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Das Ende der Kreidezeit?

Interaktive Whiteboards sehen auf den ersten Blick unauffällig aus – weiß wie ein unbeschriebenes Blatt. Verbindet man sie allerdings mit einem Computer offenbart sich schnell, warum sie im Unterricht an Schulen und Universitäten immer häufiger auftauchen.

Sie projizieren eine normale Computeroberfläche für alle Schüler sichtbar an die Wand und verbinden sie mit den einfachen Funktionen einer Schultafel. So können Lehrer und Schüler an Präsentationen oder Tafelbildern digital handschriftliche Ergänzungen vornehmen und alle Medien nutzen, die das PC und das Internet zu bieten haben.

Welche Möglichkeiten das neue Medium für die Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts bereithält, damit beschäftigen sich vom 1. bis 3.

September Experten aus aller Welt während der Tagung „Interaktive Whiteboards im Fremdsprachenunterricht“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Insgesamt haben sich mehr als 100 Teilnehmer angemeldet. „Es ist die erste wissenschaftliche Tagung auf diesem Gebiet in Deutschland“, sagt Prof. Dr. Hermann Funk, Lehrstuhlinhaber für Didaktik und Methodik Deutsch als Fremdsprache der Universität Jena. „Wir sind sehr überrascht über das große Interesse.“ Dass so viele Gäste aus dem Ausland – z. B. Argentinien, China, Oman oder Griechenland – zur Tagung kommen, beweise, dass großer Diskussionsbedarf besteht.

„Wir wollen vor allem darüber diskutieren, wie man die Boards richtig in den Unterricht integrieren kann“, erklärt Manja Gerlach von der Arbeitsstelle für Lehrforschung und Materialentwicklung der Universität Jena, die an der Organisation beteiligt ist. „Denn im Bereich der neuen Medien besteht nach wie vor Unsicherheit, wie man sie richtig einsetzt.“ Einerseits könnte mit den Whiteboards eine größere Vielfalt im Klassenzimmer Einzug halten, andererseits müsse man aber aufpassen, dass der Unterricht nicht wieder zu frontal gestaltet wird. „Guter Unterricht muss anschaulich sein“, sagt Prof. Funk. „Und Whiteboards können das besser unterstützen als eine einfache Tafel aus der ,Kreidezeit‘.“ Lehrer könnten hiermit das Internet einbeziehen, Videosequenzen oder Podcasts abspielen. Dafür müssen sie allerdings geschult werden. Die Tagung an der Universität Jena wird vom Gesamtverband Moderne Fremdsprachen und von der Arbeitsstelle Lehrwerkforschung und Materialentwicklung am Institut für Auslandsgermanistik für Lehrer als Weiterbildungsveranstaltung angeboten.

Während der Tagung sollen zum einen theoretische Diskussionen geführt werden, die den wissenschaftlichen Stand zum Thema aufarbeiten. Zum anderen möchten die Organisatoren die Praxis nicht zu kurz kommen lassen. Das Gerät „Whiteboard“ soll erklärt und vorgeführt werden. Schulbuchverlage präsentieren außerdem speziell entwickelte Software.

Kontakt:
Prof. Dr. Hermann Funk
Institut für Auslandsgermanistik / Deutsch als Fremd- und Zweitsprache der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944361
E-Mail:


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