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Hochschulen plädieren an Ministerpräsident Platzeck, weiter in Wissen und Innovation zu investieren

Die Brandenburgische Landesrektorenkonferenz wendet sich mit einem offenen Brief an Ministerpräsident Matthias Platzeck, um auf die dramatische Situation der neun Hochschulen des Landes aufmerksam zumachen. Die Hochschulen warnen eindringlich davor, Ressortinteressen und kurzfristige Erfolge in der Wählergunst gegenüber den nicht immer unmittelbar sichtbaren Leistungen der Hochschulen vorzuziehen.

Die Hochschulen fordern, dass ihnen Sondermittel wie beispielsweise die Bundesmittel für die Aussetzung der Wehrpflicht oder Ausgleichs-zahlungen für Studienanfängerzuwachs und Projektmittel des Bundes in voller Höhe zur Verfügung gestellt und nicht durch Reduzierung der Landesgrundfinanzierung gleichzeitig wieder entzogen werden. Sie verweisen darauf, dass die ab 2012 geplante jährliche Kürzung im Wissenschaftsetat von 27,4 Mio. € nicht zu erbringen sein wird. Denn der Kernhaushalt der Hochschulen wird schon jetzt zu über 80Prozent von Personalausgaben aufgezehrt. Dies lässt keinen Spielraum für Einsparungen zu.

„Wer bei den Hochschulen kurzfristig an der im bundesweiten Vergleich ohnehin niedrigsten Grundfinanzierung sparen will, muss sich bewusst sein“, so der Textlaut im offenen Brief „dass dies zwangsläufig zu einem Abbau von Studienplätzen führt sowie die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit des Landes aufs Spiel setzt, denn: ‚Keine Innovationen – kein Wachstum!’ “

Die Hochschulen weisen darauf hin, dass sie seit Jahren ihren Beitrag zur Konsolidierung leisten: Allein in den vergangenen fünf Jahren sind

  • die Absolventenzahlen um 66 %,
  • die Studierendenzahlen um 20 %,
  • die eingeworbenen Drittmittel um 80 % gestiegen.

Gleichzeitig ist die Grundfinanzierung – abgesehen von tarifbedingten Anpassungen weitgehend konstant geblieben. Die “Leistungsprämien”

  • je Absolvent sind um 30 % und
  • je eingeworbenem Drittmittel-Euro um über 30 % gesunken.

Der Ausfinanzierungsgrad der Hochschulen ist allein im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 8 % gesenkt worden.
Für die Hochschulen des Landes ist es nicht nachvollziehbar, dass die Landesregierung angesichts dieser Leistungen und des zunehmenden Fachkräftebedarfs weitere massive Einschnitte im Hochschulbereich mit der Folge von Studienplatzabbau trotz übergroßer Nachfrage plant.

Hintergrund

Ministerpräsident Matthias Platzeck hat 2010 gemeinsam mit der zuständigen Wissenschaftsministerin eine Reform der Hochschullandschaft initiiert. Derzeit arbeiten zwei von der Landesregierung  eingesetzte Kommissionen an einer Evaluation der brandenburgischen Hochschulen. Zum Jahresende sollen die Ergebnisse präsentiert werden und als Basis für einen neuen Hochschulentwicklungsplan dienen.

Ansprechpartner für Rückfragen sind der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende der BLRK:
Prof. Dr.-Ing. Johannes Vielhaber (Vors.)
; Tel: 0331-580 1000

Prof. Dr. habil. Walther Ch. Zimmerli
DPhil. h.c. (University of Stellenbosch)
; Tel: 0355-69 22 92


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