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Konkurrenzfähig bleiben: Hohe Akzeptanz für renovierten BA Biowissenschaften an der Uni Rostock

Das Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock hat als erstes den gleichnamigen Bachelor-Studiengang neu konzipiert und durch das Kultusministerium genehmigen lassen.


Die Einführung der neuen Bachelor- und Master-Studiengänge vor vier Jahren, die durch die Bologna-Reform auf den Weg gebracht wurden, wird auch an der Universität Rostock kritisch diskutiert. Schneller, international vergleichbarer und praxisnäher sollten die Studiengänge sein. Doch Skeptiker fordern längst die Reform der Reform. Sollte mit den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen nicht alles besser werden? Schneller, straffer, internationaler, praxisnäher?

„Es gibt viel berechtigte Kritik“, sagt Prof. Dr. Ulf Karsten, Stellvertretender Vorsitzender des Studienbüros Biowissenschaften der Universität Rostock. „Beispielsweise fehlt die Kompatibilität innerhalb der Bachelorstudiengänge in Deutschland“, sagt Professor Karsten. „An unserer Universität hat es eine intensive Diskussion zwischen Hochschulleitung, Lehrenden und Studierenden gegeben, um zu überlegen, was besser emacht werden kann“, sagt Prof. Karsten.

Die Biowissenschaftler an der Uni Rostock sind nun die ersten, die den gleichnamigen Bachelorstudiengang gemeinsam mit der Fachschaft Biologie neu konzipiert haben.

„Durch die Reformierung des Studienplanes und die damit verbundene Optimierung des Studienablaufes bietet der Bachelorstudiengang nun die Option eines Auslandssemesters und eine Erleichterung der Schwerpunktbildung“, hebt Dr. Kathrin Baumgarten vom Zentrum für Qualitätssicherung (ZQS) der Uni hervor. „Durch eine gleichzeitige Aufwertung der Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten sowie der Bachelorarbeit sind die Studierenden damit bestens für ein etwaiges weiterführendes Masterstudium an der Universität Rostock vorbereitet.”

Schwächen des seit dem Wintersemester 2007/08 etablierten Bachelorstudiengangs Biowissenschaften waren nach Ansicht der Fachvertreter unter anderem eine zu hohe Prüfungslast, zu wenig Wahlmöglichkeiten und eine zu geringe Flexibilität hinsichtlich eines Auslandsaufenthaltes. „Wir haben erreicht, dass die Studenten im dritten bis fünften Semester mehr Wahl- und Auslandsmöglichkeiten haben“, sieht Prof. Karsten die Vorteile. Auch ein nichtbiologisches Nebenfach, wie zum Beispiel Philosophie oder Germanistik wird angeboten. „Das sechste Semester dient dann nur noch der Abschlussarbeit“, so der Professor.

Die Studenten sind auch zufrieden. Thomas Dauben, Mitglied des Fachschaftsrates Biologie,  der gerade den Bachelor-Abschluss in der Tasche hat und nun in Rostock einen Masterstudiengang belegt, sagt : „Wir als Studierende stehen dem ,renovierten’ Bachelor-Studiengang sehr positiv gegenüber, haben für neue Lehrinhalte konstruktiv mit den Professoren und den wissenschaftlichen Mitarbeitern zusammengearbeitet.“ Jetzt sind die Belange und Probleme der Studierenden berücksichtigt. So steht den Studenten nun zum Beispiel ein größeres Feld an Wahlmodulen zur Verfügung. ” Es gibt die Möglichkeit, sich schon im Bachelor-Studium tief greifendere Kenntnisse über Gebiete anzueignen, für die man sich interessiert und in die man vielleicht später auch gehen möchte”, sagt Thomas Dauben. Es besteht auch die Option eines Teilstudiums, etwa für Alleinerziehende.

„Ich kenne keinen arbeitslosen Absolventen von uns“, sagt Prof. Karsten. Seine Absolventen sind weltweit gefragt. Dass sie international konkurrenzfähig bleiben, dazu trägt nun auch der überarbeitete Bachelor-Studiengang bei.

Student Thomas Dauben: „Es wurden einige große Module in einen Wahl- und einen Pflichtteil aufgetrennt, um somit den Studierenden die Entscheidung zu überlassen, ob sie in einem Praktikum mehr Einblicke in dieses Gebiet bekommen oder es bei den Grundlagen belassen.“ Als einen weiteren positiven Aspekt nennt Dauben im neuen Lehrplan das Wahlmodul „Studium generale“. Dieses ermöglicht es den Studenten, außerhalb der Angebote im biowissenschaftlichen Bereich Module ihrer Wahl in anderen Fachbereichen zu belegen und sich somit zusätzliches Wissen anzueignen. Es gibt nun in fast keinem der Module mehr Prüfungsvorleistungen, die erbracht werden müssen, um überhaupt zu einer Prüfung zugelassen zu werden.

Der Rostocker Studiengang Biowissenschaften hat Alleinstellungsmerkmale innerhalb der Universitäten Deutschlands. So gibt es das Pflichtfach Meeresbiologie/Ökologie. „Das ist dem Standort geschuldet“, sagt Prof. Karsten. Deshalb hat die Fakultät auch den Masterstudiengang Meeresbiologie eingerichtet. „Auf der biologischen Station in Zingst sowie auf einem Forschungskutter untersuchen die Studenten in Praktika die Wasserqualität, nehmen Sedimentproben oder erhalten eine Forschungstaucherausbildung. Die Theorie wird am Institut eng mit der Praxis verknüpft.


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