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Brüssel zeichnet Forscher mit Millionen aus

Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert junge Top-Forscher mit Millionenbeträgen. Gleich drei der hochkarätigen Starting Grants gehen nun an Wissenschaftler der Universität Bonn. In Nordrhein-Westfalen ist die Bonner Alma mater hinsichtlich der ERC-Grants führend. Bundesweit belegt sie Platz fünf der erfolgreichsten Einrichtungen in Deutschland. Insgesamt elf ERC-Grants wurden der Bonner Universität in den letzten Jahren zugesprochen.


Einen der begehrten Grants hat die Mathematikerin und Privatdozentin Dr. Eva Viehmann gewonnen. Sie erhält in den nächsten fünf Jahren vom ERC insgesamt 900.000 Euro an Forschungsförderung. Die 31-Jährige war bereits als Schülerin drei Mal Siegerin im Bundeswettbewerb Mathematik. Nach ihrem Mathematik-Studium in Bonn promovierte und habilitierte sie an der hiesigen Alma mater. Dr. Viehmann war auch zu Forschungsaufenthalten an der Universität Paris-Sud in Orsay und an der University of Chicago. “In meinem Projekt geht es um lokale G-Shtukas”, berichtet Dr. Viehmann. “Es ist Teil der arithmetischen Geometrie.”

Die Mathematikerin verwendet geometrische Methoden und Herangehensweisen, um zahlentheoretische Fragen zu beantworten.

Wie lässt sich die Strömung eines Flusses mathematisch fassen?

Zu den “Besten der Besten”, die vom Europäischen Forschungsrat unterstützt werden, zählt auch Prof. Dr. Laszlo Szekelyhidi vom Hausdorff-Zentrum für Mathematik der Universität Bonn. In Debrecen (Ungarn) geboren, studierte er am St. John’s College der Universität Oxford Mathematik. Nach Aufenthalten in Princeton (USA), am Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften in Leipzig und an der ETH Zürich wurde er im Jahr 2007 Professor an der Universität Bonn. Der 34-Jährige beschäftigt sich mit Partiellen Differentialgleichungen. “Das sind mathematische Gleichungen, die beispielsweise die Gesetze der Physik beschreiben – zum Beispiel die Strömungsbewegungen eines Flusses”, sagt Prof. Szekelyhidi. “Ich möchte diese mit Methoden aus der Geometrie untersuchen.” Vom ERC erhält er 870.000 Euro. Anfang Oktober wechselt er auf eine Professur für Angewandte Mathematik an die Universität Leipzig.

Wie wirkt sich Unsicherheit weniger auf die Gesamtwirtschaft aus?

Der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Christian Bayer vom Institut für Makroökonomie und Ökonometrie der Universität Bonn möchte mit den rund 880.000 Euro des ERC in einem Projekt erforschen, inwiefern sich im Zeitablauf die schwankende Unsicherheit von Akteuren auf die Gesamtwirtschaft auswirkt. “Konkret möchte ich ein Modell erarbeiten, das etwa die Interaktion von Konsum-Sparentscheidungen, Einkommensrisiken und gesamtwirtschaftliche Aktivität abbildet”, berichtet Prof. Bayer. Außerdem will der 33-Jährige untersuchen, wie sich Beschäftigten- und Arbeitsplatzströme zwischen Firmen im Konjunkturverlauf verändern. “Selbst in der tiefsten Rezession gibt es Firmen, die neue Arbeitsplätze schaffen”, sagt er. Prof. Bayer machte sein Diplom in Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn. Er promovierte in Dortmund und forschte in Mailand, Florenz und Yale. Seit 2008 ist er Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bonn, wo er vor einigen Monaten zum stellvertret enden Direktor des Instituts für Makroökonomik und Ökonometrie ernannt wurde.

Universität Bonn hält in Nordrhein-Westfalen die meisten ERC-Grants

Seit 2007 fördert der Europäische Forschungsrat mit seinen Grants herausragende Wissenschaftler. “Die Universität Bonn liegt bei der Einwerbung der Fördergelder vorne”, sagt Abteilungsleiterin Dr. Ulrike Pag, die an der Universität Bonn die Förderberatung für die Wissenschaftler durchführt. “In Nordrhein-Westfalen ist die Bonner Alma mater hinsichtlich der ERC-Grants sogar führend.” Bundesweit belegt sie Platz fünf der erfolgreichsten Einrichtungen in Deutschland. Insgesamt elf ERC-Grants wurden der Bonner Universität in den letzten Jahren zugesprochen. Wie die Europäische Kommission mitteilt, vergibt der ERC nun insgesamt 670 Millionen Euro an 480 junge Toptalente aus ganz Europa. 64 Grants gehen an deutsche Forscher.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.uni-bonn.de


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