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Interdisziplinäre Studie untersuchte Keime und Pilze auf öffentlichen Touchscreens

Vielen Deutschen sind Touchscreens an öffentlichen Fahrkarten- oder Bankautomaten zu schmutzig. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Gesundheitsförderung und Effizienz (A.U.G.E.) der Hochschule Niederrhein meiden 54 Prozent der Menschen die Geräte, wenn sie verunreinigt sind. Einige Befragte gaben sogar an, sich grundsätzlich vor Touchscreens zu ekeln. Zu Recht?


Dieser Frage wiederum ging das Competence Center für Mikrobiologie und Biotechnologie (CCMB) der Hochschule Niederrhein unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Alexander Prange nach. Der Mikrobiologe untersuchte, ob durch die Benutzung von Touchscreens vieler tausender Menschen leichtfertig Krankheitserreger übertragen werden können. Prangeanalysierte unter anderem Proben von Fahrkarten-Terminals an Bahnhöfen undFlughäfen, Kassenautomaten in Parkhäusern und im Lebensmittelhandel, wie etwa die Waage in einer Gemüseabteilung.

„Für die Benutzer der öffentlichen Touchscreens besteht zwar kein unmittelbares gesundheitlichesRisiko“, fasst Prange die Ergebnisse seiner Studie zusammen. „Bei der mikrobiologischen Untersuchung fiel aber eine sehr hohe Anzahl von Keimen und Hefen auf, was ein hygienisches Problem darstellt.“ Die Untersuchungen erfolgten im Auftrag des Unternehmens TipTapTo mit Sitz in Lotte (Kreis Steinfurt). Geschäftsinhaber Peter Riepe bietet seit 19 Jahren Servicedienstleistungen und Catering im Schienenverkehr an und hat einen patentierten Fingertippschutz für die Benutzung von Touchscreens entwickelt. Durch die Zusammenarbeit mit der Hochschule Niederrhein kann er den Bedarf für einen Tippschutz an öffentlichen Touchscreens ermitteln. Demnach würden 48 Prozent der Befragten einen Fingertippschutz benutzen, wenn es ihn gibt. „Der Fingertippschutz schließt eine Lücke beim hygienischen Schutz der Bevölkerung vor Verunreinigungen an öffentlichen Touchscreens“, erklärt Peter Riepe. „Er wird bei noch unentschlossenen Nutzern zu einer höheren Akzeptanz und damit zu einer stärkeren Frequentierung der Geräte beitragen.“

Nach der Befragung des A.U.G.E.-Instituts der Hochschule machen sich rund 30 Prozent der Bevölkerung Gedanken über gesundheitliche Risiken beim Benutzen öffentlicher Touchscreens. Die  meisten von ihnen befürchten, sich beim Tippen mit bloßem Finger eine Grippe-Erkrankung oder bakterielle Infektionen zuzuziehen. 70 Prozent der Befragten haben sich bisher keine Gedanken über Verunreinigungen oder gesundheitliche Gefahren gemacht. Befragt wurden rund 460 Menschen in sechs Großstädten mit mehr als 200.000 Einwohnern. Die Hälfte der Befragten gab an, öffentlicheGeräte mit Touchscreens mindestens einmal pro Woche zu benutzen.

Pressekontakt: Dr. Christian Sonntag, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule Niederrhein, Tel.: 02151 822-3610,
Email: <mailto:christian.sonntag@hs-niederrhein.de>


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