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Designforschung: Plan B als Zukunftsentwurf für die Gesellschaft

Von der Brainfood-Mensa über die Großstadt-Green-Guerillas hin zu Mary Poppins 2.0 reichen die Ideen und Konzepte der HAWK-Teilnehmer/innen an Deutschlands größtem Design-Forschungsprojekt. Träger dieses Vorhabens sind das Cluster Kultur- und Kreativwirtschaft Nordrhein-Westfalen und der Art Directors Club (ADC) Deutschland.



Mit 65 Design-Studierenden stellt die HAWK zahlenmäßig die stärkste Gruppe innerhalb der 24 teilnehmenden Hochschulen.
Alle Hochschulen setzen sich mit gesellschaftlichen Problemstellungen auseinander, die sonst Expertenkommissionen und politischem Sachverstand vorbehalten sind. So geht es um die Zukunftsthemen „Gesunde Ernährung“, „Grüne Mobilität“ und „Familienfreundliche Arbeitswelt“. Neben der Energiepolitik sind alles gesellschaftliche Bereiche, von deren künftigen Konzepten die Zukunftsfähigkeit der Bundesrepublik abhängt – Plan B für ein Gesellschaftsmodell mit Nachhaltigkeit und neuer Lebensqualität.

In diesem Semester werden unter Hochdruck die 48 Wettbewerbsbeiträge erarbeitet, welche die Fakultät Gestaltung der HAWK Hildesheim einreichen wird.

Diese entstehen in den Master-Seminaren „Denkfabrik“ bei Prof. Barbara Kotte und „Integratives Projekt“ bei Prof. Nicole Simon und Prof. Dr. Ulrich Kern sowie in den Bachelor-Seminaren „Theorie Corporate Identity/Corporate Design“ bei Dipl.-Des. Carolin Taebel, „Packaging Design“ bei Prof. Nicole Simon und „Projektentwicklung“ bei Prof. Dr. Ulrich Kern.

Durch die Teilnahme an diesem Forschungsprojekt sollen die Design-Studierenden auf eine berufliche Zukunft vorbereitet werden, die weit über das klassische Verständnis von Gestaltung hinausreicht. Die Aufgaben sind zunehmend abstrakt und anspruchsvoll, die Ergebnisse dagegen komplex und konzeptionell fundiert. Die künstlerisch-handwerklichen Kompetenzen der Designer/innen ergänzen sich durch methodisch-strategisches Management. So wird das Gesamtprojekt von Master-Studierenden koordiniert, die als Kreativ-Managementteam bei Prof. Dr. Ulrich Kern auch die Abschlussdokumentation betreuen. Das Master-Team besteht aus Sandra Bauke, Julia Hauck und Jennifer Sinclair.

Das Projekt ADC Fieldwork zielt besonders auf die Fähigkeit der DesignerInnen und Designer, der Zukunft eine Form zu geben. Eine Fähigkeit, die nicht nur in der Imaginationskraft, sondern auch in den intellektuellen Fähigkeiten von Gestaltern begründet ist. Damit wird eine Designforschung angestoßen, die in intensiver Wechselbeziehung zur Lehre und zur Berufsrealität wirkt (siehe Grafik).

Zunehmend ist eine Designforschung gefordert, die inter- bzw. intradisziplinär vernetzt denkt und arbeitet, die sich frei macht von vermeintlichen Prinzipen, die veränderte Parameter – ob in Gesellschaft, Technik oder Wirtschaft – in den Blick nimmt und künftige Aufgaben, Verantwortung und Wirkungsweisen von Design ausleuchtet. Wichtig ist hier ein „neues“ Verständnis der Disziplin: Design nicht nur als genuin-schöpferischer Akt, sondern als planerisch-intellektueller Prozess.

Die einzelnen Seminare, so der Veranstalter ADC Fieldwork, sollen sich als autarke Labors begreifen. Sie sollen ihre eigene Dynamik und Qualität von Lösung entwickeln. Dazu gehört neben der Erarbeitung von Grundlagen auch die individuelle Art und Weise der Lösungsansätze: praktisch, theoretisch, alltagsnah oder -fern. Die Arbeiten müssen nicht unmittelbar realisierbar sein. Es geht grundsätzlich um neue Wege, Denkansätze und außergewöhnliche Problemlösungen.

Im Herbst 2011 werden alle eingereichten Ergebnisse im Rahmen einer großen Ausstellung in Nordrhein-Westfalen präsentiert und in einem begleitenden Buch dokumentiert. Den Fokus des Buches richten die Fieldwork-Initiatoren explizit auf die Neudefinition des Designers. Eine Jury bestehend aus Paten, Sponsoren und Organisatoren kürt die drei besten Projekte, die im Anschluss weitergeführt und realisiert werden können.

http://www.creative.nrw.de/fieldwork


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