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Europäisches Sprachensiegel 2011

Das Projekt „Internationale Schreibpartnerschaften“ der Stiftung Universität Hildesheim wird als eine von neun Initiativen mit dem Europäischen Sprachensiegel 2011 ausgezeichnet. Diese Auszeichnung verleiht die EU-Kommission jährlich für innovative und herausragende Projekte aus dem Bereich des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen.

Zu den Zielen der internationalen Schreibpartnerschaften (ISP) gehören die Förderung mutter- und fremdsprachlicher Schreibkompetenzen, didaktischer Fähigkeiten sowie interkulturellen Lernens.  Seit Beginn des Wintersemesters 2010/11 wird an der Stiftung Universität Hildesheim ein Projekt zur Erprobung von internationalen Schreibpartnerschaften durchgeführt, das auf einer Kooperation zwischen dem Institut für interkulturelle Kommunikation und dem Lese-Schreib-Zentrum (LSZ) beruht. Initiiert wurde diese Zusammenarbeit durch das vom DAAD geförderte Projekt „Qualifizierung für interkulturelle Kommunikation“ (qualiko) im Rahmen des „Programms zur Förderung der Integration ausländischer Studierender“ (PROFIN).

Im Unterschied zu traditionellen Sprachtandems kommen in den Schreibpartnerschaften nicht nur zwei Personen mit unterschiedlicher Muttersprache zusammen, die sich beim Erlernen der Sprache des jeweils anderen unterstützen. Die Tandems werden vielmehr zu Triaden erweitert, indem Studierende aus Lehramtsstudiengängen die Sprach- und Schreiblernprozesse begleiten.

Die ISP wurden von Oktober 2010 bis März 2011 von 24 Studierenden erprobt und sollen aufgrund der positiven Resonanz jedes Semester angeboten werden. „Im Semesterverlauf verfassen die Schreibpartner unter anderem studien- und berufsbezogene Texte und bearbeiten dazugehörige Reflexionsaufgaben im Portfolio-Format“, erzählt Ana Maria Iglesias Delgado vom Institut für Interkulturelle Kommunikation und fährt fort: „Während der regelmäßig stattfindenden Treffen geben sich die beiden Sprachlernenden Rückmeldung auf die entstandenen Texte. Die Lehramtsstudentin bzw. der Lehramtsstudent begleitet die Schreibprozesse durch Schreibberatung, gibt Informationen zu Textsorten oder Schreibstrategien.“
„Dadurch können die Lehramtsstudierenden Praxiserfahrungen in der Sprachlern- und Schreibberatung sammeln“, ergänzt Ulrike Bohle vom LSZ. „Die ISP bieten Gelegenheit zu einem intensiven Austausch über die besonderen Herausforderungen beim Schreiben in einer Fremdsprache. Sie erweitern die Angebote des LSZ speziell für Austauschstudierende wie auch für diejenigen, die sich auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten wollen.“

Insgesamt wurden neun Projekte mit dem Europäischen Sprachensiegel 2011 ausgezeichnet, darunter sind drei Projekte im Grundschulbereich, zwei im  berufsbildenden Bereich und ein Projekt im Bereich der Erwachsenenbildung angesiedelt; drei Projekte wurden von Hochschulen eingereicht.
Die Europäischen Sprachensiegel werden am 7. Oktober 2011 im Rahmen einer Fachtagung in Wien, Österreich verliehen.

Das Europäische Sprachensiegel

Die EU-Kommission setzt sich verstärkt dafür ein, im zusammenwachsenden Europa die Vielfalt der Sprachen und den Fremdsprachenerwerb der Bürger zu fördern.

Für innovative und herausragende Projekte aus dem Bereich des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen verleiht die EU-Kommission jährlich das Europäische Sprachensiegel. In Deutschland findet der Wettbewerb seit 1999 statt. Ziel ist es, solche Projekte zu identifizieren und zu prämieren, die auf nachahmenswerte und innovative Weise Menschen an das Fremdsprachenlernen heranführen, Fremdsprachenkenntnisse auf den unterschiedlichen Ebenen vermitteln bzw. sich für eine Verbesserung des Fremdsprachenunterrichts auf Beispiel gebende Weise engagieren. Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs lautete „Sprachenlernen in der Gemeinschaft – Ressourcen nutzen und Kompetenzen ausbauen“. Für die Durchführung des Wettbewerbs ist der Pädagogische Austauschdienst (PAD) der Kultusministerkonferenz zuständig.

Kontakt
Ana Maria Iglesias Delgado
Institut für Interkulturelle Kommunikation
Telefon: 05121.883-818
E-Mail:

Dr. Ulrike Bohle
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Lese- und Schreibzentrum
Telefon: 05121.883-648
E-Mail:


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