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Brennpunkt Mainzer City

Das Geographische Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz führt seit 2003 eine Langzeitstudie zur Entwicklung der Stadtzentren von Mainz und Wiesbaden durch.

Im Abstand von zwei Jahren befragen Geographiestudierende unter Leitung von Prof. Günter Meyer in der Mainzer und Wiesbadener City jeweils mehr als 2000 Passanten nach ihrem Einkaufsverhalten und ihrer Beurteilung der beiden Innenstädte. Im Rahmen der „Stadt der Wissenschaft“ fand diese Untersuchung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtentwicklung im Juni zum fünften Mal statt. In der Mainzer undWiesbadener City wurden die Passanten unter anderem gefragt, wieattraktiv sie die Innenstadt der beiden benachbarten Landeshauptstädte finden.

Die Einschätzung der Mainzer Innenstadt fällt deutlich positiver aus als die Beurteilung des Zentrums der Nachbarstadt: 88 Prozent der in Mainz Interviewten und 75 Prozent der in Wiesbaden Befragten finden die Mainzer Innenstadt „attraktiv“ oder sogar „sehr attraktiv“. Ein ebenso positives Urteil über das Zentrum der hessischen Landeshaupt geben nur 74 Prozent der in Wiesbaden und 66 Prozent der in Mainz befragten Innenstadtbesucher ab. „Eigentlich wäre zu erwarten, dass die Wiesbadener Passanten die ihnen besser vertraute Innenstadt wesentlich positiver beurteilen als das Zentrum der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt“, kommentiert Meyer das Ergebnis.

„Dass die in Wiesbaden Befragten ihre Innenstadt sogar um einen Prozentpunkt schlechter beurteilen als das Mainzer Stadtzentrum ist deshalb durchaus bemerkenswert.“ Dementsprechend ist der Anteil derer wesentlich höher, von denen die Wiesbadener Innenstadt als „wenig attraktiv“ oder „unattraktiv“ beurteilt wird: 26 Prozent der in Wiesbaden und 34 Prozent der in Mainz Befragten vertreten diese Meinung. Eine derartig negative Einschätzung der Mainzer Innenstadt findet sich nur bei 12 Prozent der Mainzer und 25 Prozent der Wiesbadener Passanten.

Zwischen 2007 und 2009 hatte die Mainzer Innenstadt leicht an Attraktivität verloren. Der Anteil der Passanten, die im Jahr 2009 das
Mainzer Stadtzentrum als „sehr attraktiv“ oder „attraktiv“ beurteilten, war aus Mainzer Sicht um vier Prozentpunkte, aus Wiesbadener Perspektive um fünf Prozentpunkte zurückgegangen. Dagegen hatte sich die Attraktivität der Wiesbadener City nach dem Urteil der dort Befragten um sechs Prozentpunkte und der in Mainz Interviewten sogar um sieben Prozentpunkte erhöht.„Der deutliche Attrakti-vitätsgewinn der Wiesbadener Innenstadt war offensichtlich vor allem durch die Eröffnung des Einkaufszentrums LuisenForum und den weitgehenden Abschluss der Bauarbeiten in der Fußgängerzone bedingt“, kommentiert Meyer die Trendwende in der Kurstadt. Die positive Entwicklung hat sich in den letzten zwei Jahren fortgesetzt, wie der Anstieg um weitere fünf Prozentpunkte zeigt: Während 2009 nur 13 Prozent der Wiesbadener Passanten die dortige Innenstadt als „sehr attraktiv“ bezeichneten, teilen bei der jüngsten Erhebung bereits 18 Prozent diese Meinung.

Von dem leichten Einbruch der Attraktivitätswerte 2009 hat sich das Mainzer Stadtzentrum inzwischen durch einen Anstieg um drei
Prozentpunkte von 25 auf 28 Prozent der Mainzer Passanten erholt, von denen die Innenstadt als „sehr attraktiv“ empfunden wird. Damit ist fast wieder das Niveau von 2007 erreicht. Aus Wiesbadener Perspektive verliert dagegen die Mainzer Innenstadt an Attraktivität wie der Anstieg von 18 Prozent vor vier Jahr auf heute 25 Prozent bei den Angaben „wenig attraktiv“ und „unattraktiv“ zeigt. „Im Vergleich zum Wiesbadener Stadtzentrum wird die Mainzer Innenstadt zwar als attraktiver wahrgenommen, doch die hessische Landeshauptstadt holt auf und gewinnt zunehmend an Attraktivität“, fasst Meyer das Ergebnis der jüngsten Studie zusammen.

Hintergrund

Mainz – Stadt der Wissenschaft 2011 Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft würdigt das besondere Engagement der Landeshauptstadt Mainz zur Förderung von Wissenschaft und deren Vernetzung mit Wirtschaft und Kultur. Er wird dabei unterstützt von der Deutschen Bank.

Stadt der Wissenschaft 2011 ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landeshauptstadt Mainz zusammen mit den Mainzer Wissenschafts-,
Forschungs- und Kultureinrichtungen, der Wirtschaft sowie dem rheinland-pfälzischen Landesministerium für Bildung, Wissenschaft,
Weiterbildung und Kultur. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.emz2.de

Verantwortlich:
Prof. Dr. Günter Meyer
Geographisches Institut
Universität Mainz
Tel.: (06131) 39 – 22701
E-Mail:
www.geo.uni-mainz.de/meyer


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