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Bundesweit erste universitäre Weiterbildung für Imame war ein Erfolg Abschlussveranstaltung mit 30 Imamen und Seelsorgerinnen an der Universität Osnabrück – Neuer Kurs startet zum Wintersemester

Mit einer Abschlusstagung »Zur Geschichte und Gegenwart islamischer Wissenschaften« endet morgen (5. Juli) das bundesweit erste universitäre  Weiterbildungsprogramm für Imame und Seelsorgerinnen an der Universität Osnabrück.

»Wir sind überaus glücklich, dass wir 30 Imamen und Seelsorgerinnen dieses zweisemestrige deutschsprachige Programm anbieten konnten, um ihre Arbeit in den Moscheegemeinden so gut wie möglich zu unterstützen«, resümierte Vizepräsidentin Prof. Dr.
Martina Blasberg-Kuhnke. Und auch Prof. Dr. Bülent Ucar, Leiter des Zentrums für Interkulturelle Islam-Studien (ZIIS), ist außerordentlich zufrieden mit dem Verlauf: »Das Interesse ist ungebrochen. Da haben wir Pionierarbeit in Deutschland geleistet.«

Im Oktober startet der nächste Kurs. Weitere Informationen: www.irp.uni-osnabrueck.de

»Die Weiterbildung an der Universität Osnabrück war sehr hilfreich für meine Tätigkeit als Imam. Wir besitzen theologisches Wissen und haben auch Erfahrung im interreligiösen Dialog. In diesem Programm konnten wir vieles über die Geschichte, Reformation, Aufklärung und Migrationssoziologie lernen, was wir in der Gemeindearbeit einsetzen können und uns zum interkulturellen Dialog befähigt«, berichtet Imam Abdeljelil Zeitun, einer der Teilnehmer.

Das Weiterbildungsprogramm umfasste drei Schwerpunkte: Zunächst ging es um ausreichende Deutschkenntnisse für die aus der Türkei stammenden Imame, damit sie sich ohne Schwierigkeiten verständigen und auch theologische Inhalte in Deutsch wiedergeben können. Weitere Kursinhalte waren Geschichte, Politik, Recht und Gesellschaft. In einem dritten Schwerpunkt wurden pädagogische Kenntnisse für die Jugend- und Gemeindearbeit vermittelt. »Die Weiterbildung hat uns weiblichen Teilnehmerinnen sehr geholfen, da auch Themen wie Gendergerechtigkeit, die Frauenbewegung und die Stellung der Frau in den Moscheegemeinden aus wissenschaftlicher Sicht erörtert wurden«, so Dua Zeitun. »Sehr interessant fand ich die wissenschaftlich fundierten Fakten zur Lage der Muslime in Deutschland.«

Höhepunkte waren die Exkursionen zur Jüdischen Gemeinde in Osnabrück aber auch zum Landtag in Hannover und zum Bundestag in Berlin. »Unser erworbenes theoretisches Wissen konnte hier in sehr interessanten Gesprächen mit den Abgeordneten im Landtag und im Bundestag in Berlin vertieft werden«, so Teilnehmerin El-Filali. Die Koordination des Weiterbildungsprogramms lag in den Händen von Moussa Al-Hassan Diaw, wissenschaftlicher Mitarbeiter am ZIIS. Die Abschlusszertifikate erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Anwesenheit der niedersächsischen Sozial- und Integrationsministerin Aygül Özkan am 23.
September.

»Die Resonanz und die Bewertung der Imame zeugen davon, dass die Module des Weiterbildungsprogramms bedarfsorientiert entwickelt wurden«, so Prof. Dr. Rauf Ceylan. »Das motiviert uns, weiterzumachen.« Der nächste Kurs startet im Oktober. Für das Wintersemester 2012/13 plant die Universität Osnabrück dann einen Bachelorstudiengang für die Ausbildung von Imamen.


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