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Die Olympionikin resümiert über die Doppelbelastung Spitzensport und Studium

Seit vergangenem Freitag, den 8. Juli 2011, hat es Heike Fischer, Olympionikin und Sachsens „Sportlerin des Jahres“ 2008, geschafft: Beim Fernstudienanbieter AKAD legte die 28-Jährige erfolgreich ihre Prüfungen zur Diplom-Kauffrau (FH) ab.


Worauf sie sich nun am meisten freut? „Meinen kleinen Sohn abends ins Bett bringen und mich dann nicht mehr an den Schreibtisch, sondern einfach auf die Couch setzen zu können“. Aber sie schmiedet auch Pläne für die Zukunft: „Ich möchte weiter im Sportbereich arbeiten, in Leipzig – ich liebe diese Stadt einfach.“ Auf die Frage, wie man es schafft Spitzensport, Studium und Mutterschaft unter einen Hut zu bringen, antwortet die ehemalige Wasserspringerin Heike Fischer lachend „keine Ahnung“, aber ergänzt kurze Zeit später: „Nein, mal ehrlich, es ging eigentlich alles ganz gut. Ich wurden von meinem Lebensgefährten und meinen Eltern unterstützt und wenn man den Alltag gut strukturiert, funktioniert das schon.“

„Ich musste was für meinen Kopf machen. Nur Sport – das wäre schief gegangen.“Wie gut Heike Fischer ihr Leben strukturiert hat, sieht man bei einem Blick auf ihre Vita: Nach ihrem Abitur im Jahr 2002 war Fischer bis März 2011 als „Sportsoldatin“ bei der Bundeswehr – in der so genannten Sportfördergruppe, mit der die Bundeswehr die Bundesregierung bei der Förderung des Hochleistungsportes unterstützt.

„Unser Dienst war eben das Training“ konkretisiert Heike Fischer, die während ihrer Bundeswehr-Zeit auch ihren sportlichen Höhepunkt erreichte: 2008 gewann sie in der Disziplin Wasserspringen bei den Olympischen Spielen in Peking die Bronzemedaille und wurde im gleichen Jahr von Sachsens Sportjournalisten zur „Sportlerin des Jahres“ ausgezeichnet. Bereits vier Jahre zuvor, im Oktober 2004, hatte sie zudem das Fernstudium bei AKAD begonnen, BWL auf Diplom: „Ich musste einfach was für meinen Kopf machen. Nur Sport – das wäre schief gegangen.“ Beraten wurde sie bei der Studienwahl von ihrer Laufbahnbetreuerin am Olympiastützpunkt in Leipzig. „Wir kamen zu dem Schluss: AKAD ist in Leipzig, AKAD ist flexibel – das passt!


„Es fällt einem nichts einfach so zu. So ist eben das Leben.“

Mit dem Entschluss bereits während ihrer sportlichen Hochphase ein Studium zu beginnen, ist Heike Fischer eher eine Ausnahme: „Wenn ich mich in meinem sportlichen Umfeld umsehe, sind es wenige, die konkrete Zukunftspläne schmieden. Zum Teil ist das auch verständlich: Wenn man platt vom Training ist, will man sich nicht auch noch zum Lernen hinsetzen müssen. Andererseits fällt einem nichts einfach so zu. So ist eben das Leben.“ Für Heike Fischer hat sich die Mehrfachbelastung auf jeden Fall ausgezahlt: Seit März 2011 arbeitet sie als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit am Olympiastützpunkt in Leipzig und gibt in diesem Zuge auch ihre Erfahrungen weiter: „Ich sage den jungen Sportlern immer, dass es enorm wichtig ist, sich neben dem Sport weiter zu bilden – es gibt eben auch noch ein Leben danach.“


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