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“Die Welt in einer Nuss” – Eine Präsentation von Geschichtslehrwerken

Aus Anlass der vom 6. bis zum 8. Oktober 2011 an der Universität Augsburg stattfindenden XIX. Zweijahrestagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD) wird am 6. Oktober um 20.00 Uhr in der Zentralbibliothek der UB Augsburg die Ausstellung “Die Welt in einer Nuss” eröffnet. Bis zum 12. November 2011 zeigt diese Ausstellung alte Geschichtslehrwerke aus den Beständen der Universitäts- und der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg.


Ihren Titel “Die Welt in einer Nuss” übernimmt diese Präsentation von Geschichtslehrwerken aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert von einem gymnasialen Geschichtsbuch, das seit 1697 in verschiedenen Ausgaben in Nürnberg gedruckt wurde. Wie zahlreiche andere der ausgestellten Werke spiegelt es den wissenschaftlichen Diskurs seiner Zeit wider. Die sieben Stationen der Ausstellung greifen zentrale Fragen auf, die diesen Diskurs bestimmten.

Wie lässt sich historisches Wissen ordnen?

Die enorme Vermehrung historischen Wissens in der Frühen Neuzeit warf die Frage nach der Ordnung dieses Wissens auf und gab den Anstoß, es zur besseren Überschaubarkeit in Tabellen aufzulisten. In diesen Tabellen wird das Nacheinander des zeitlichen Verlaufs mit dem Nebeneinander von Schauplätzen und Dimensionen wie Politik, Kultur, Wirtschaft etc. zu Synopsen verbunden. Diese Form der “Tabellengeschichte” wird bis ins 19.

Jahrhundert hinein gepflegt und geschrieben.

Wie kann man historisches Wissen behalten?

Eine Station der Ausstellung ist der Mnemonik gewidmet: Seit der Antike bereits wurde versucht, historische Sachverhalte nachhaltig im Gedächtnis zu verankern. In der Frühen Neuzeit kulminierte dieses Bemühen dann in originellen mnemonischen und emblematischen Werken, wie sie exemplarisch etwa von Johannes Buno (1617-1697) entwickelt wurden.

Was lehrt uns die Weltgeschichte?

Wie sich die Interpretation der Weltgeschichte gewandelt hat, ist das Thema einer weiteren Station der Ausstellung. Bis zur Aufklärung und darüber hinaus wird die Weltgeschichte im heilsgeschichtlichen Sinn gedeutet, bevor sie den Lernenden dann im Geist des Fortschrittsdenkens zunehmend als Geschichte der Menschheit nahegebracht und als eine unerschöpfliche Quelle betrachtet wird, aus der jeder Mensch etwas Nützliches für sein Leben lernen kann.

In den weiteren Abteilungen der Ausstellung geht es um die Fragen, wie Geschichte gelehrt und gelernt werden soll, welche Geschichte die ständische Gesellschaft lernt, wie Geschichte über Bilder vermittelt wird und was speziell aus der bayerischen Geschichte gelernt werden konnte bzw. sollte.
Die Ausstellung wurde im Studienjahr 2010/11 in einer Seminarfolge der “Berufswerkstatt Geschichtskultur” am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte von 13 Studentinnen und Studenten unter der Leitung von Prof. em. Dr. Karl Filser und Oliver Simmet erarbeitet. Sie wird bis zum 12. November 2011 in der Ausstellungshalle der Zentralbibliothek (Universitätsstraße 22, 86159
Augsburg) gezeigt und kann dort bei freiem Eintritt montags bis freitags von 8.30 bis 24.00 und samstags von 9.30 bis 24.00 Uhr besichtigt werden

Eröffnet wird die Ausstellung am 6. Oktober 2011 um 20.00 Uhr. Nach der Begrüßung durch Dr. Ulrich Hohoff, den Direktor der UB Augsburg, und nach einem Grußwort von Prof. Dr. Susanne Popp, der Inhaberin des Augsburger Lerstuhl für Didaktik der Geschichte und Ausrichterin der XIX.
Zweijahrestagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik, sprechen Dr. Günter Hägele von der UB Augsburg über “Historische Geschichtslehrwerke in den Sondersammlungen der Augsburger Bibliotheken” und Prof. em. Dr. Karl Filser über die Konzeption der Ausstellung. Zum Abschluss können sich die Gäste Führungen durch die Ausstellung anschließen.

Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/ausstellungen/archiv_2011/nuss.html


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