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Ausstellung „Eine Stadtkrone für Halle Saale. Walter Gropius im Wettbewerb“

Mit der Ausstellung „Eine Stadtkrone für Halle Saale. Walter Gropius im Wettbewerb“ wird ein hallescher Architekturwettbewerb aus dem Jahr 1927 wiederentdeckt und nach über 80 Jahren neu ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.

Neben Originalzeichnungen zeigt die Ausstellung auch Architekturmodelle von Studierenden der BTU Cottbus, die im Rahmen des Seminars „Akropolis und Hängende Gärten“ mit Dipl.-Ing. Christine Fuhrmann, M.Sc., Wintersemester 2008/09 entstanden. Die Studierenden entwickelten die neuen Architekturmodelle anhand des überlieferten Materials der Architekten Gropius, Behrens, Poelzig, Bonatz, Fahrenkamp und Kreis. Christine Fuhrmann ist Kuratorin der Ausstellung und akademische Mitarbeiterin am Lehrstuhl Landschaftsplanung und Freiraumgestaltung an der BTU Cottbus. In Zusammenarbeit mit der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wird der Beitrag von Walter Gropius in einer 3D-Echtzeit-Visualierung von Daniel Ackermann und Bernd Hanisch vorgestellt. Insgesamt sind in der Ausstellung 30 Originale, 8 Originalfotografien und 17 Fotobelichtungen zu sehen.

Ausstellung „Eine Stadtkrone für Halle Saale. Walter Gropius im Wettbewerb“
Stiftung Moritzburg Halle, Friedemann-Bach-Platz 5, Halle (Saale)
23. Juli – 9. Oktober 2011

Hintergrund

Ende der 1920er Jahre hatte sich Halle zu einer mitteldeutschen Großstadt entwickelt und wäre fast zum Zentrum sozialutopischer Architektur der Klassischen Moderne geworden. Im Jahr 1927 nämlich schrieb der hallesche Magistrat einen außergewöhnlichen Architekturwettbewerb aus: Auf dem Lehmanns-Felsen sollte als neues, signifikantes Kulturzentrum eine monumentale Stadtkrone entstehen, mit Stadthalle, Museum und Sportanlagen. Diese sozialutopische Idee einer Stadtkrone – als neues urbanes Zentrum für freie Menschen in freier Zeit – sollte im „roten Halle“ gebaute Wirklichkeit werden, eine „Akropolis für Halle“, wie es in der Presse hieß.

Dem Inhalt nach handelte es sich um die bedeutendste Architekturkonkurrenz, die in Halle und im mitteldeutschen Raum bislang ausgerichtet worden war. Tatsächlich stellte ein Projekt mit diesem Bauvolumen und den damit verbundenen Anforderungen an eine in städtebaulichen Dimensionen gedachte künstlerische Gestaltung in jenen Jahren eine Ausnahme dar. An dem hochkarätigen Wettbewerb beteiligten sich die bedeutendsten Architekten der Klassischen Moderne in Deutschland: Walter Gropius, Hans Poelzig, Peter Behrens, Emil Fahrenkamp, Paul Bonatz und Wilhelm Kreis. Auch zahlreiche lokale Architekten und Künstler wie Karl Völker und Paul Thiersch reichten Entwürfe ein. Realisiert wurde keiner dieser Entwürfe und der Wettbewerb geriet im Laufe der Zeit völlig in Vergessenheit. Die eingereichten Originalpläne jedoch blieben in großer Zahl erhalten, darunter allein 15 von Walter Gropius.

Idee und Konzept zur Ausstellung:

Dipl.-Ing. Christine Fuhrmann, M.Sc., Landschaftsplanung und Freiraumgestaltung an der BTU Cottbus Prof. Dr. Leonhard Helten, Institut für Kunstgeschichte MLU Halle-Wittenberg
www.stiftung-moritzburg.de

Studierende der BTU:

Katrin Grund, Thomas Mierzwa, Sina Akik, Isabell Castillo, Ramona Gonszczyk, Ina Gottschling, Mattias Gulbe, Sara Heinrich, Sebastian Herke, Maria Jancke, Madita Müller, Andrea Schygulla, Claudia Sennert, Daniel Wätzig und André Zschaler

Das Ausstellungsprojekt der Stiftung Moritzburg entstand in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas der Martin Luther Universität (MLU) Halle-Wittenberg und dem Bauhausarchiv/Museum für Gestaltung, Berlin. Die Wüstenrot Stiftung und die Kulturstiftung der Länder unterstützten die Restaurierung der Pläne von Walter Gropius aus dem Bauhaus-Archiv.

Weitere Informationen
Dipl.-Ing. Christine Fuhrmann,
M.Sc., Lehrstuhl Landschaftsplanung und Freiraumgestaltung an der BTU Cottbus,
E-Mail: , Tel. (0355) 69-3120