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Mit gemeinsamer Kläranlage sparen

Derzeit bauen Treptitzer Grundstückseigentümer gemeinsam eine private Kläranlage. Das Konzept einer dezentralen Abwasser-entsorgungslösung in dem kleinen Ort bei Oschatz entwickelte das Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft (IWS) an der HTWK Leipzig.

Mit zwei Gruppenkläranlagen für die 140 Einwohner können die Anschlusskosten von 6.000 Euro auf 3.500 Euro pro Grundstück gesenkt werden. Sie sind Eigentum eines neu gegründeten Vereins. Treptitz wurde mit dieser Lösung zum Modellprojekt für die dezentrale Abwasserentsorgung in Sachsen. Bis zum Jahr 2015 müssen nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie auch alle Grundstücke in ländlichen Gebieten an eine vollbiologische Kläranlage angeschlossen sein. In Sachsen liegt der Anschlussgrad für die Abwasser-entsorgung aber erst bei 86 Prozent. Sind die Orte nicht an eine zentrale Kläranlage angeschlossen, kommt oftmals eine grund-stückseigene vollbiologische Kläranlage in Betracht. In Treptitz ging man einen anderen Weg: Vor eineinhalb Jahren erstellte das Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft der HTWK Leipzig eine Studie mit einer Kostenvergleichsrechnung. Die ergab, dass eine Lösung mit zwei Gruppenkläranlagen die kostengünstigste Lösung für die Einwohner darstellt. Als Träger für die Umsetzung gründete man den Verein zum ökologischen Gewässerschutz Treptitz e.V.. Das ist ein Novum in Sachsen und darüber hinaus. Nach einer Phase der Planung und Genehmigung erfolgt derzeit die Umsetzung. Bis heute sind bereits 700 Meter von 2.200 Meter Kanal gebaut.

Das Projekt leitet Tilo Sahlbach, Treptitzer und seit vier Jahren Vertretungsprofessor für Wasserwirtschaft, Hydrologie und Siedlungswasserwirtschaft am IWS der HTWK Leipzig. Darüber hinaus ist er Vereinsvorsitzender des Vereins zum ökologischen Gewässerschutz Treptitz e.V.. Zudem haben auch Studierende der Fakultät Bauwesen an dem Projekt mitgewirkt. In Kürze stellt Tilo Salbach seine neuesten Erkenntnisse auf drei Regionalkonferenzen vor, die vom Sächsischen Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft organisiert werden.

Zukunftsfähige Entwässerungslösungen sind eines der Schwerpunktthemen am Institut für Wasserbau und Siedlungswasserwirtschaft. Das Thema wird nicht nur im berufsbegleitenden Studiengang “Change Management in der Wasserwirtschaft” aufgegriffen, sondern ist noch in weiteren Forschungsthemen des Instituts verankert. Mit einer Reihe von regionalen Partnern aus Wissenschaft und Praxis, wie der Universität Leipzig, dem Helmholtz Zentrum für Umwelttechnik (UFZ), dem Bildungs- und Demonstrationszentrum für dezentrale Abwasserentsorgung (BDZ Leipzig) sowie Unternehmen und Ingenieurbüros der Region wird deshalb daran gearbeitet. “Wir bündeln Kompetenzen und stärken die Netzwerke auf dem Gebiet zukunftsfähiger Infrastrukturkonzepte, um national und international an einem der globalen Wasserthemen maßgeblich mitzuwirken”, so der Leiter des Instituts, Professor Dr.-Ing. Hubertus Milke.

Weitere Informationen unter: http://www.htwk-leipzig.de/