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Per Internet den CO2-Austoß verringern

Wie können wir die Klimaerwärmung aufhalten? Wie lässt sich die Menge der Treibhausgase reduzieren? Diese Fragen beschreiben wichtige Probleme unserer Zeit. Wie man den CO2-Austoß speziell im Güterverkehr mit Hilfe des Internets vermindern könnte, damit beschäftigt sich das Forschungsinstitut Paluno der Universität Duisburg-Essen.


FInest ist der Name des Projektes am Paluno, das die Transport- und Logistikbranche unter die Lupe nimmt. Denn diese ist für rund 15 Prozent aller globalen CO2-Emissionen verantwortlich und damit eine starke Belastung für die Umwelt. Insgesamt hat sich der Ausstoß von Kohlendioxid durch den Transport seit 1990 fast verdoppelt – Tendenz steigend. FInest entwickelt in diesem Umfeld innovative Anwendungsszenarien und IT-Lösungen. Es zeigt Chancen, die das Internet der Zukunft für den internationalen Güterverkehr bietet. Mit Hilfe des Internets sollen zuverlässigere, kostengünstigere, umweltfreundlichere und somit nachhaltige Transport- und Logistiknetzwerke geschaffen werden.

„Nimmt man zum Beispiel den Aufbau eines großen technischen Produktes wie einer Windkraftanlage, dann werden hierbei verschiedene, präzise Bauteile aus unterschiedlichsten Ländern eingesetzt“, erklärt Dr. Andreas Metzger, Technischer Koordinator von FInest. „Aktuell fallen ressourcenintensive Schritte an, wie etwa Zwischenlager, und somit zusätzliche Wege. Denn man merkt erst beim Zusammenbau, ob die Teile beim Transport beschädigt wurden, und muss diese daher durch ein probeweises Zusammensetzen vor der Endmontage überprüfen.“ Durch das Internet der Zukunft könne man den Gütern aber schon vorher wichtige Informationen entlocken – etwa über ihren Zustand. „Wenn ich am Ort der Endmontage weiß, dass alle Bauteile intakt sind, spare ich die Zwischenschritte“, erklärt Metzger. „Und selbst, wenn etwas beschädigt sein sollte, weiß ich das rechtzeitig und kann mich darauf einstellen.“ So brauche es weniger Teilschritte, weniger Puffer, „und das ist ein starkes Mittel für einen geringeren CO2-Austoß.“

Die Eigenschaften der Transportgüter übermitteln Sensoren oder intelligente Etiketten, wie die „Radio-Frequency Identification“ (RFID). Diese erfassen den Zustand der Waren und senden die Informationen über Kommunikationsnetzwerke wie etwa den Mobilfunk.

Auch die Auslastung von Lkw kann mit dem Internet in Zukunft verbessert werden. „Aktuell existierende IT-Lösungen in dieser Branche fokussieren meist lokale und geschlossene Lieferketten. Sie sind daher kaum in der Lage, flexibel auf die Erfordernisse des internationalen Güterverkehrs und akuter logistischer Probleme einzugehen“, so Andreas Metzger. „Mittels künftiger Internet-Technologien ist es jedoch möglich, die Prozesse im weltweiten Personen- und Warentransport effizient und transparent zu gestalten. Dies führt insbesondere zu stark verkürzten Wegen – und das ist ein deutlicher Schritt zur Nachhaltigkeit.“

Das Projekt FInest ist Teil des Forschungsvorhabens „Future Internet Public-Private Partnership“ (FI-PPP) der Europäischen Kommission. Das Gesamtprogramm verfügt über ein Budget von 300 Millionen Euro. Es will durch moderne IT-Lösungen dazu beitragen, die Chancen, die das Internet der Zukunft bietet, zahlreichen Anwendungsbereichen zugänglich zu machen.

Weitere Informationen:
Andreas Metzger,
Tel. 0201/183-4650,

www.paluno.eu, www.finest-ppp.eu


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