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Forschungsschwerpunkt Translationale Neurowissenschaften (FTN) präsentiert sich beim 10. Wissenschaftsmarkt

In einem eigenen Medizin-Zelt stellt sich beim diesjährigen Wissenschaftsmarkt der „Forschungsschwerpunkt Translationale Neurowissenschaften“ (FTN) vor. Unter dem Titel „Forschungswerkstatt Neurowissenschaften“ zeigen Ärzte und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz, was die modernen Neurowissenschaften zum Wohle des Patienten leisten und wie das Gehirn funktioniert.



Dabei können Besucher beispielsweise ihr Gedächtnis und ihr Gehör testen, die Illusion von Schmerz fühlen, erleben wie das Gehirn lernt, einen simulierten „Rausch“ fühlen oder ein begehbares Hirnmodell besichtigen.
„Inhaltlich sind die Wissenschaftler des ‚Forschungsschwerpunktes Translationale Neurowissenschaften’ an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung im Bereich der Neurowissenschaften tätig“, so Univ.-Prof. Dr. Robert Nitsch, Direktor des Instituts für Mikroskopische Anatomie und Neurobiologie und Sprecher des Ende letzten Jahres gegründeten Forschungsschwerpunktes. „Die Wissenschaftler konzentrieren sich dabei in ihren Arbeiten auf Gebiete, die weitestgehend unter dem Oberbegriff ‚Anpassung des Nervensystems’ zusammengefasst werden können. Auf dem Wissenschaftsmarkt bietet der FTN anhand ausgewählter Projekte einen Einblick in seine Arbeit. Mittels interaktiver Exponate können Besucher in die faszinierende Welt des Gehirns und der Neurowissenschaften eintauchen.“

Als „Eye-Catcher“ erwartet die Besucher ein großes begehbares Gehirnmodell, welches am Eingang des Zeltes Nr. 5 neugierig auf mehr machen soll. Es informiert anschaulich über Aufbau und Funktion des Gehirns. Die dreidimensionalen Darstellungen unterschiedlicher Krankheitsbilder zeigen Veränderungen im Gehirn gut verständlich auf.
Ein Thema, welches die Besucher im Innern des Zeltes erwartet, ist „Demenz“. In Deutschland sind etwa 1,2 Millionen Menschen an einer Demenz erkrankt. Hauptrisikofaktor ist das Alter. Unter dem Titel „Neue Wege der Demenzversorgung in Rheinland-Pfalz“ stellen Mitarbeiter der Gedächtnisambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie die Ergebnisse einer landesweiten Studie vor, in der Hausärzte für das Thema medizinische Demenzversorgung sensibilisiert wurden. Darüber hinaus besteht für Jung und Alt die Möglichkeit, die „geistige Fitness“ in einem Gedächtnistest spielerisch überprüfen zu lassen.

Wie das Gehirn lernt und sich an veränderte Bedingungen anpasst, können Besucher eindrucksvoll bei einem Steckspiel mit Prismen- und Umkehrbrille lernen: An diesem interaktiven Steckspiel demonstrieren Mitarbeiter des Instituts für Physiologie und Pathophysiologie, wie das Gehirn unter Kontrolle des Sehsystems gezielte Bewegungen sehr rasch erlernen kann.
Mitarbeiter des Schwerpunkts Kommunikationsstörungen der Hals-, Nasen- Ohrenklinik und Poliklinik stellen verschiedene Möglichkeiten der subjektiven und objektiven Untersuchung von Hörstörungen vor und bieten Hörtests an. Insbesondere präsentieren sie ein neues Gerät, an dessen Entwicklung die Klinik beteiligt war. Es handelt sich hierbei um ein automatisiertes Hörprüfverfahren für Kinder, bei dem diese mittels Touchscreen ihr Arbeitstempo selbst bestimmen können.
Wie Ärzte das Gehirn erkunden und sich im Gehirn orientieren, ist ebenfalls ein wichtiges Thema: Mitarbeiter der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin stellen die so genannte PET/CT-Methode vor. Mit diesem modernen bildgebenden Verfahren – einer Kombination aus nuklearmedizinischer Technik und Computer-Tomographie – können bereits kleinste Tumore sichtbar gemacht und damit frühzeitig bösartige Erkrankungen entdeckt und lokalisiert werden. Für die Neurowissenschaften leistet die PET-CT-Untersuchung wertvolle Beiträge bei der räumlichen Darstellung der Verteilung verschiedener Nervenzellrezeptoren und Stoffwechselvorgänge. Die Neurochirurgische Klinik und Poliklinik bietet Besuchern des Wissenschaftsmarktes spannende Einblicke in das menschliche Gehirn und in modernste Navigationsverfahren bei neurochirurgischen Eingriffen, wie die Versorgung von Hirngefäßerkrankungen oder von Tumoren des Zentralen Nervensystems, der Schädelbasis oder der Hypophyse. Zur Verdeutlichung der Methode der Neuroendoskopie können große und kleine Besucher mit einem Endoskop in einem Aquarium auf Schatzsuche gehen.

Dem Thema Schmerz widmen sich zwei Projekte der Klinik und Poliklinik für Neurologie: Mittels des interaktiven Exponates eines „Thermal Grill“ wird deutlich, dass das Gehirn Temperaturreize, wenn sie nicht zusammenpassen als Schmerzreize verarbeitet. So lässt sich eine 40 Grad Celsius warme Fläche ebenso problemlos anfassen wie eine 20 Grad warme. Legt man aber eine Hand auf eine Fläche, auf der sich die unterschiedlich warmen Zonen abwechseln, so fühlt sich dies sehr unangenehm – sehr heiß – an: Das Gehirn ist irritiert und meldet „schmerzhaft heiß!“. Im Bereich der Grundlagenforschung ist die „Thermal Grill Illusion“ hilfreich zur Aufklärung schmerzphysiologischer Fragestellungen. Im zweiten Projekt werden ein Lügendetektor und dessen Anwendung im Rahmen der Schmerzforschung vorgestellt: Mit Hilfe eines solchen „Lügendetektors“ können die Besucher die eigene Reaktion auf einen Schmerzreiz oder eine Lüge beobachten.

Dem Thema „Wie Medikamente, illegale Drogen und Alkohol das Zentrale Nervensystem beeinflussen, … und wie Mediziner dem auf die Schliche kommen“ widmen sich die Programmpunkte des Instituts für Rechtsmedizin: Die Besucher erwarten interessante Informationen und spannende Mitmachaktionen, in denen sich vor allem der Präventions- und Aufklärungsgedanke widerspiegeln soll.
Vorgesehen ist zum Beispiel der Einsatz so genannter „Rauschbrillen“, die über den entstehenden optischen Eindruck Fähigkeiten des Gehirns so beeinträchtigen, wie es in Art und Umfang auch durch den Einfluss von berauschenden Substanzen – unter anderem Alkohol – möglich ist.

„’Wissenschaft’ und ‚Gesundheit’ – selbstredend ist diese Kombination für die Universitätsmedizin Mainz als bedeutender medizinischer Forschungsstandort und größter Gesundheitsanbieter der Region ein ganz besonderer Ansporn, den Menschen unsere Arbeit näher zu bringen“, betont Univ.-Prof. Dr. Guido Adler, Medizinischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz, im Hinblick auf die Tatsache, dass Mainz „Stadt der Wissenschaft 2011“ ist und darüber hinaus das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Themenjahr „Forschung für unsere Gesundheit“ ausgerufen hat. „Daher wird sich die Universitätsmedizin mit einer ganzen Reihe von Aktionen und Veranstaltungen im Jahr 2011 präsentieren – den Leitfaden bilden dabei die Forschungsschwerpunkte der Universitätsmedizin, die sich im Lauf des Jahres in den unterschiedlichsten Formaten vorstellen. Nach der erfolgreichen Veranstaltung ‚Minimal-invasive Chirurgie hautnah erleben’ in der Universitätsmedizin im März, werden sich im Rahmen des 10. Wissenschaftsmarktes nun die Neurowissenschaften vorstellen.“

Pressekontakt
Dr. Renée Dillinger-Reiter
Stabsstelle Kommunikation und Presse
Universitätsmedizin Mainz
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