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Change Management: Vom Big Leader zum Open-Change-Moderator?

Schneller Wandel stellt Führungskräfte vor neue Anforderungen

/ Leadership, Motivation, Co-Evolution und Mitarbeiter-beteiligung als Hebel erfolgreicher Veränderungsprozesse / Internationale Konferenz am Center for Advanced Studies in Management (CASiM) der HHL Leipzig Graduate School of Management diskutiert den permanenten Wandel

Der Wandel begegnet uns auf Schritt und Tritt. Sei es auf Staaten- oder auf Unternehmensebene. Mit einem Festvortrag zu „Europa in der Krise“ hat einer der profiliertesten Wirtschaftswissenschaftler Deutschlands, Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, am Vortag die diesjährige Konferenz des Center for Advanced Studies in Management (CASiM) an der HHL Leipzig Graduate School of Management eröffnet.

Innerhalb der ganztägigen interdisziplinären Konferenz am 4. Juli 2013 ging es um das Management des permanenten Wandels in Firmen und Märkten, einer Herausforderung, der sich CASiM auch während der kommenden Jahre stellen wird. Die Kernfrage hierzu lautet:  Wie können wir disruptive Veränderungen besser gestalten?

Während Change Management kein unbekanntes Thema in der Wirtschaftsforschung ist, haben die Entwicklungen der letzten zehn Jahre viele neue Herausforderungen für das Veränderungsmanagement von Unternehmen und Organisationen mit sich gebracht.

Big Leader gehören der Vergangenheit an

Behandelt wurden auf der CASiM-Konferenz die Themen “Organizational Change and Leadership” sowie “Change Management in Firms and Markets” auf folgenden drei Panels: “Adaptive Leadership and Motivation”, “Organizational Change and Corporate Governance” sowie “Co-Evolution: Change Management and Interactive Communication”.

Anders als in der Öffentlichkeit und der populärwissenschaftlichen Literatur weit verbreitet, lassen sich die besonderen Anforderungen an das Veränderungsmanagement nicht durch die Heroisierung von Top-Führungskräften sondern nur durch eine nach innen wie außen für Beiträge der verschiedenen Stakeholdergruppen und externe Netzwerke offene, hoch kommunikative Unternehmensführung erfüllen. „Die Zeit der Big Leader gehört der Vergangenheit an,“ spitzte Prof. Dr. Alfried Kieser diese Sichtweise in seinem Eröffnungsvortrag zu.

Mit den Konferenzbesuchern diskutierten namhafte Vertreter aus der Wissenschaft (u.a. Prof. Dr. Alfred Kieser, Zeppelin Universität Friedrichshafen; Prof. Thomas Gehrig, Ph.D., Universität Wien) sowie erfahrene Praktiker (u.a. Dr. Jürgen Behrend, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses, HELLA KGaA HUECK & CO.; Dr. Margarete Haase, Vorstand, Deutz AG; Prof. Dr. Torsten Oltmanns, Partner & Global Marketing Director, Roland Berger Strategy Consultants; Christian Strenger, Mitglied der ‘Regierungskommission Corporate Governance’ und zahlreicher Aufsichtsräte).

Umdenken innerhalb der Unternehmensführung gefordert

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, der als Inhaber des Stiftungsfonds Deutsche Bank Lehrstuhls für Innovationsmanagement und Entrepreneurship der HHL sowie Mitglied des Executive Boards von CASiM die Konferenz geleitet hat, resümiert: „Die Konferenz hat gezeigt, dass es sich lohnt, die Suche nach neuen und besseren Lösungen des Change-Prozesses in Unternehmen zu intensivieren. Dies ist schon deshalb erforderlich, weil sich die Treiber der Veränderung selbst im ständigen Veränderungsprozess befinden. Daher  muss der Blick auf die Auswirkungen von Führung, Mitarbeitern und Regulierung, des Wettbewerbs, der Technologie und der Umwelt auf die Entwicklung von Unternehmen und Märkten geschärft werden. Auf der Change-Management-Konferenz haben wir  über zukünftige Trends und Strategien diskutiert, wie Manager und Unternehmen proaktiv auf die Treiber des Wandels einwirken können. Es wurde deutlich: Wir brauchen ein Umdenken innerhalb der Unternehmensführung, so dass die Mitarbeiter aktiv in den ständigen Veränderungsprozess mit einbezogen werden. Hierzu müssen bildlich gesprochen Türen und Fenster weit geöffnet und die Verbindung des Unternehmens mit seinen Kunden und Stakeholdern enger gefasst werden.“

Organisationen müssen dynamisch den permanenten Wandel bewältigen

Der HHL-Rektor fährt fort: „Es scheint paradox: Einerseits wurden in den vergangenen Jahren  hunderte  von Change-Management-Büchern geschrieben und veröffentlicht; andererseits zeigte die CASiM-Konferenz, dass Organisationen stärker mit dynamischen Fähigkeiten zur Bewältigung des permanenten Wandels ausgestattet werden müssen. Im Kern ist hierbei die Frage nach der Rolle des Top-Managements im Veränderungsprozess berührt. In vielen Fällen ist der erfolgreiche Wandels – eine Frage der internen Kommunikation zwischen den Mitarbeitern und dem Management, sowie zwischen dem Unternehmen und seinen Stakeholdern. Und deshalb bin ich sehr froh, dass der Schwerpunkt des  diesjährigen HHL-Forums am 20. und 21. November auf dem Thema „Führung und Kommunikation“ liegen wird.“  

Videos zur CASiM-Konferenz „Change Management“ auf www.hhl.de/casim-conference-2013

Prof. Dr. Alfred Kieser (Zeppelin Universität Friedrichshafen) äußert sich auf der Veranstaltungswebseite zu der Frage, welche Fähigkeiten eine Führungskraft innerhalb des Change-Management-Prozesses mitbringen sollte und welche Defizite er persönlich diesbezüglich innerhalb der heutigen Management-Ausbildung sieht. Dr. Margarete Haase (Deutz AG) reflektiert über Do’s and Don’ts für Führungskräfte im Change-Prozess, während Prof. Dr. Ralf Reichwald (HHL Leipzig Graduate School of Management und Technische Universität München) über die interaktive Kommunikation als Treiber von Change-Prozessen spricht.

Center for Advanced Studies in Management (CASiM)

CASiM ist ein bereichsübergreifendes Forschungszentrum an der HHL Leipzig Graduate School of Management für die Betriebswirtschaftslehre des 21. Jahrhunderts. In den vier Themenblöcken „Die Rolle von Vertrauen in Unternehmen und bei seinen Stakeholdern“, „Management von Wandlungsprozessen in Unternehmen und auf Märkten“, „Gesundheitsökonomie und Management von Institutionen des Gesundheitswesens“, „Dynamische Stadtökonomie: Städte und Unternehmen im globalen Wettbewerb“ fließt das gesamte Know-how unterschiedlicher Teildisziplinen der Betriebswirtschaftslehre ein.

CASiM ist thematisch wie auch personell eng mit den Schwerpunktbereichen der HHL verzahnt. Zu den Mitgliedern des Executive Boards des Centers gehören die Nestoren der deutschen Betriebswirtschaftslehre Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Albach (em. Professor der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät an der Humboldt-Universität zu Berlin und Honorarprofessor an der HHL), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert (em. Professor und em. Direktor des Instituts für Marketing an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Honorarprofessor an der HHL), Prof. Dr. Andreas Pinkwart (Rektor und Inhaber des Stiftungsfonds Deutsche Bank Lehrstuhls für Innovationsmanagement und Entrepreneurship der HHL), Prof. Dr. Dr. h.c. Ralf Reichwald (em. Professor der Technischen Universität München, Academic Director des Forschungszentrums CLIC an der HHL). Teil des Forschungszentrums CASiM ist eine Graduiertenschule . Die  Tagung „The Role of Trust in Business Economics“ am 28. Juni 2012 bildete den Auftakt der CASiM-Aktivitäten. Am 4. Juli 2013 fand die Konferenz „Change Management“ statt. www.hhl.de/casim


HHL Leipzig Graduate School of Management

Die HHL ist eine universitäre Hochschule und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der ältesten betriebswirtschaftlichen Fakultät im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Neben der internationalen Ausrichtung spielt die Verknüpfung von Theorie und Praxis eine herausragende Rolle. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Forschung, Lehre und Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. www.hhl.de


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