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Für helle Köpfe: Das Deutschlandstipendium geht in die zweite Runde

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bezeichnet die Universität Augsburg als “erste Adresse für Deutschlandstipendiaten in Bayern”. In nur sechs Wochen nämlich war es ihr gelungen, so viele private Förderer für dieses Programm zu gewinnen, dass sie in der ersten Runde bereits den kompletten Bundeszuschuss ausschöpfen und die Maximalzahl der ihr prinzipiell zur Verfügung stehenden Deutschlandstipendien vergeben konnte: Seit Beginn des Sommersemesters 2011 werden 65 herausragende Studentinnen und Studenten der Universität Augsburg gefördert. Jetzt geht das Deutschlandstipendium in die zweite Runde.

Bislang deutlich positiv aus der Rolle gefallen

Die Universität Augsburg ist eine der ersten Universitäten bundesweit, die sich seit dem 1. April 2011 am nationalen Stipendienprogramm der Bundesregierung – dem sogenannten “Deutschlandstipendium” – beteiligt, und das mit offenbar weit überdurchschnittlichem Erfolg: “Laut einer in den Medien zitierten Hildesheimer Studie seien bislang nur jene Universitäten beim Einwerben der privaten Stipendienhälften annähernd im erhofften Umfang erfolgreich, die Wirtschaft und Unternehmen nahestehen, während kleinere Universitäten oder solche, die stark auch von den Geisteswissenschaften geprägt werden, hier nur mit großer Mühe vorankämen. Wir”, so Prof. Dr. Alois Loidl, der ständige Vertreter des Präsidenten der Universität Augsburg, “scheinen hier offenbar deutlich positiv aus der Rolle zu fallen.

Denn als einer Universität mit überschaubaren 16.000 Studierenden, von denen nur rund 40 Prozent in potentiell ‘wirtschaftsnahen’ Studiengängen eingeschrieben sind, ist es uns gelungen, bereits in der ersten Runde den uns zustehenden Bundeszuschuss voll auszuschöpfen. Das Kompliment hierfür”, so Loidl weiter, “gebührt unseren Förderern aus Gesellschaft und Wirtschaft der Region Augsburg-Schwaben, deren Unterstützung diesen Erfolg möglich gemacht hat.”

Vom bisherigen Engagement privater Förderer überwältigt

“Wir sind vom spontanen Engagement unserer Förderer überwältigt”, sagt auch Dr. Gabriele Höfner, die als Referentin für Fundraising das Deutschlandstipendium an der Universität Augsburg koordiniert. “Wichtig wäre es nun, dass daraus langfristige Partnerschaften entstünden, dass wir also weiterhin auf unsere Förderer der ersten Stunde bauen und zugleich peu à peu neue Förderer für die Sicherung und den Ausbau der Augsburger Vorreiterrolle in Sachen Deutschlandstipendium gewinnen könnten.”

Ziel dieses nationalen Stipendienprogramms ist es, dem drohenden Akademikermangel in Deutschland gegenzusteuern und an den Universitäten und Hochschulen die Spitzenkräfte von morgen zu fördern. Leistungswillige und leistungsfähige Studentinnen und Studenten sollen zu diesem Zweck mit monatlich 300 Euro unterstützt werden. Zugleich will man auf diese Weise auch Studierwilligen und -fähigen, die sich ein Studium allein aus materiellen Gründen nicht leisten könnten, eine Perspektive eröffnen.
Mittel- bis langfristig sollen bundesweit bis zu acht Prozent aller Studierenden in den Genuss eines Deutschlandstipendiums kommen.

150 Euro von privat – 150 Euro vom Bund

Das Konzept sieht vor, dass die fünfzig Prozent eines Monatsstipendiums, 150 Euro also, vom Bund getragen werden, unter der Voraussetzung, dass es der Universität gelingt, private Förderer – Unternehmen, Stiftungen, Vereine, ehemalige Absolventinnen und Absolventen oder sonstige Förderer – zu finden, die die andere Hälfte beisteuern. Gestartet wurde an der Universität Augsburg mit zunächst mit 65 Stipendien, langfristig soll sich diese Zahl Schritt für Schritt bis auf 1.200 erhöhen.

Nicht nur gute Noten zahlen sich aus

Der Leistungsbegriff, der dem Deutschlandstipendium zugrunde liegt, ist bewusst weit gefasst: Bei der Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten zählen zwar belegbare Spitzenleistungen im Studium. Doch richtet sich der Blick dabei nicht nur auf gute Noten, vielmehr entscheiden auch herausragendes gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche oder familiäre Umstände über die Förderzusage. Dahinter steht die Überzeugung, dass Gesellschaft und Wirtschaft junge Talente brauchen, die über ihre fachlichen Qualitäten hinaus bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und außergewöhnliche Situationen erfolgreich zu meistern.

Die Universität zählt auf bürgerliches Engagement und garantiert Qualität

Ob Wirtschaftsunternehmen, Stiftungen oder einzelne engagierte Bürgerinnen und Bürger: Schon mit 150 Euro monatlich können private Förderer einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von Spitzenkräften für Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und andere Bereiche der Gesellschaft leisten. Zugleich stärkt ein solches Engagement im Verbund mit der Universität Augsburg die regionale Vernetzung am Standort Augsburg-Schwaben. Die Universität Augsburg spielt bei der Umsetzung und Ausgestaltung des neuen Stipendienprogramms eine zentrale Rolle: Mit der finanziellen Unterstützung durch den Bund spricht sie die potenziellen Geldgeber an, wählt Stipendiatinnen und Stipendiaten nach objektiven Kriterien aus und organisiert die Förderung.
Die Neutralität der Universität und ihr professioneller Sachverstand stehen für die Qualität der Auswahlverfahren.

Der Bund zahlt, wenn die Region Flagge zeigt

“Wie überall steht und fällt der Erfolg des Deutschlandstipendiums auch in Augsburg mit der Bereitschaft insbesondere der Unternehmen in Stadt und Region, Flagge zu zeigen. Unsere Partner haben dies bislang in vorbildlicher Weise getan, so dass wir in der ersten Runde des Projekts ‘Deutschlandstipendium’ Augsburg gemeinsam bundesweit als ‘Musterstandort’
positionieren konnten. Jetzt”, so Höfner, “kommt es darauf an, aus diesem Erfolg nachhaltige Motivation zu machen. Es gilt, die bereits aktiven Förderer, aber auch weitere potentielle Unterstützer, die sich bislang noch zurückgehalten haben, davon zu überzeugen, dass die 1.800 Euro als hälftiger Anteil eines Jahresstipendiums auf Dauer eine gute und nachhaltige Investition in den Standort Augsburg-Schwaben und in seine Zukunft sind.”

Nach dem Blitzstart über 100 Meter ist jetzt langer Atem gefragt

“Junge talentierte Menschen zu fördern und dabei den eigenen Standort zu stärken, auf diese Weise in die eigene Zukunft zu investieren und vielleicht auch etwas zurückzugeben von der Unterstützung, die man selbst im Studium erfahren hat – es gibt viele gute Gründe, sich für das Deutschlandstipendium zu engagieren. Dieses Projekt macht aus allen Beteiligten Gewinner: Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden in die Lage versetzt, sich während ihrer Studienzeit materiell entlastet ganz auf ihre Qualifikation zu konzentrieren; die Förderer profitieren vom frühzeitigen Kontakt zu qualifizierten und engagierten Nachwuchskräften; und für die Region und ihre Universität schafft das Deutschlandstipendium hervorragende Chancen, sich als zukunftsfähiger Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort zu profilieren, Netzwerke zu entwickeln, sie auszubauen und hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte zu binden”, meint Loidl und fügt hinzu: “Ich würde mich freuen, wenn wir in Augsburg und Schwaben gemeinsam den langen Atem hätten, den wir brauchen, um im weiteren Verlauf des Deutschlandstipendium-Marathons an den Blitzstart anknüpfen zu können, den wir auf den ersten hundert Metern hingelegt haben.”

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.uni-augsburg.de/stipendien.


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