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Leuphana Universität Lüneburg erforscht Nachhaltige Verwaltung

Den Nachhaltigkeitsgedanken auf kommunaler Ebene umzusetzen, das ist langfristige Ziel eines Forschungsnetzwerks, das sich jetzt an der Leuphana Universität Lüneburg etabliert hat.

Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis wollen die Wissenschaftler ein Steuerungssystem für deutsche Kommunen entwickeln. Es soll neben ökologischen und sozialen Kriterien erstmals auch die finanzielle Dimension des Themas in den Blick nehmen. Zum Netzwerk gehören neben drei Instituten der Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg (Institut für Umweltkommunikation, Institut für Ethik und Transdisziplinarität, Centre for Sustainability Management), die Städte Lüneburg und Freiburg i.Br. sowie das Institut für den öffentlichen Sektor e.V. aus Berlin. Der Deutsche Städtetag unterstützt das Vorhaben ideell. Die Projektpartner wollen zunächst eine Bestandsaufnahme der erprobten Ansätze des Nachhaltigkeitsmanagements in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung machen. Entstehen soll schließlich ein umfassendes Nachhaltigkeitssteuerungssystem für Kommunen, das in der Praxis eingesetzt und überprüft wird.

“Die Kommunen sind gefordert, sich viel stärker mit den gravierenden Folgen globaler Veränderungen wie dem Klimawandel, Wirtschafts- und Finanzkrisen oder der Verschuldung öffentlicher Haushalte zu beschäftigen”, ist Projektleiter Prof. Dr. Harald Heinrichs überzeugt. Er sieht große Einflussmöglichkeiten bei den Kommunen, wenn es um die Verbesserung von Lebens- und Umweltqualität geht. Deshalb sei es dringend erforderlich, ein integriertes Konzept zur Nachhaltigkeitssteuerung in deutschen Kommunen zu entwickeln.

Erste Ergebnisse werden für das Frühjahr 2012 erwartet.

Hintergrund

Der öffentliche Sektor hat in Sachen Nachhaltigkeitssteuerung einen großen Nachholbedarf. Während beispielsweise 85 Prozent der DAX-Unternehmen heute über ihre Nachhaltigkeitsleistung berichten, gab es laut einer Untersuchung an der Leuphana Universität Lüneburg bundesweit lediglich 80 Kommunen, die in den vergangenen zehn Jahren mindestens einen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht haben.

Kommunen brauchen ein umfassendes Konzept zur Nachhaltigkeitssteuerung, weil kurzfristige, singuläre Maßnahmen nicht zum Ziel führen. Die Verwaltungen müssen sich vielmehr auf immer wieder neue Problemlagen einstellen können. Ein Konzept dafür muss die besonderen Funktionsweisen und Herausforderungen des politisch-administrativen Systems berücksichtigen, verschiedene Stränge kommunaler Entwicklung sinnvoll miteinander verbinden. Wichtige Impulse erwarten die Forscher dafür auch von der Reform des kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens.


Weitere Informationen und Kontaktdaten unter:
www.nachhaltige-verwaltung.de