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Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2011: “Bilder jenseits der Bilder. Die Lehre der Moderne”

Die Sprache der Bilder steht im Mittelpunkt der Professor Dr. Gottfried Boehm durch die “Freunde der Universität Mainz e.V.” verliehenen 12. Johannes Gutenberg-Stiftungs-professur im Sommersemester 2011.


In der siebten Vorlesung der Reihe am Dienstag, 21. Juni 2011, spricht der international renommierte Schweizer Kunsthistoriker und Bildwissenschaftler Professor Dr. Gottfried Boehm über “Bilder jenseits der Bilder. Die Lehre der Moderne”. Das Ziel der Veranstaltungsreihe besteht darin, die Grundlagen des heutigen Bilddiskurses, den aktuellen Stand der Bildforschung und die Bedeutung für Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft aufzuzeigen. Die Vorlesung beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal RW 1, Neubau Recht und Wirtschaft, Jakob-Welder-Weg 9, Campus der Universität. Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.

In der europäischen Wissenschaftsgeschichte ist der Bilddiskurs erst spät entstanden, was angesichts einer alten und starken Bildkultur verwundert. Und es ist umso überraschender angesichts reproduktiver Bildtechniken, die das fotografische und das bewegte Bild zu einem massenhaften Gebrauchsgegenstand gemacht haben. Dank digitaler Technologien wurden Bilder in den vergangenen Jahren, was sie zuvor in der Geschichte nie gewesen waren, nämlich alltägliche Mittel einer weltweiten Kommunikation. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Gottfried Boehm hat die Bildgeschichte und Bildwissenschaft zum seinem Forschungsthema gemacht. Der Leiter des Nationalen Schweizerischen Forschungsschwerpunkts “Eikones – Bildkritik. Macht und Bedeutung der Bilder” wird sich im Rahmen der Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur 2011 mit der Bedeutung und Wirkung von Bildern auseinandersetzen, mit ihrer Funktion und Erscheinungsvielfalt als künstlerisches, wissenschaftliches, religiöses und kommunikatives Medium.

Prof. Dr. Gottfried Boehm, 1942 in Braunau (Böhmen) geboren, studierte Kunstgeschichte, Philosophie, Germanistik in Köln, Wien und Heidelberg. Nach der Promotion in Philosophie und Habilitation in Kunstgeschichte war er von 1975 bis 1979 Dozent und apl. Prof. für Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Von 1979 bis 1986 hatte er den Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen inne. Seit 1986 ist Gottfried Boehm Ordinarius für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Basel. Dort leitet er auch seit 2005 als Direktor den Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) “Bildkritik”. Professor Boehm war 2001/2002 Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin, ist seit 2006 Korrespondierendes Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und seit 2010 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen die Kunst der Renaissance, die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts, zeitgenössische Kunst, Probleme der Gattungen (insbesondere Porträt, Landschaft, Stillleben), Bildtheorie und Bildgeschichte, Methodologie und Hermeneutik sowie Kunsttheorie. Gottfried Boehm ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen zum Thema Bild, Bildgeschichte und Bildwissenschaft.

Die weiteren Termine der Stiftungsprofessur 2011 im Überblick:
Beginn: jeweils 18:15 Uhr im Hörsaal RW 1, Haus Recht und Wirtschaft, Jakob-Welder-Weg 9

Dienstag, 28. Juni 2011: “Galileo Galileo und die Bilder”
mit Gastredner Prof. Dr. Horst Bredekamp, Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin

Dienstag, 5. Juli 2011: “Erinnerungsbilder”
mit Gastredner Prof. Dr. med. Joachim Küchenhoff, Ärztlicher Leiter Kantonale Psychiatrische Dienste, Chefarzt Kantonale Psychiatrische Klinik, Liestal
Dienstag, 12. Juli 2011: “Das Bild, das wir sind. Blick – Gesicht – Bildnis”

Die Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur

Anlässlich des 600. Geburtstags von Johannes Gutenberg im Jahr 2000 richteten die “Freunde der Universität Mainz e.V.” die Johannes Gutenberg-Stiftungsprofessur als gemeinnützige Stiftung ein. Die Stiftungsprofessur wird aus privat gespendeten und gestifteten Mitteln sowie aus deren Erträgen finanziert. Sie ist Persönlichkeiten vorbehalten, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Leistungen oder ihrer Bedeutung im kulturellen und öffentlichen Leben in der Lage sind, Fachperspektiven zu verbinden und übergreifende Einsichten zu entwickeln. Inhaber der Stiftungsprofessur waren der Kulturhistoriker und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels Fritz Stern (2000), der führende Vertreter der Evolutionsbiologie und Pionier der Soziobiologie Bert Hölldobler (2001), der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (2002), der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung Wolfgang Frühwald (2003), der ehemalige Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Klaus Töpfer (2004), der Komponist und Dirigent Peter Ruzicka (2005), der Wiener Experimentalphysiker Anton Zeilinger (2006), der Immunologe Fritz Melchers (2007), der Literatur- und Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma (2008), Karl Kardinal Lehmann (2009) und die Neuropsychologin und Kognitionswissenschaftlerin Angela D. Friederici (2010).

“Freunde der Universität Mainz e.V.”

Der 1951 gegründeten Vereinigung der “Freunde der Universität Mainz e.V.” gehören zurzeit fast 1.000 Mitglieder und Ehemalige der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sowie Persönlichkeiten des öffentlichen und kulturellen Lebens, der Wirtschaft und der Politik an. Der Freundeskreis fördert Forschung und Lehre und steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen.


Kontakt und weitere Informationen:

Univ.-Prof. Dr. Andreas Cesana
Studium generale der
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-22660
Fax 06131 39-23168
E-Mail:
http://www.stiftung-jgsp.uni-mainz.de/