesse ist wirklich großartig. Wir haben die Veranstaltung ausgedehnt, damit alle Schülerinnen teilnehmen können.“ Wilms weiter: „Chancengleichheit und Vielfalt sind sehr wichtig für eine kreative Gesellschaft und wissenschaftlichen Fortschritt. Es wäre fahrlässig, von vornherein auf die Hälfte aller Ideen und Sichtweisen zu verzichten. Also sind zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aktiv geworden, um junge Frauen für das Physikstudium zu begeistern.“

Jeweils zwei bis vier Mädchen arbeiten in Gruppen an neun physikalischen Themen (Alles Logisch, Energiesparlampe, Physik & Musik, Plasma Spektroskopie, Wasserstrahlraketen, Regenbogen, Solarenergie, Staub im Plasma und Videoanalyse von Bewegungen). Betreut werden Sie dabei von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Physikzentrums an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die Teilnahme ist für die Schülerinnen der Oberstufe kostenlos. Ziel der Veranstaltung ist es, den jungen Frauen ihre Möglichkeiten in den Naturwissenschaften aufzuzeigen und für das Thema der Gleichstellung zu sensibilisieren. Gleichgesinnte Jugendliche können dabei Kontakte knüpfen und sich über das Universitätsstudium informieren. Die Arbeit in Forschungsprojekten und deren Präsentation schafft außerdem ein Verständnis für wissenschaftliches Vorgehen.

Finanziert werden die Projekttage aus Gleichstellungsmitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Sonderforschungsbereiches TR24 „Grundlagen komplexer Plasmen“, einer Kooperation der Universitäten Kiel und Greifswald. Unterstützt wird die Veranstaltung durch das Land Schleswig-Holstein anlässlich des Jahres der Naturwissenschaften sowie durch die Coronic GmbH, die Sparda-Bank und die MLP AG.

Weitere Informationen unter: : www.uni-kiel.de


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